Düsterer Malstrom: Trent Reznor & Atticus Ross
03. Februar 2012 12:54 Uhr
Berlin (dpa) Karen O fordert Robert Plant heraus: Wer dem Led-Zeppelin-Klassiker «Immigrant Song» seine Stimme leiht, der muss gut bei Stimme sein. Kein Problem - wenn das jemand kann, dann die extravagante und ausdrucksstarke Sängerin der Yeah Yeah Yeahs.
Die äußerst druckvolle Coverversion leitet den megalomanen Soundtrack von Trent Reznor (Nine Inch Nails) und Atticus Ross zu David Finchers Film «Verblendung» («The Girl With The Dragon Tattoo») ein, dem Remake nach dem Mega-Bestseller von Stieg Larsson. Das passt.
«Wir haben gelacht und geweint und beinahe den Verstand verloren und heraus kam die schönste und verstörendste Musik die wir je gemacht haben», ließ Reznor über die 14 Monate harte Arbeit verlauten. Das Resultat: «The Girl With The Dragon Tattoo» ist ein 3-Stunden-Opus geworden, das dem Hörer einiges abverlangt. Verstörend? Ja. Aber schön? Klingen die Sounds der Oscar-Preisträger Reznor und Ross («The Social Network») doch wie über schmutzigen Asphalt gezogen.
Außer «Immigrant Song» haben die Soundtüftler und Geräuschemacher keine weiteren Songs im Pop-Format im Gepäck. Ihnen geht es um Atmosphäre - eine düstere noch dazu. Soundscapes für die morbiden Momente im Leben. Ein unablässiger Malstrom der Düsternis, der hämmernd, bohrend, sägend, schneidend und kreischend fließt. Ein bedrückender Abstieg in die finsteren Ecken der Seele, wie es zuletzt David Lynch so treffend gelang.
Entziehen kann man sich den brutalen Industrial-Sounds der beiden kaum. Einmal in Gang geworfen entfalten die 39! Soundcollagen eine unglaubliche Sogwirkung. Ähnlich sind sie sich alle - mit feinsten Nuancen ausgestattet aber erwecken sie permanent die Lust auf Entdeckung.
Dunkel und träge zieht sich der Sound dahin, darüber «tänzelt» mal ein Piano oder glockenspielartige Klänge, die sich aber von der Erdenschwere nur schwer zu lösen vermögen. Hier wurde alles mit einer Form gegossen.
Nein, schön ist das vielleicht im herkömmlichen Sinn nicht. Verstörend schon - und wahnsinnig aufregend. Und das alles auch noch mit ein bisschen Hollywood-Glamour überzogen, was dem Soundtrack ein herrlich sonderbares Gepräge gibt.
Lifestyle
- Bauen & Wohnen
- Gesundheit
- Beruf und Bildung
- Rund ums Haustier
- Geld und Recht
- Garten & Umwelt
- Reisen und Ausflüge
- Fernsehen
- Buntes aus aller Welt
- Autoren und Bücher
- Kunst und Ausstellungen
- Kino und Film
- Musik, Konzerte, Festivals
- Promis und mehr
- Boulevard
- Wirtschaft und Börse
- Veranstaltungen
- Das Papa-Blog
- Spiele für die Pause
- Geschenke-Notdienst
westline-Tipps
9. Dezember 2012
Mark Medlock im Rosenhof in Osnabrück
Mark Medlock spielt am 9. Dezember 2012 im Rosenhof in Osnabrück und präsentiert sein Programm neues Programm "My World - Live & Acoustic". ...zum Artikel
Live Acoustic-Tour 2012
Laith Al-Deen im Rosenhof in Osnabrück
Laith Al-Deen spielt am 29. Juni im "Rosenhof" in Osnabrück und will an seine erfolgreiche Tour "Der letzte Deiner Art" anknüpfen. ...zum Artikel
24. Jazzfest Gronau
Konzert im Rückblick
Klaus Doldinger spielte mit Denalane und Mutzke
Für den bald 76-jährigen Klaus Doldinger und seine Band „Passport” sind Auftritte in Gronau mittlerweile ein Heimspiel. „Ich glaube, ich war 1978 das erste Mal hier“, erinnerte er sich jetzt bei seinem Auftritt beim Jazzfest. ...zum Artikel


