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Das Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia darf erweitert werden. Foto: Erik S. Lesser

USA genehmigen erstmals wieder neue Atomreaktoren

10. Februar 2012 11:33 Uhr

Washington (dpa) Die US-Regierung hat erstmals seit mehr als 30 Jahren den Bau neuer Atomreaktoren genehmigt. Das Unternehmen Southern Company erhalte Lizenzen, sein bestehendes Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia zu erweitern.

Das teilte die Regulierungsbehörde NRC am Donnerstag in Washington mit. Es ist die erste derartige Genehmigung seit dem schweren Atomunglück 1979 im Atommeiler Three Mile Island bei Harrisburg (Pennsylvania). Dort waren bei einer teilweisen Kernschmelze große Mengen radioaktiver Strahlung ausgetreten.

Southern Company bezeichnete die Lizenzvergabe in einer Mitteilung als «monumentale Leistung». Es handele sich um eine 14 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro) große Investition, die letztlich bis zu 25 000 neue Arbeitsplätze schaffe. Die beiden neuen Reaktoren sollen 2016 und 2017 ans Netz gehen.

Das Unternehmen hatte von der Regierung Garantien für Kredite über acht Milliarden Dollar erhalten. US-Präsident Barack Obama ist ein Verfechter der Kernkraft. Der Ausbau des Netzes von mehr als 100 alten und alternden Reaktoren, die in den USA rund ein Fünftel der Elektrizität produzieren, gehört zu den Säulen seiner Energiepolitik. Obama sieht in der Kernkraft eine von mehreren Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

Für eine große Kernkraft-Renaissance in den USA gibt es laut «Washington Post» aber keine Anzeichen. Fast alle der rund 30 geplanten Projekte lägen auf Eis, weil die Baukosten zu hoch seien und Naturgas günstiger. Zuletzt war in den USA 1996 ein Atomreaktor fertiggestellt worden. In dem Kraftwerk im Staat Tennessee wird schon seit längerem an einem zweiten Reaktor gearbeitet.

Das fünfköpfige Kontrollgremium der NRC ließ die Erlaubnis für Vogtle in einem Mehrheitsentscheid mit einer Gegenstimme passieren. Der Vorsitzende Gregory Jaczko habe deutliche Sicherheitsbedenken vorgebracht, berichtete die «Washington Post». Er fordere eine verbindliche Zusage des Unternehmens, die neuen Anlagen nach schärferen Sicherheitsstandards zu betreiben. An diesen neuen Standards arbeitet die Behörde seit der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011.

Zahlreiche Anti-Atom-Organisationen kündigten juristischen Widerstand gegen die NRC-Entscheidung an. Ihrer Ansicht nach hat die NRC das Gesetz gebrochen. Die Lehren aus Fukushima habe die Behörde bei der Lizenzvergabe unbeachtet gelassen. Der NRC liegen derzeit insgesamt rund 20 Anträge für den Bau neuer Reaktoren vor.


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