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Das Dortmunder Ermittlerteam: Jörg Hartmann, Anna Schudt und Aylin Tezel.

Geheimnisse gelüftet: Wenig Stadtbilder, mehr Schreibtischarbeit

12. Oktober 2011 18:27 Uhr von Uwe Becker | Quelle: Ruhr Nachrichten

Dortmund ist im "Tatort"-Fieber. Die Stadt bekommt ihren eigenen Krimi. Und die ersten Geheimnisse um die vier Ermittler um Hauptkommissar Peter Faber, gespielt von Jörg Hartmann, sind bereits gelüftet. Dabei soll es mehr um ihre Arbeit, als um ihr Privatleben gehen.

Frank Tönsmann hat sich in Dortmund gut umgeschaut. Und dabei Fördertürme entdeckt. Von der City aus seien die zu sehen, sagt der WDR-Redakteur, zuständig für den neuen Tatort aus der Westfalenmetropole.Das ist Unsinn, doch ohne Förderturm wird es wohl nicht gehen im dritten Sonntagabendkrimi aus NRW. Vier Kommissare sollen ab Herbst 2012 Schwerverbrechen in der Stadt aufklären, angeführt von Kriminaloberkommissar Peter Faber, Chef der Mordkommission und gespielt von Jörg Hartmann, Mime mit Ruhrgebiets-Hintergrund. Geboren in Hagen und aufgewachsen in Herdecke, "ist er nicht nur deshalb die Idealbesetzung", sagt WDR-Fernsehspielchef und Tatort-Koordinator Gebhard Henke.Vier ErmittlerEr verrät auch, dass man am Tatort Dortmund neue Wege gehen will: "Vier Ermittler - das gab es noch nie." Die werde man viel bei originärer Polizei-Arbeit sehen. "Working Place Drama" nennt es der Experte, wenn die Zuschauer virtuell öfter mal am Schreibtisch der Akteure stehen dürfen: "Von deren Privatleben wird man zumindest in den ersten Folgen nicht viel erfahren", sagt Redakteur Tönsmann. Auch in die Wohnungen soll niemand blicken dürfen: "Es sei denn, einer nimmt mal einen anderen auf ein Bier mit heim."Soviel aber sei dann doch verraten: Kripomann Peter Faber ist gebürtiger Dortmunder, hat aber in den letzten Jahren als Ermittler in Lübeck gearbeitet. Nun kehrt er als Dienststellenleiter in seine Heimatstadt zurück und wird seiner Kollegin Martina Bönisch, gespielt von Anna Schudt, vor die Nase gesetzt, die sich selbst Hoffnung auf den Posten gemacht hat: "Wir wissen, dass es diese Situation schon in einigen Tatorten gegeben hat, aber wir werden sie überraschend auflösen", verspricht Gebhard Henke. Dritte im Bunde ist die junge Kommissarin Nora Dalay, verkörpert von Nachwuchs-Star Aylin Tezel. Nora hat türkischen Migrationshintergrund, spricht aber perfekt Deutsch.Rolle nicht besetztDie vierte Rolle, ein Mann namens Daniel Kossik, ist noch nicht besetzt. Den Polizeibeamten wird natürlich wieder ein veritabler Gerichtsmediziner zur Seite stehen. Vielleicht ist er der Mann, der für den Schuss Humor sorgt, den die Macher versprechen: "Der wird typisch Ruhrgebiet sein, trocken, schwarz und geraderaus", weiß Gebhard Henke. Der Name des Pathologen steht noch nicht fest. Da ist man, wie auch in Sachen Schauspieler, noch in der Findungsphase. Eine Kopie des erfolgreichen Münsteraners Professor Boerne wird es aber nicht geben. "Der", so Henke, "ist einmalig."Auf der Suche sind die Produzenten derzeit auch nach dem finalen Drehbuch, das die Grundlage bildet für die Dreharbeiten, die im März kommenden Jahres beginnen sollen. Drei Mal wurde es bereits geändert: "Aber das ist normal, wir sind gut in der Zeit", lächelt Frank Tönsmann. Zuviel Dortmund im Bild sollten die Einwohner der Stadt des Deutschen Fußballmeisters nicht erwarten: "Wir sind verpflichtet, kostensparend zu arbeiten. Und dem Zuschauer ist es ja letztlich egal, ob die Kulisse des Präsidiums in Dortmund steht oder an einer Kölner Produktionsstätte", sagt Gebhard Henke. Wissend, dass die Bürgermeister der Tatort-Städte sich viel Lokalkolorit wünschen: "Aber wir sind ja keine Tourismusförderer.Leiche im U-TurmIn jedem Fall wollen Regie und Autoren versuchen, den Strukturwandel zu dokumentieren, den die Stadt gut hinter sich gebracht habe. Vielleicht mit einer Leiche im U-Turm, den Gebhard Henke faszinierend findet, und den er gerade noch mit dem kreativen Kopf der Sache, Regisseur Adolf Winkelmann, besucht hat."Fußball wird sicherlich auch mal ein Thema sein", stellt Frank Tönsmann in Aussicht. Auf eine Gastrolle von BVB-Trainer Jürgen Klopp will er sich nicht festlegen. Dann schon lieber auf die Fördertürme.


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