Jedward: Konkurrenz für Lena
12. Mai 2011 15:10 Uhr von Von Christoph Driessen, dpa
Düsseldorf (dpa) Blonde Riesentolle und Puppengesicht - das sind die Erkennungszeichen von Lenas gefährlichstem Grand-Prix-Konkurrenten Jedward. Die eineiigen Zwillinge John und Edward Grimes aus Dublin sind dieses Jahr die Topfavoriten beim Eurovision Song Contest.
Am Donnerstagabend haben sie ihren ersten großen Auftritt im zweiten Halbfinale, und am Samstag werden sie dann das Finale gewinnen, jedenfalls wenn die englischen Buchmacher Recht haben. Bei denen kann man übrigens auch darauf wetten, dass mindestens einer der beiden während des Auftritts von der Bühne fällt.
In Irland und Großbritannien sind Jedward schon seit 2009 berühmt. Wobei man sie entweder liebt oder hasst. Der englische Dieter Bohlen Simon Cowell tat sie als die «nervigsten Gestalten seit langem» ab. Selbst der frühere Premierminister Gordon Brown äußerte sich abfällig über sie und ließ seinen Herausforderer David Cameron und den heutigen Schatzkanzler George Osborne im Wahlkampf als die Jedwards der britischen Politik verspotten.
Nun schreiben irische Zeitungen über eine «Jedward Mania» selbst in Deutschland. John glaubt, dass das vor allem an ihrem Namen liegt: «Jedward ist nicht schwierig zu verstehen wie zum Beispiel Lalalalala oder so.» Schon vor Tagen kam es in Düsseldorf zum Gipfeltreffen, als Lena den beiden 19-Jährigen einen Besuch auf ihrem Hotelzimmer abstattete. Die beiden erkundigten sich ganz unauffällig, was man tun muss, um den Grand Prix zu gewinnen. Lena ist natürlich nicht darauf reingefallen, so nett die beiden auch sind, und meinte, aus ihrer Erfahrung heraus könne sie nur sagen, dass man Lena heißen und «Satellite» singen müsse.
Dann hat sie den beiden Jüngelchen immerhin gezeigt, wie man Lippenstift aufträgt (der eine hat sich dabei völlig verschmiert), und anschließend sind sie noch auf den Betten rumgehüpft, was man ja als normaler Hotelgast nie darf. Aber in Düsseldorf gibt's zurzeit kaum noch normale Hotelgäste, weil die Grand-Prix-Fans ähnlich abgedreht sind wie die Sänger selbst. Lena behauptet übrigens, dass sie die beiden Jedward-Boys auseinander halten kann. Und dass der eine netter ist als der andere.
Im zweiten Halbfinale werden am Donnerstagabend aus 19 Ländern noch mal 10 für das Finale am Samstag ausgewählt. Die deutschen Fernsehzuschauer dürfen dabei diesmal auch mit abstimmen. Anschließend stehen dann alle 25 Finalisten fest. Deutschland ist als einer der Zahlmeister der Veranstaltung automatisch gesetzt.
Als weitere Titelanwärter unter den Halbfinalisten vom Donnerstag werden gehandelt: der Schwede Eric Saade mit «Popular», die Estin Getter Jaani mit «Rockefeller Street» und die dänische Boyband A Friend In London mit «New Tomorrow». Wenn die hier Genannten am Donnerstagabend wider Erwarten rausfliegen sollten, liegt das nach Meinung der in Düsseldorf versammelten Grand-Prix-Experten daran, dass die meisten Leute eben doch keinen Geschmack haben.
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