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LWL-Direktor Wolfgang Kirsch: "Schwerste Finanzkrise des Verbandes überhaupt."

Vorfälle zwischen 1945 und 1980

Tausende Heimkinder misshandelt - LWL bittet um Entschuldigung

14. Dezember 2010 13:09 Uhr von Stefan Bergmann | Quelle: Münstersche Zeitung

Münster LWL-Direktor Wolfgang Kirsch hat am Dienstag ehemalige Heimkinder um Entschuldigung gebeten, die zwischen 1945 und 1980 in Einrichtungen des Landesjugendamtes missbraucht worden sind. Die erschreckende Zahl: Es gibt bis zu 120 000 Opfer.

Eine aktuelle Studie belegt: In den 120 Heimen des Amtes, aber auch in vielen anderen Heimen, wurde jahrzehntelang die "schwarze Pädagogik" praktiziert. Kinder wurden gequält, mussten Zwangsarbeit leisten, wurden geschlagen, gefesselt.

Kirsch: "Wir bekennen uns zu unserer Schuld. Wir sind unserer Verantwortung nur unzureichend nachgekommen", so Kirsch. Beschwerden ignoriert Rund 6000 bis 9000 Kinder pro Jahr wurden in den Heimen beaufsichtigt. Sowohl in den eigenen Heimen des Landesjugendamtes, als auch in Heimen anderer Träger, beispielsweise der beiden Kirchen. Auch über diese Heime hatte das Landesjugendamt die Aufsicht.

Doch dieser Aufsicht sei das Amt nicht nachgekommen, Beschwerden von Kindern seien ignoriert worden, die kurzen Besuche des Amtes in den Heimen hätten nicht das Ziel gehabt, eine echte Kontrolle zu sein, kritisierte Prof. Dr. Bernd Walter, Leiter des Institutes für westfälische Regionalgeschichte. Er hatte in den vergangenen drei Jahren eine Dokumentation der Missstände in den Heimen erarbeitet.

Am Nachmittag werden rund 120 Teilnehmer einer Tagung über die Ergebnisse der Studie informiert. Die Hälfte von ihnen sind Heimkinder. "Ich werde meine Entschuldigung heute Nachmittag wiederholen", kündigte Kirsch während der Pressekonferenz am Dienstag an.


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