Auftakt zur "Music Week"
Die Simple Minds zu Gast in Dortmund
27. Juli 2011 11:18 Uhr von westline
Kaum zu glauben, dass die Anfänge der Simple Minds mal im Punk zu verorten waren. Wenn Frontmann Jim Kerr heute über die Bühne tänzelt, ist das alles weit weg. Am Dienstag war die schottische Band in Dortmund.
Die „Greatest Hits Tour“ hätte etwas mehr Publikum verdient. Vielleicht 2500 Zuschauer verloren sich in der riesigen Westfalenhalle 1, der Oberrang war höflich gesperrt und abgedunkelt. Aber auch so ließ sich nicht verheimlichen, dass die Simple Minds nicht mehr die großen Hallen füllen. Dem Klang war die Leere am Dienstag abträglich - oft verwaschen und unsauber. Kerrs eigentlich kraftvolle und außergewöhnliche Stimme drang nicht immer durch. Soweit die Technik.
Und der Rest? Die Simple Minds können sich auf ihre treuen Fans verlassen. Seit 30 Jahren und mehr. Die Texte sitzen sicher - ob „Mandela Day“ oder „All the things she said“. Mit Sakko, schwarzem T-Short und Jeans bewegt sich Jim Kerr immer noch geschmeidig über die Bühne. Wenn er in die Knie sinkt, seine Arme dramatisch in die Luft wirft, dann hat das fast etwas von einem Musical. Rocker-Posen? Brauchen die Simple Minds längst nicht mehr.
Viel geredet wird in Dortmund auch nicht. Mal ein „wunderbar“ in Richtung des Publikums, weil es so gut mitsingt. Oder auch nicht. Denn „wunderbar“ ist immer alles, ganz gleich wo. Und doch gibt es diese Momente, in denen alles passt. „Belfast Child“, einer der wenigen politischen Songs der Simple Minds, klingt zum Ende des Konzertes hin durch die Halle. Atemlose Stille im Publikum.Vor allem in der zweiten Konzerthälfte wird die Stimmung besser. Natürlich liegt das an den Klassikern wie „Don’t you (forget about me“ oder „Alive and kicking“. Mit denen sind die meisten Besucher groß geworden. Knappe zwei Stunden dauert das ganze Spiel, dann gehen die Lichter an. Die Simple Minds in Dortmund - ein netter Abend unter Freunden, einige davon mit Schottenrock…
Am Mittwoch spielen "Hurts" in der Halle, am Freitag kommt Ronan Keating. Bryan Ferry und die Soul-Sängerin Erykah Badu beschließen die Dortmunder Music Week.
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