Camper wollen neue Steuer nicht bezahlen
10. August 2011 17:47 Uhr von Holger Steffe | Quelle: Dorstener Zeitung
Camper und Platzbetreiber in Schermbeck sind erbost. Ab Januar 2012 möchte die Gemeinde sie mit einer Zweitwohnsitzsteuer zur Kasse bitten. 40 000 Euro soll das in die Kasse spülen - wenn sie sich da mal nicht verrechnet hat.
Denn viele wollen offenbar lieber die Pacht kündigen, als die Steuer zu bezahlen. "Ich kann die Gemeinde verstehen, bin aber finanziell nicht in der Lage, noch höhere Abgaben zu bezahlen", sagte gestern beispielsweise Walter Neuer (76). Der Essener und seine Frau Jutta (72) sind seit 1983 auf dem Campingplatz Sybergshof der Familie Strauch. Seit Jahren arbeitet er hier auch schon als Platzwart und hat in Gesprächen mit anderen Campern oft zu hören bekommen: "Das können und wollen wir nicht bezahlen!"Eigentümerin Karin Strauch hält die Kalkulation der Gemeinde Schermbeck für eine "Milchmädchenrechnung". "Die Gemeinde sagt, dass es in Schermbeck 900 Stellplätze gäbe, aber bei uns sind alleine 20 frei." In den letzten drei Jahren konnte Strauch nur eine Parzelle neu vermieten und dies bei 100 Euro pro Platz.Einzige EinnahmequelleFür Heinz-Wilhelm Terstegen vom größten Schermbecker Campingplatz "Wachtenbrink" in Damm wäre die Steuer der Ruin. Für den Klein-Landwirt und seine Familie ist der Campingplatz die einzige Einnahmequelle. "Bei mir haben schon einige Camper vorsorglich gekündigt", sagt Terstegen. Er versucht auch die anderen Betreiber wie Brucks, Rademacher, Vengels, Mühlenbrock, Bülsebruck, Overbeck und Strauch an einen Tisch zu bekommen."Wir müssen jetzt handeln, nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", sagt er und fordert eine sachliche Diskussion mit der Gemeinde. Seiner Auskunft nach sind auch die "Campingclubs", mehrheitlich in Gahlen, von der Steuererhebung betroffen. Außerdem kämen auf die Camper demnächst auch noch GEZ-Gebühren, eine Gelsenwasser-Umlage und höhere Abwassergebühren zu.Nachteile für GeschäftsleuteTerstegen ist davon überzeugt, dass das die Camper nicht mehr bezahlen können. Wenn sie die Gemeinde verlassen, würden Geschäftsleute wiederum über geringere Einnahmen klagen, vermutet er.Karin Strauch ist überdies davon überzeugt, dass sich die Steuer wie im Kreis Velen nicht rechnen wird. "Die hatten mehr Ausgaben als Einnahmen und haben das Ganze für gescheitert erklärt."
Weitere Artikel
Isoliertechnik Huber hat für alles eine Lösung
24. Mai 2012 16:55 Uhr
Wenn´s kalt oder warm bleiben soll, eine Anlage zu laut ist oder nicht brennen darf, kommt die Firma Alfred Huber Isoliertechnik ins Spiel. Die sich an der Lortzingstraße dort angesiedelt hat, wo früher Schützenfeste gefeiert wurden. ...zum Artikel
Täter lassen das Mausen nicht
24. Mai 2012 16:37 Uhr
Hausbesitzer und Wohnungseigentümer können nicht vorsichtig genug sein: Die Zahl der Einbrüche in Dorsten ist auffällig hoch. Gerade auch tagsüber schrecken geübte Gruppen nicht vor dem Zugriff auf fremdes Eigentum zurück. Die Polizei mahnt seit längerem bessere Sicherungsmaßnahmen an Fenstern und Türen an. ...zum Artikel
Unbekannte Jugendliche hinterlassen Spur der Verwüstung
24. Mai 2012 16:13 Uhr
Verkohlte Überreste von Feuerstellen auf den Parkplätzen, stinkender Unrat aus umgestürzten Mülltonnen, Glasscherben von zerschlagenen Flaschen auf der Skater-Bahn, achtlos im Gebüsch liegende, geklaute Fahrräder nicht tatenlos verfolgt Christian Joswig die Resultate der Auswüchse rund um den Treffpunkt Altstadt, die zunehmend das öffentliche Ärgernis erregen. ...zum Artikel
Lokalsport:
Das Lokalarchiv bei westline
Im Lokalarchiv von westline sind rund 1,9 Millionen Artikel zwischen Anfang 2001 und dem 31. Dezember 2009 gespeichert. Enthalten sind Artikel aus den Bereichen Lokalnachrichten und Lokalsport, die auch online verfügbar waren.
Hier geht es zum Lokalarchiv