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Pannenhelfer Bernhard Wiemann leistet "ErsteHilfe. Foto: Bock

Über 300 Pannen am Tag

Frost schafft Ärger mit dem Auto

07. Februar 2012 21:01 Uhr von Ulrike Boehm-Heffels | Quelle: Ruhr Nachrichten

Dortmund Nichts geht mehr, der ADAC ertrinkt in Arbeit. Die Kälte legt alles lahm, was sonst rollt: In den letzten sieben Tagen hatten wir die drei pannenreichsten in der gesamten ADAC-Geschichte, überblickt Dr. Peter Meintz, Sprecher des ADAC-Westfalen. Meist ist es die Batterie, die schlapp macht. Dieselfahrer können jedoch noch ganz andere Probleme bekommen.

Im Großraum Dortmund rückten die Helfer im gesamten Jahr 2011 zu 41 700 Pannen heraus, etwa 100 am Tag. Aktuell sind es drei- bis viermal so viele. Alle im Einsatz "Wir sind nicht mehr in der Lage, alle Pannen zu beheben, die Leute müssen sich mehrere Stunden gedulden. Dabei haben wir alles im Einsatz. Wir holten Mitarbeiter aus dem Urlaub und von zu Hause, als sie gerade Überstunden abfeierten, haben die privaten Abschleppdienste dazu gebeten und an Taxifahrer appelliert, Pannenhilfe zu leisten", so der Sprecher. Allein 24 Mitarbeiter des ADAC sind rund um die Uhr im Dienst, "alles, was rollt", sagt Meintz und ergänzt: "Die Pannenfahrer haben in den letzten vier Tagen so viel gearbeitet wie sonst in eineinhalb Wochen."

Autos zu alt und schlecht gewartet

Es sind einfach zu viele Autos mit alten Batterien unterwegs. Dr. Peter Meintz macht gleich mehrere Faktoren aus: "Noch niemals hatten wir eine so lange und extreme Wetterlage, die sich gleich über das gesamte Bundesgebiet erstreckt. Die Autos in Dortmund sind im Schnitt fast neun Jahre alt, auch die Abwrackprämie hat nur vorübergehend etwas gebracht, denn die Neuwagenquote blieb bis heute gering. Dann sind zu viele Autos schlecht gewartet, und selbst mittelalte Batterien funktionieren bei diesen Extrem-Temperaturen deutlich langsamer".

Überbrückungskabel bereithalten

Die meisten Havaristen im Straßenverkehr strauchelten vor der eigenen Haustür, morgens auf dem Weg zur Arbeit, oder nach Feierabend, auf dem Weg nach Hause. "Selbst, wenn morgens noch die Batterie anspringt, kann ihr nachmittags schon der Saft ausgehen, wenn nur sieben Kilometer Fahrstrecke dazwischen liegen, und sie sich nicht ausreichend aufladen konnte", sagt Meintz. Er appelliert im gleichen Atemzug an die Nachbarschaftshilfe: Jeder, der ein Überbrückungskabel habe, solle seine Hilfe anbieten.

Kein Benzin zum Diesel mischen

Dieselfahrer in Dortmund sind wohl noch nicht mit eingefrorenem Motor liegen geblieben, wie andernorts. Dem ADAC jedenfalls ist kein Fall bekannt. Laut Meintz sei in unserer Region der Kraftstoff bis zu 22 Grad minus ausgelegt, mancher Diesel sogar bis 28 Grad unter Null, bevor er ausflocke und einfriere. "Es gibt Flüssigkeiten, die das Ausflocken verhindern", so sein Tipp. Er warnt aber eindringlich davor, Benzin in ein modernes Diesel-Fahrzeug zuzumischen, wie früher üblich: "Das gibt Motorschäden, für die man sich bei Autos der gehobenen Klasse einen Kleinwagen dazu kaufen könnte."


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