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Der Beginn von Hunger...

Wie Hunger neu definiert wird

Jakob Benjamin Nochnhaps.

20. März 2011 21:26 Uhr von Carsten Schulte

Im Fußball gibt's zwei Halbzeiten, mittendrin eine Pause. Für einen Säugling besteht der ganze Tag aus Halbzeitpausen. Und kein Abpfiff in Sicht.

An anderer Stelle schrieb ich bereits von Hunger. Nicht meinem, sondern jenem unersättlichen unseres Sohnes. Die ersten Tage seines Lebens verbringt mein Sohn mit reduziertem Programm.

Puristen hätten Freude daran. Es geht um die wesentlichen Dinge, die Rückbesinnung auf die einfachsten Dinge. Essen, schlafen, Windeln vollmachen. Und durch die Gegend getragen zu werden.

Insbesondere der Punkt "Essen" ist spannend. Denn so einfach sich das anhört, so komplex stellt sich das alles für die Eltern dar. Dass unser Sohnemann hungrig ist, deutet sich häufig durch verschiedene Merkmale an.

Zunächst beginnt der Kleine mit allen Armen und Beinen zu strampeln. Das ergänzt er schnell um einen puterroten Feuerkopf. Und dann setzt ein Geräusch ein, das uns bereits nach wenigen Tagen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Eltern kennen dieses Geräusch, das besser mit Geschrei, Getöse, Gekreisch umschrieben wäre.

Wenn er dann nicht schleunigst in die Nähe einer Brust, irgendeiner Brust, gebracht wird, droht ein ausgewachsener Tobsuchtsanfall. Wir haben uns nach mittlerweile zwölf Tagen daran gewöhnt, schnell zu reagieren.

Leichter wird es allerdings nicht. Kein Vergleich mit, beispielsweise, Fußball. Da gibt es zwei Halbzeiten, mittendrin ein Schluck Powerdrink und dann geht's weiter. Jakobs Welt besteht aus etwa zwölf Pausen pro Tag, zwischen denen ebensoviele Mahlzeiten eingelegt werden. Einen Abpfiff darf man da nicht erwarten.

Milch verputzen, kurz schütteln, dann noch einen kleinen Nachschlag. Dann kurz schütteln, eine Stunde glucksend schlafen. Dann noch einen Nachschlag. Dann einen zweiten Nachschlag. Kurze Pause. Ein Nachschlag, ein Nachschlag, dann noch einen Schluck, einen winzigen.

Kein Wunder, dass frischgebackene Eltern zu nichts mehr kommen. Papa hatte in den ersten Tagen glattwegs die eigene Nahrungsaufnahme vergessen, ehe er von seiner aufmerksamen Gattin auf seinen blassen Teint und seine fahrigen Bewegungen hingewiesen wurde.

Beides wurde mittlerweile korrigiert, doch während ich diese Zeilen schreibe, klingt von nebenan bereits das vertraute Geräusch. Entschuldigen Sie mich bitte kurz...






Vater werden ist nicht...

Man kennt das ja. Papa wird man schnell. Und dann? Dann steht man vor einem großen Haufen Sorgen, Stress, Hilflosigkeit - und vielen, vielen kleinen Häufchen in der Windel.Wie sich das Vatersein so mit dem Leben verträgt, darüber bloggt hier Carsten Schulte. Seine ersten Schritte als Papa. Das kann ja heiter werden...

In den Hauptrollen dieses Blogs:

Carsten - der Papa. 40 Jahre alt mit der Tendenz zur dritten Midlife-Crisis.
Kerstin - die Mama. 35 Jahre alt und als Diplom-Psychologin in der Lage, hormonell bedingt zu weinen und dabei über sich selbst zu lachen.
Jakob Benjamin - der Sohn. Geboren am 9. März 2011 um 3.04 Uhr. Hier zu lesen in einer Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde.