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Neues aus dem Papa-Blog
Wir kaufen uns ein Babyfon (1)
04. Oktober 2011 13:09 Uhr von Carsten Schulte | Quelle: westline
Glauben Sie mir: Wenn unser Sohnemann schreit, brauchen wir keinen elektronischen Verstärker, um das Genöle zur Kenntnis zu nehmen. Aber wie die Dinge liegen, schaffen wir uns nun doch ein Babyfon an. Fragen Sie nicht.
Das Leben eines durchschnittlichen Jung-Elternpaares wird in offenen Türen und gespitzten Ohren gemessen. Wenn sich das Kinde endlich bequemt, den Kopf zur Seite zu drehen und zu schlafen, beginnt für uns Eltern die Zeit des leisen Umherhuschens, der geflüsterten Gespräche. Auf Zehenspitzen durch den Flur, bloß das Kind nicht wecken.
Ständig stehen unsere Türen offen, wir wollen ja kein Grunzen, kein Schnaufen verpassen. Das Kind schläft, na sicher. Aber wenn es sich dreht, seine kleine Nase in die Matratze drückt, keine Luft mehr bekommt - die Horrorvisionen von Eltern sind ziemlich lebendig.
Da wir hier als ständig besorgte Eltern nicht groß aus der Reihe tanzen (wollen), muss ich nun handeln. Offene Türen, so hat es Kerstin entschieden, müssen jetzt endlich wieder geschlossen werden dürfen. Sie hat die Nase voll vom besorgten Trippeln und will in ihrer eigenen Wohnung wieder herumlaufen, wie es ihr gefällt. Aber sie will keinesfalls auch nur den leisesten Pieps ihres Kindes verpassen. Also: Türen zu, Babyfon an.
Ich sage voraus, dass sich unsere Probleme damit verschieben werden. Ab sofort werden wir nicht mehr Jakobs Gegrunze zur Kenntnis nehmen, sondern sein elektronisch verstärktes Gebrummel. Unsere einst so friedliche Wohnung wird beginnen zu knacken, dann krächzen, dann wird Jakobs wunderbar grelles Gebrüll aus einem Lautsprecher dringen.
Wie das wird, darüber berichte ich in Kürze an dieser Stelle... Gleich geht's erst einmal los in den örtlichen Elektronikzubehörhandel...
Vater werden ist nicht...
Man kennt das ja. Papa wird man schnell. Und dann? Dann steht man vor einem großen Haufen Sorgen, Stress, Hilflosigkeit - und vielen, vielen kleinen Häufchen in der Windel.Wie sich das Vatersein so mit dem Leben verträgt, darüber bloggt hier Carsten Schulte. Seine ersten Schritte als Papa. Das kann ja heiter werden...
In den Hauptrollen dieses Blogs:
Carsten - der Papa. 40 Jahre alt mit der Tendenz zur dritten Midlife-Crisis.
Kerstin - die Mama. 35 Jahre alt und als Diplom-Psychologin in der Lage, hormonell bedingt zu weinen und dabei über sich selbst zu lachen.
Jakob Benjamin - der Sohn. Geboren am 9. März 2011 um 3.04 Uhr. Hier zu lesen in einer Doppelrolle als Dr. Jekyll und Mr. Hyde.