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Er schaut etwas rätselhaft - und müffelt aus dem Mund.

Entwicklungsgeschichten

Sachen zum Erinnern: Er mieft.

18. Januar 2012 22:21 Uhr von Carsten Schulte | Quelle: westline

Wo wir gerade dabei sind. Es gibt Dinge, die erzählt einem vorher ja niemand. Man muss das alles selber herausfinden. Beispielsweise die Sache mit dem Mundgeruch. Jakob riecht aus dem Schnabel. Neee, das tun Kinder doch nicht. Doch, tun sie eben wohl.

Sagen wir einfach, wie es ist, keine falsche Scheu. Mein Sohn mieft aus dem Mund wie eine Kuh am Hintern. Nicht immer schon, sondern seit anderthalb, zwei Monaten.

Kerstin hatte zunächst Vatis Socken im Verdacht, aber das ließ sich schnell klären. Schließlich trägt der Vati seine Socken ja nicht in Jakobs Kopfhöhe und zweitens keuchte Jakob seine Mutter eines Morgens so eindeutig an, dass das Thema Socken erledigt war (jedenfalls für diesen speziellen Mief).

Nichts als babywarme Luft

Acht Monate lang verströmte das Kind nichts als babywarme Luft, diesen Duft nach Creme, Babyhaut und frischen Windeln. Und dann begann es zu miefen.

Ein Blick in die Fachliteratur (Google/Wikipedia) förderte den Hinweis auf Zähne zutage. Besser gesagt: das Durchbrechen der ersten Zähne. Das schien zunächst plausibel, schließlich hat Jakob ja vier prachtvolle Schneidezähne entwickelt. Als es sich damit hatte, blieb das Gemuffel aber erhalten.

Einen Gang zum Kinderarzt später klärte sich die Sache auf. Mit Zähnen hat das nur sehr wenig zu tun. Stattdessen dürfte es mit dem noch unzureichend entwickelten Verschluss des Magens zu tun haben. Übrigens auch einer der Gründe, weshalb Sohnemann zuletzt mehrfach seinen Brei erst brav gegessen, dann aber in hohem Bogen und erstaunlich zielsicher auf Mama, dem Tisch, dem Boden und mehr oder minder allen Gegenständen in der Nähe verteilt hatte.

Magen-Verschließ-Dingsbums

Der erwähnte Magen-Verschließ-Dingsbums ist also noch nicht so sicher ausgebildet wie bei unsereins. Und beim Verdauen der Nahrung wird Zucker aufgespalten, dabei entstehen Gase, laienhaft gesprochen. Üblicherweise treten diese Gase bei handelsüblichen Kindern aus dem rückwärtigen Bereich aus. Ach, nennen wir das Kind beim Namen: Pups. Es pupt. Das ist das Gas.

Und weil - Sie ahnen bestimmt schon - das Gas eben bei Jakob nicht nur untenrum entfleucht, sondern auch durch die Speiseröhre nach oben hin transportiert wird, müffelt er eben auch aus dem Schnabel. Das ist erstens keine seltene Sache, sondern eben ganz normal bei Kleinkindern, aber wie gesagt: so etwas bekommen Eltern nie vorher gesagt.

Er pupst aus dem Mund. Da kommen Sie mal drauf.

Prost.


Vater werden ist nicht...

Man kennt das ja. Papa wird man schnell. Und dann? Dann steht man vor einem großen Haufen Sorgen, Stress, Hilflosigkeit - und vielen, vielen kleinen Häufchen in der Windel.Wie sich das Vatersein so mit dem Leben verträgt, darüber bloggt hier Carsten Schulte. Seine ersten Schritte als Papa. Das kann ja heiter werden...

In den Hauptrollen dieses Blogs:

Carsten - der Papa. 40 Jahre alt mit der Tendenz zur dritten Midlife-Crisis.
Kerstin - die Mama. 34 Jahre alt und als Diplom-Psychologin in der Lage, hormonell bedingt zu weinen und dabei über sich selbst zu lachen.
Jakob Benjamin - der Sohn. Geboren am 9. März 2011 um 3.04 Uhr. Hier zu lesen in einer Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde.