Forschung nach den Wurzeln der Europäer
Genetiker aus Münster lösen Rätsel um Eselskelett aus Pompeji
14. November 2010 15:41 Uhr | Quelle: Westfälische Nachrichten
Münster/ Cambridge Das Rätsel um ein 2.000 Jahre altes mysteriöses Skelett, das in der antiken Stadt Pompeji ausgegraben wurde, ist gelöst. Bei dem Fund handelt es sich nicht wie zunächst vermutet um eine neu entdeckte ausgestorbene Pferderasse.
Es handelt sich um das Skelett eines Esels. Das haben Forscher der Universität Münster in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge herausgefunden."Zu dem Irrtum ist es gekommen, weil das Skelett des Eselchens neben denen von vier Pferden gefunden wurde", sagte der Wissenschaftler Peter Forster vom Institut der Forensischen Genetik der Universität Münster. "Bei den Ausgrabungen scheint sich etwas Pferde-DNA mit den Überresten des Esels vermischt zu haben."
Bedeutend sei diese Fehlerkorrektur nicht nur für die Archäologie und die Erforschung der Herkunft von Pferd und Esel. "Über die Geschichte des Pferdes versuchen wir herauszufinden, woher wir Europäer vor mehr als 7000 Jahren mit der indogermanischen Kultur gekommen sind", sagte Forster. "Denn eine Theorie besagt, dass wir als Steppenvolk per Pferd nach Europa gekommen sind." Die in Pompeji angeblich neu entdeckte ausgestorbene Pferderasse habe das Forscherteam daher sehr verwirrt.
Die römische Stadt Pompeji war 79 nach Christus bei dem Ausbruch des Vulkans Vesuv unter einem Ascheregen begraben und konserviert worden. Die Ausgrabungsstelle gilt als eine der wichtigsten archäologischen Quellen zur Erforschung des antiken Roms.
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