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Der amerikanische Fotograf und Maler Saul Leiter im Haus der Photographie. Foto: Angelika Warmuth

Erste Retrospektive von US-Fotograf Saul Leiter

06. Februar 2012 12:52 Uhr

Hamburg (dpa) Die weltweit erste große Retrospektive des amerikanischen Fotografen Saul Leiter ist im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.

Die Ausstellung (3. Februar bis 15. April) umfasst mehr als 400 Arbeiten und vereint frühe Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, Modefotografien, übermalte Aktfotos, seine Malerei sowie noch nie präsentierte Skizzenbücher, teilte das Haus der Photographie in Hamburg mit. Das letzte Kapitel der Schau widmet sich den neuen Fotoarbeiten des 88-Jährigen, die er immer noch auf den Straßen seiner Nachbarschaft im New Yorker Stadtteil East Village aufnimmt.

«Leiter erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie», sagte Kurator Ingo Taubhorn. Er habe sich immer als Maler und Fotograf verstanden. Sowohl in seiner Malerei als auch in seinen Fotografien tendiere er deutlich zu Abstraktion und Flächigkeit. «Leiters Straßenfotografie ist eigentlich Fotografie gewordene Malerei», schreibt Rolf Nobel im begleitenden Buch. In seinen Aufnahmen fließen die Genres der Street- Life-, Porträt-, Mode- und Architekturfotografie zusammen.

Leiter entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die Kunst und begann als Teenager Ende der 40er Jahre zu malen. 1946 zog er nach New York und arbeitete für Magazine wie «Harper's Bazaar», «Elle» und «Esquire». Seine Motive wie Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder Regenschirme findet der 88-Jährige in unmittelbarer Umgebung seiner New Yorker Wohnung, die er seit fast 60 Jahren bewohnt. «Ich ging immer davon aus, ich versänke einfach so in Vergessenheit», sagte Leiter einmal. Die Hamburger Ausstellung will dies verhindern.