
Clint Karrasch kommentiert
Die VfL-Kolumne 55: Im Stile von "Takeshi's Castle"
06. Februar 2012 18:09 Uhr von Clint Karrasch | Quelle: westline
Bochum Am Wochenende gab es einen Sieg für den VfL, doch fiel dieser zittriger aus, als es vielen Fans lieb war. Clint Karrasch beschäftigt sich in seiner neuen Kolumne mit der Spielweise von Takashi Inui - und fühlt sich dabei an eine japanische Gameshow aus den 90ern erinnert.
Kurze Frage: Wer erinnert sich noch an "Takeshi’s Castle", diese auf einfachste Weise produzierte und im Grunde genommen saudumme Gameshow der 90er Jahre aus Japan, der der ansonsten eigentlich eher seriöse Filmemacher Takeshi Kitano seinen Namen gab? Die Gameshow, in der eine immer weiter schrumpfende Zahl von Kandidaten in Spielen, die eigentlich immer etwas mit Matsch, Wasser und Schleim (oder allem drei) zu tun hatten, einer großen, finalen Schlacht in aufgemotzten Autoscootern entgegenwütete?
Gestern, als ich den Auftritt unseres VfL grippegebeutelt leider nur von der heimischen Couch aus beobachten konnte, erinnerte ich mich urplötzlich wieder an "Takeshis Castle", wenn auch zunächst eher zufällig, weil nämlich der Vorname unseres Wuselers Inui, der ja Takashi lautet, vermutlich eine lange verschüttete Erinnerung an inbrünstig verfolgte Episoden von "Takeshis Castle" hervorrief.
Knock-Knock
Nachdem die erste Assoziation das Tor in meine Fernsehvergangenheit aufgestoßen hatte, traute ich mich weiter nachzuhorchen und fand tatsächlich eine weitere Ursache, warum ich bei einem Zweitligafußballspiel zwischen Bochum und Rostock an eine längst abgesetzte japanische Gameshow denken musste: eines der Spiele in Takeshis Castle lautete Knock-Knock (gebt das mal zusammen mit dem Namen der Show bei You Tube ein…).
Hier steht das weitere Ausdünnen des Kandidatenfeldes natürlich abermals im Mittelpunkt. Es gibt insgesamt vier Türen, von denen aber nur zwei echt sind; rennen nun die Frauen und Männer mit dem Mute der Verzweiflung und hoffnungsfroh auf die falsche Tür zu, prallen sie ab und sind ausgeschieden.
Ein ums andere Mal sah ich gestern in unserem Takeshi, nein Takashi Inui eine Wiedergeburt aller Kandidaten, die es jemals bei Knock-Knock nicht geschafft haben. Mit flinker Ballgewandtheit vermochte er es, das Spiel phasenweise sehenswert zu steuern, vielversprechende Angriffe einzuleiten, nur um im entscheidenden Moment die falsche Entscheidung zu treffen und sozusagen gegen die Türattrappe zu rennen.
Inui spielt zu eigensinnig
Auf diese Wiese half er unserem Spiel immens, verhinderte aber auch, dass wir schnell in sicheres Fahrwasser gelangen konnten, was dazu führte, dass wir in Hälfte zwei gegen eigentlich indisponierte Rostocker noch mal zittern mussten.
Unser Japaner hat das Zeug dazu, in Bochum groß raus zu kommen, keine Frage. Dazu muss ihm Bergmann allerdings vermitteln, dass er nicht alleine auf dem Platz steht und wesentlich öfter den Kopf hochnehmen muss, um seine mit in den Angriff eingebundenen Mannschaftskollegen in Szene zu setzen.
Gelingt das hingegen nicht, wird sich der Unmut schnell gegen den kleinen Dribbler richten, was sich im Umkehrschluss sicherlich nicht leistungsfördernd auswirken dürfte.
Gestern ging ja dann doch nochmal alles gut: meine Mitgucker und ich feierten 3 Punkte unseres VfL und schwelgten, dank meiner abstrusen Bewusstseinsströme, in trashiger 90er-Jahre-Fernsehnostalgie. Aber die nächste Türattrappe kommt bestimmt - oder doch nicht?

Der Autor: Clint Karrasch, 34
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| 15. Juni | Trainingsauftakt am rewirpowerSTADION (14 Uhr) |
| 17.-282. Juni | 1. Trainingslager in Willingen |
| 23. Juni - 1. Juli | trainingsfrei |
| 2. Juli | Beginn der 2. Vorbereitungsphase |
| 22.-27. Juli | 2. Trainingslager in Barsinghausen |
| 28.-29. Juli | Saisoneröffnung am rewirpowerSTADION |
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