Frauen sind anfälliger für Essstörungen
08. Februar 2012 15:30 Uhr
Leipzig (dpa) Frauen leiden laut einer Studie wesentlich häufiger als Männer unter Essstörungen. Insbesondere fettleibige Menschen sind davon betroffen, wie Forscher aus Leipzig herausgefunden haben.
5,9 Prozent der Frauen seien in Deutschland von krankhaftem Essverhalten wie Bulimie, Fressanfällen oder Magersucht betroffen, heißt es in der Studie. Unter Männern treffe dies auf lediglich 1,5 Prozent zu, wobei die Tendenz steigend sei. Das Risiko, eine Essstörung zu entwickeln, sei bei Frauen sogar fünfmal so hoch wie bei Männern, wie eine repräsentativen Befragung des «Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen» in Leipzig, einem Gemeinschaftszentrum von Universität und Universitätsklinik, ergeben hat. 2520 Menschen zwischen 14 und 95 Jahren hatten teilgenommen.
Insbesondere fettleibige Männer und Frauen litten unter Essstörungen, ermittelte die Studie weiter. Die Störung trete bei Frauen 11- und bei Männer 20-mal häufiger auf als bei Normalgewichtigen. Übergewicht und Fettleibigkeit entwickelten sich im Zusammenhang mit Störungen im Essverhalten, schlussfolgerte die Studienleiterin Anja Hilbert. Adipositas sei nicht nur ein Problem von Überernährung und Bewegungsmangel, Essstörungen seien mit «erhöhtem seelischen Leidensdruck» gekoppelt, so die Verhaltensmedizinerin weiter.
Die Studie hatte zudem verschiedene Altersgruppen untersucht. Störungen im Essverhalten traten in allen auf. Die Häufigkeit nehme aber mit höherem Lebensalter ab. Besonders anfällig seien Frauen bis zum 24. Lebensjahr.
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