Bielefelder Schau über Pionier der Mikrofotografie
06. Februar 2012 12:52 Uhr
Bielefeld (dpa) Die Bielefelder Kunsthalle zeigt eine umfassende Werkschau des Fotografen und Grafikers Carl Strüwe (1898-1988). Er gilt als Pionier der künstlerischen Mikrofotografie.
Neben diesen «Formen des Mikrokosmos» sind auch Landschaftsfotografien sowie Zeichnungen und Gemälde Strüwes zu sehen. Parallel zur Schau «Reisen in unbekannte Welten» (5. Februar bis 13. Mai) zeigt der Bielefelder Kunstverein - ebenfalls ab 5. Februar - die Ausstellung «Carl Strüwe im Kontext zeitgenössischer Fotografie».
Nicht selten stehen Inhalt und Gegenstand der Mikrofotografien des gebürtigen Bielefelders im krassen Kontrast zueinander. Die fast 300 Schwarz-Weiß-Fotografien, die er von 1926 bis 1959 mit Hilfe des Mikroskops geschaffen hat, bilden den Schnittpunkt zwischen Wissenschaft und Bildender Kunst. Und genau das mache ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte aus, erläutert Ausstellungskuratorin Jutta Hülsewig-Johnen: «Carl Strüwe ist der Erste, der die Mikrofotografie zur Kunstform erhebt.»
Zum Ausdruck kommt die künstlerische Ambition schon durch die poetischen Titel der Bilder: «Weiß über Grau schwebend», hat der Fotograf und Grafiker seine erste künstlerische Mikrofotografie aus dem Jahr 1926 genannt. Später trieb Strüwe seine Werke durch ausgefeilte Belichtungs- und Montagetechniken zu ungeahnter Meisterschaft. In seinen «Photo- Graphiken» stellte er die Naturphänomene zu Arrangements zusammen, die etwa an den Pariser Eiffelturm, an Kegel oder die Form eines Ankers erinnern.
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