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Der Lüner SV: Nicht überall beliebt, aber erfolgreich

Der Lüner SV gewann im Januar sowohl die Hallenstadtmeisterschaft in Lünen (hier das Siegerfoto) als auch in Dortmund. (Foto: Dellbrügge)
(Foto: Dellbrügge)

Lünen – Der Lüner SV: Leben im Schatten der gewaltigen Nachbarn aus Dortmund. Wie geht das so mit Stadion, Stadt und Zuschauern? Florian Dellbrügge hat den Klub besucht. Seine Geschichte über Enttäuschungen, über Hoffnungen und Pläne.

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Mit dem Gründungsjahr 1945 ist der Lüner SV zwar beileibe nicht der älteste Verein der Stadt Lünen, wohl aber der erfolgreichste. In den 60-er und 70-er Jahren spielte der Klub in der Regionalliga West, damals immerhin die zweithöchste Spielklasse im deutschen Fußball. Sogar zwei Ligaspiele gegen Borussia Dortmund stehen in der Chronik. Kaum vorstellbar, wenn man die Welten der beiden Vereine heute vergleicht.

Hier der Global Player aus Dortmund, der drittgrößte Fußballverein der Welt mit schillernden Persönlichkeiten und Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang oder Marco Reus. Und keine 15 Kilometer entfernt spielt der Lüner SV und kämpft darum, die Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Doch so trostlos wie das auf den ersten Blick erscheint ist die Lage bei den Lünern gar nicht. In den letzten Jahren hat der "LSV" nämlich einen beachtlichen Aufstieg hingelegt. Und es jetzt mit einem Erfolg sogar über die Stadtgrenzen hinaus in die Medien geschafft. Aber der Reihe nach.

LSV-Vorsitzender Imdat Acar, Trainer Mario Plechaty und Hasan Kayabasi, Sportlicher Leiter. (Foto: Dellbrügge)

Starten wir diese Reise durch den Amateurfußball am besten im Jahr 2010. Da waren die Kicker aus dem Stadion Schwansbell nämlich gerade am Tiefpunkt der jüngeren Vereinsgeschichte angekommen. Keine zehn Jahre zuvor spielte der Klub noch an der Grenze zum Profifußball in der damaligen Oberliga Westfalen. Bekam aber genau dadurch ein Steuerproblem. "Da waren Summen aufgerufen, mit denen kein anderer Verein hätte weitermachen wollen oder können", sagt Peter Marx im Gespräch mit westline. Er war schon damals im Verein aktiv. Es begann eine Abwärtsspirale für den Klub. Finanzielle Probleme gingen einher mit sportlichen Misserfolgen. Das der Verein nach vier Jahren Oberliga in die Verbandsliga stürzte, war erst der Anfang. Bis runter die Bezirksliga wurde der LSV durchgereicht. Und immer war das Geld knapp…

Abstieg als Grundlage für Neu-Ausrichtung

Peter Marx heute dazu: "Im Nachhinein haben wir gesagt, Gott sei Dank sind wir endlich abgestiegen. Denn so konnte man endlich einen Schnitt machen. Die, die noch da waren haben sich dann zusammengesetzt." Viele aus dem damaligen Vorstand, so Marx weiter, seien aber im Verlauf dieses Strudels in Richtung Bedeutungslosigkeit abgewandert. Neu aufgestellt hat sich der Klub dann mit Imdat Acar, der bis heute erster Vorsitzender des Vereins ist. Ebenso hinzu kamen etwas später Cemil Arpaci als Geschäftsführer und Hasan Kayabasi als sportlicher Leiter. So stellte sich der Lüner SV neu auf.

 

Mit dem damals neuem Trainer Christian Hampel und neuem Team sicherte man sich schon nach zwei Jahren den Aufstieg in die Landesliga. "Und nebenbei haben wir uns immer weiter konsolidiert. Haben zugesehen, dass unsere Finanzen einigermaßen gesund bleiben", sagt Marx. Durch den neuen Vorstand und die dadurch ermöglichten Kontakte habe man zusätzlich Geld auftreiben können. Imdat Acar nämlich betreibt ein Bauunternehmen. Durch dessen Umfeld habe man Partner erhalten, die dem Verein positiv gegenüberstanden. 

Trainerwechsel in der Landesliga

Zurück in der Landesliga brauchte der Klub allerdings etwas Zeit, um richtig anzukommen. Nach einem siebten Platz im ersten Jahr in der neuen Liga fand sich der LSV in der Folgesaison zu Beginn im Abstiegsbereich wieder. Es folgt ein Trainerwechsel, der sich bis heute noch auszahlt. Auf Hampel folgt Mario Plechaty. Er war schon als Spieler für den Lüner SV aktiv - übrigens auch einmalig für Borussia Dortmund in der Bundesliga - und übernahm nun den Posten an der Außenlinie. Er brachte die Mannschaft wieder in die Spur und schaffte anschließend fast noch den Aufstieg.

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