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Themenwoche VfL Bochum
Contra Ausgliederung: Interview mit "echt VfL"

(Foto: Tim Kramer)
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Der VfL Bochum plant die Ausgliederung des Lizenzspielerbetriebs. Stephan Berger und Simon Zimmer von der zentralen Oppositionsbewegung "echt VfL" sind dagegen. Wir haben uns mit den beiden unterhalten.

Stephan Berger und Simon Zimmer, am Samstag steht die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung an. Wie schätzt „echt VfL“ die aktuelle Stimmungslage ein?

Berger: Das Feedback, das wir bekommen haben, rechtfertigt unsererseits einen vorsichtigen Optimismus. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten sehr viele Gespräche geführt und dabei viele Kritiker und Skeptiker des Ausgliederungsvorhabens kennengelernt. Vor allem auf diversen Internet-Portalen treten sie vielleicht nicht so sehr in Erscheinung. Dort sind eher die Befürworter die lauteren.

Der Verein hat zuletzt immer wieder darauf hingewiesen, dass die Wahlbeteiligung entscheidend sein wird, ob die Ausgliederung gelingt oder nicht. Zustimmung?

Berger: Ja! Viele Ausgliederungsgegner sind schon jahrelang Mitglieder, kennen die Vorteile eines eingetragenen Vereins und werden definitiv zur Versammlung gehen. Das Zünglein an der Waage sind diejenigen, die der VfL zuletzt mit seiner Mitgliederoffensive gewonnen hat. Übrigens ein interessantes Phänomen: Häufig wird dort, wo ausgegliedert werden soll, kurz vorher eine Mitgliederkampagne gestartet. Kein Vorwurf, nur eine Feststellung.

Trotz der gegensätzlichen Positionen kann man von einer sehr fairen Diskussionskultur sprechen, oder?

Zimmer: Viel fairer kann es unter den gegebenen Umständen nicht laufen, das stimmt. Wilken Engelbracht ist schon früh auf verschiedene Fangruppen zugekommen und hat mit uns gesprochen. Aber: Beide Seiten verfolgen einen Plan, da gibt es also auch Grenzen der Fairness, was zum Beispiel die Besetzung des Podiums beim Diskussionsabend verdeutlicht hat oder in welcher Intensität der Verein die möglichen Gefahren einer Ausgliederung vermittelt hat, unserer Meinung nach fast gar nicht. Noch besser hätten wir es ohnehin gefunden, wenn der Prozess einer möglichen Ausgliederung ergebnisoffen und mit mehr Vorlaufzeit angegangen worden wäre.

Noch einmal kurz und knapp: Was sind die Hauptargumente gegen eine Ausgliederung?

Berger: Der VfL plant nicht nur, die Rechtsform zu ändern, sondern zugleich Kapitalanteile an einen Investor zu veräußern. Und diese Finanzierungsart lehnen wir strikt ab, weil wir der Meinung sind, dass sich das Wesen des Vereins dadurch entscheidend verändern würde. Damit würde der ideelle Zweck nicht mehr im Vordergrund stehen, der Klub würde zum reinen Unternehmen und zum Spekulationsobjekt für einen Investor, der natürlich Einfluss nehmen möchte. Wir finden auch schon den Grundgedanken falsch, dass sich derzeit alles auf eine Rückkehr in die erste Liga fokussiert, koste es, was es wolle. Wir sehen nicht, dass wir selbst im Falle einer Ausgliederung automatisch zu den besten 18 Vereinen aufschließen werden, wie es sich viele erhoffen. Wir glauben, dass es unserem Umfeld schadet, sich zurückzulehnen, Verantwortung abzugeben und darauf zu warten, dass uns der Investor schon wieder ins Oberhaus verhilft. Eine Ausgliederung ist der erste Schritt in Richtung Klubbesitzertum wie es in England üblich ist, da es langfristig niemals bei einem einmaligen Verkauf von Anteilen bleiben wird. Diese Entwicklung wollen wir zumindest bei unserem eigenen Verein aufhalten.

Worin bestünde denn die entscheidende Veränderung zur aktuellen Situation? Der Verein arbeitet doch schon jetzt wie ein Unternehmen, verfolgt längst nicht mehr nur ideelle Zwecke.

Zimmer: Dass Anteile verkauft werden sollen, ist letztlich der entscheidende Punkt, der vieles verändern würde. Wir wissen auch, dass der VfL Bochum wirtschaftlich arbeiten muss, um im Wettbewerb zu bestehen. Wir wehren uns ja auch nicht gegen zusätzliche Gelder, sondern gegen die Art und Weise, wie diese generiert werden sollen. Jetzt soll eine Komponente hinzukommen, bei der der Verein zum Spekulationsobjekt wird und man einem externen Geldgeber, anders als bei einem normalen Sponsoring, dauerhaft ein Wirken beim VfL ermöglicht. Ohne Weg zurück.

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