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Jakob, hier mal nicht an der Brust. Sondern mit Schnulli.

Ein Vater schreibt über seinen Sohn

Muttermilch hat's drauf

11. Mai 2011 16:09 Uhr von Carsten Schulte | Quelle: westline

Neues im Papa-Blog auf westline: Stillkinder, so sagt man, werden von Beginn an ausreichend versorgt. Muttermilch sei Dank, denn sie kann alles. Das haben wir zuletzt erfahren.

Sohnemann beschäftigte sich in der vergangenen Woche mit dem ersten Schnupfen seines Lebens. Nun ist ein handelsüblicher Schnupfen nicht weiter tragisch, außer für Zellstoffpapier, denn das wird von uns Erwachsenen weggeschnupft wie sonst nur Christoph Daum sein… naja… das ist lang her und soll nicht vertieft werden.

Dennoch: Ganz anders stellt sich ein Schnupfen aus Babysicht dar. Baby kann nämlich nur durch die Nase atmen, weil Baby eben noch nicht weiß, wozu ein Mund außer zum Trinken da ist. Und verständlicherweise kommt es da nicht gut, wenn ausgerechnet die Nase nicht so arbeitet wie sonst.

Zugegeben, ein Baby mit Schnupfen klingt unterhaltsam und lässt Papas nächtliche Schnarchattacken wie Babykram aussehen, aber wie gesagt: für Babys nicht schön.

Schlecht gelaunt

Folgerichtig war unser Jakob über mehrere Tage eher schlecht gelaunt und ließ uns das auch wissen. „Ließ uns das auch wissen“ heißt hier übrigens „machte so einen Lärm, dass Mama und Papa schnell nach Auswegen suchten“.

Ein jetzt sehr gut befreundeter Hals-Nasen-Ohrenarzt gab Jakob einen freundlichen Klapps auf die Schultern, ein paar Tropfen „Med-Irgendwas“ und uns die Auflage mit auf den Weg, Muttermilch einzusetzen.

Muttermilch?

Genau. Wie sich herausstellt, ist Muttermilch das ideale Mittel gegen alles. Einfach nach jeder Mahlzeit noch einige Tropfen in Jakobs Nase nachlaufen lassen - schon wird wieder mehr geatmet als geschnupft. Es funktioniert, wirklich.

Fast parallel machten sich Jakobs Tränenkanäle bemerkbar und liefen nicht mehr ganz rund. Was tun? Genau. Muttermilch ins Auge. Das sieht zwar zunächst eher fragwürdig aus, so milchige Augen, ernsthaft, aber es funktioniert. Wirklich.

Muttermilch für alles. Oder dagegen.

Muttermilch also. Kein Wunder, dass wir uns das jetzt mal etwas genauer ansehen. Papa kommt abends müde nach Hause, abgespannt. Schnell ein paar Sprenkel Muttermilch ins Gesicht - hallo wach! Eine Schramme am Knie? Muttermilch. Die Balkongeranie kränkelt? Muttermilch! Joghurt abgelaufen, kein Problem. Deckel auf, Muttermilch rein, Joghurt wieder frisch. Bein gebrochen, Muttermilch drauf. Toll.

Kurzum: Vorsichtshalber - und weil ja nicht ewig gestillt werden kann - haben wir mittels einer Brustpumpe (das soll jetzt aber nicht im Detail erklärt werden) Muttermilch für schlechte Zeiten gesichert. Fischstäbchen, Aufbackbrötchen, Tiefkühlkost raus, Muttermilch rein. Literweise, bergeweise, alles voll.

Und wenn die Muttermilch schlecht wird? Kein Problem, einfach ein Spitzer Muttermilch und schon…


Vater werden ist nicht...

Man kennt das ja. Papa wird man schnell. Und dann? Dann steht man vor einem großen Haufen Sorgen, Stress, Hilflosigkeit - und vielen, vielen kleinen Häufchen in der Windel.Wie sich das Vatersein so mit dem Leben verträgt, darüber bloggt hier Carsten Schulte. Seine ersten Schritte als Papa. Das kann ja heiter werden...

In den Hauptrollen dieses Blogs:

Carsten - der Papa. 40 Jahre alt mit der Tendenz zur dritten Midlife-Crisis.
Kerstin - die Mama. 35 Jahre alt und als Diplom-Psychologin in der Lage, hormonell bedingt zu weinen und dabei über sich selbst zu lachen.
Jakob Benjamin - der Sohn. Geboren am 9. März 2011 um 3.04 Uhr. Hier zu lesen in einer Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde.