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Trennung zwischen Schule und Privatleben

In Hamm gehen Lehrer mit "Zweitprofil" auf Facebook

07. Februar 2012 13:06 Uhr | Quelle: westline

Hamm Sollen Lehrer auf Facebook mit ihren Schülern "befreundet" sein? Sollen Schüler den "Gefällt mir"-Button bei Lehrerin klicken? In Hamm löst die Karlschule das Problem mit einem "Zweitprofil" für die Lehrer.

Chatten mit Bedacht: Die Hammer Karlschule ist mit einer Facebook-Selbstverpflichtung einer der Vorreiter unter den Schulen in Deutschland. Die Lehrer der Hauptschule dürfen nur noch über ein speziell eingerichtetes Zweitprofil mit ihren Schülern kommunizieren. So soll zum Beispiel verhindert werden, dass Schüler private Einträge oder Fotos ihrer Lehrer im sozialen Netzwerk sehen können.

„Über Facebook habe ich einen extrem schnellen Draht zu meinen Schülern, ihre Lebenswelt ist besser greifbar und viele sind eher bereit, über Probleme zu chatten als diese in einem Vier-Augen-Gespräch zu besprechen“, erklärt die Deutsch- und Biologielehrerin Marie-Theres Johannpeter. Regelmäßig erhält sie über das soziale Netzwerk sogenannte Freundschaftsanfragen ihrer Schüler und bietet dort auch offene Sprechstunden an.

Bedenken der Lehrer

Trotz der Vorteile gab es Bedenken im Kollegium der Karlschule gegenüber der Internetplattform. „Es wurde zum Beispiel befürchtet, dass Schüler lesen, was sich die Lehrer untereinander schreiben“, berichtet die 28-jährige Pädagogin.

Deshalb verpflichteten sich die Lehrer der Hammer Schule, nur über ein spezielles Zweitprofil mit den Schülern zu chatten oder Informationen auszutauschen. „Frau Johannpeter“ heißt dieses im Fall der Deutsch- und Biologielehrerin. „Der Respekt muss erhalten bleiben. Deshalb sehe ich mir auch keine Partyfotos der Schüler an“, fasst sie zusammen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält die Hammer Selbstverpflichtung für sinnvoll. „Das Thema Facebook wird zurzeit stark unter Lehrern diskutiert, und es ist hilfreich, wenn es ein gemeinsames Grundverständnis an den Schulen gibt“, sagt die Vorsitzende der GEW in NRW, Dorothea Schäfer. Gerade jüngere Lehrer gingen ihrer Erfahrung nach unbefangen mit Medien um, dabei sei die Kommunikation über die Internet-Netzwerke eine Gratwanderung. „Es ist wichtig, dass sich Lehrer ihrer Rolle bewusst sind. Man würde nicht im Unterricht über die Erlebnisse des Wochenendes sprechen, also teilt man das auch nicht über Facebook mit den Schülern.“


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