printlogo
Die glücklichen Sieger Sascha Riedel udn Saskia Kühr. Anna-Carina Mohrholz

Deutsche Meisterschaft in Oberhausen

"Dirty Dancing": "Johnny" und "Baby" machen den Flieger

18. Juli 2011 10:30 Uhr von Anna-Carina Mohrholz | Quelle: westline

Im Oktober startet das Musical "Dirty Dancing" in Oberhausen. Doch nicht nur die Tänzer proben fleißig die Hebefigur aus dem gleichnamigen Film. Bei der ersten Deutschen Hebefigur-Meisterschaft in Oberhausen versuchten sich am Sonntag "Otto Normalverbraucher" an der berühmten Hebefigur...

"Dirty Dancing" kommt am 19. Oktober nach Oberhausen. Vorher wurden die Hebefiguren schon einmal ausprobiert - bei der 1. Deutschen Hebefigur-Meisterschaft. Dazu lud "Stage Entertainment" am Sonntag in den "Aquapark" ein. "Wir wollen eine Aktion mit viel Spaß machen", sagte Michael Rhode, Sprecher des Metronom Theaters in Oberhausen. Hier wird "Dirty Dancing" demnächst zu sehen sein.

Wegen des schlechten Wetters war die Aktion kurzfristig vom Grugabad Essen in den "Aquapark Oberhausen" verlegt worden. Ein kleines Schild am Eingang warnte die Besucher: "Hier wird heute gefilmt." Und tatsächlich: Um den Beckenrand herum tummelten sich die Kamerateams. Mehrere lokale Sender und sogar Sat1 filmten jede Bewegung der Teilnehmer. Nebenan badeten die Oberhausener, im "Aktionsbecken" spielten die Meisterschaftskandidaten "Johnny" und "Baby".

Geübt wurde nicht

Die Teilnehmer reisten fast alle in Gruppen an. Klar, gegenseitige Unterstützung muss sein. Dabei ging es den meisten nur um den Spaß. "Die Hauptsache ist, man ist dabei", sagte Julia Voss, 24, aus Oberhausen. Sie nahm teil, weil sie eine Wette verloren hatte. "Man kann das nicht mit den Profis vergleichen, aber es macht Spaß", meinte sie zu den Performances. Gemeinsam mit ihrem Partner Nils hatte sie die Figur nur einmal geübt - am Sonntagmorgen, direkt im Schwimmbad.

Im Wasser waren aber auch einige zumindest teilweise professionelle Johnnys und Babys. Extra aus Mittelhessen angereist waren drei Paare eines Rock'n'Roll-Clubs. Satte 250 km fuhren sie für einen "schönen Sonntag", erzählte einer der Tänzer. Immerhin, ein Paar der Truppe belegte Platz eins, ein weiteres Platz drei. Es scheint sich also gelohnt zu haben. Das drittplazierte Paar besitzt jetzt eine Jahreskarte für den "Aquapark". Die Anreise aus Hessen könnte aber doch etwas weit sein...

Zu dieser Gruppe gehörte auch Kerstin Bauer-Eifler. Ihr genaues Alter ist ein kleines Geheimnis, sagt sie und lächelt. "Anfang 40." Im Wasser konnte sie sich allerdings locker mit den anderen Kandidaten messen. Nur zweimal hatten sie und ihr Mann Carsten geübt. Einmal im Schwimmbad und einmal beim Tanz-Training. Das Ergebnis aber konnte sich sehen lassen. Von ihren Kindern angefeuert erreichten sie Punkte im oberen Bereich.

Partystimmung am Beckenrand

Auch außerhalb des Beckens machten die Vereinsmitglieder eine gute Figur. In der Pause vor der Finalrunde zeigten sie Teile aus ihrer Tanzformation. Zu lauter Musik, die wahrscheinlich durch ganz Oberhausen schallte, tanzte dann auch ein anderes Paar den original "Dirty Dancing"-Mambo nach.

Kurz nach 15 Uhr war es dann so weit: Das Ergebnis stand fest. Im Finale hatte sich keins der verbliebenen zehn Paare durch einen Bauchplatscher auszeichnet. Nur einmal gab Kai Below mehr Punkte fürs Runterfallen als für die eigentliche Figur.

Die Gewinner

Gewonnen haben die Turniertänzer aus Hessen. Es war also wirklich eine Deutsche und keine Ruhrpott-Meisterschaft. Saskia Kühr, 17, und Sascha Riedel, 22, tanzen seit einem dreiviertel Jahr miteinander. Im wahren Leben sind sie kein Paar. Aber sie können die Hebefigur fast perfekt - auch auf dem Trockenen. "Im Wasser ist die Hebefigur schwerer", erklärte Sascha Riedel mit der Medaille um den Hals. Durch das ganze Wasser sei die Frau schwerer. Macht aber nichts, bei ihm und seiner deutlich kleineren Partnerin hat es auch im Nassen super geklappt. Angemeldet hatten sich die beiden aber nicht, weil sie so große "Dirty Dancing"-Fans sind. Davon gab es unter den Teilnehmern sowieso nicht so ganz viele. "Wir wollen den Leuten zeigen, dass es geht. Das ist eigentlich die einfachste Hebefigur. Wir werfen unsere Frauen normalerweise auch", erklärt Riedel mit einem Augenzwinkern. Manchmal proben sie das aber sogar am See, doch irgendwie in Johnny und Baby-Manier. Für Platz eins gab es 500 Euro. Den Gewinn wollen sie verprassen. "Wir teilen ihn mit den anderen Paaren aus dem Verein und gehen erstmal schön essen."

Spaß genauso wichtig wie Qualität

Damit auch wirklich jeder mitmachen konnte, galten bei der Meisterschaft besondere Bewertungskriterien. Die Jury, bestehend aus Kai Below und Thorsten Krappa von Radio Oberhausen und Yasemin Celikkan, Dance Captain bei "Dirty Dancing", gab zwei Noten. Eine für die Qualität und eine für den Spaßfaktor. So konnten die Teilnehmer mit einem ordentlichen Bauchplatscher mehr Punkte sammeln, als mit einem schönen Absprung.

Die Veranstaltung sei ein voller Erfolg gewesen, sagte Yasemin Celikkhan nach der Finalrunde. "Die Atmosphäre war so gut, das eine Wiederholung im nächsten Jahr denkbar ist", so Michael Rhode. Vielleicht gibt es dann sogar eine Tour durch Deutschland. Aus verschiedenen Stadtmeistern würde dann der 2. Deutsche Hebefiguren-Meister gewählt, überlegte Rhode.


Neues aus den Westfalenhallen

Ozzy Osbourne 4. Juni 2012

Ozzy & Friends

Jetzt gibt's was auf die Ohren: Unter dem Motto "Ozzy & Friends" will es Ozzy Osbourne am 4. Juni in der Dortmunder Westfalenhalle ordentlich krachen lassen. ...zum Artikel