Von Abstiegskandidaten zu Aufstiegshoffnungen
Der OWL-Aufschwung: Arminia und Paderborn im Aufwind

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Bielefeld/Paderborn – Fast abgestiegen, in letzter Sekunde gerettet - und nun mit Blick nach oben: Zwei Überraschungen dieser Saison sind Arminia Bielefeld und der SC Paderborn. Beide übertreffen die Erwartungen deutlich. Aber wie kommt es dazu?

Bei Arminia Bielefeld ist er Erfolg eng verknüpft mit Jeff Saibene. Seit er gegen Ende der letzten Saison Trainer ist, läuft es sportlich wieder. Zunächst vermied der Club den Abstieg - am vorletzten Spieltag 2017 mit einem 6:0-Sieg gegen Braunschweig. Jetzt hat Arminia fast noch Chancen auf den Relegationsplatz. Sechs Punkte, fünf Spieltage... da ist noch etwas drin. 

Auch spielerisch hat die Mannschaft sich entscheidend weiterentwickelt, so dass die Fans in dieser Saison viele schöne Spielzüge zu sehen bekamen. Dazu tragen auch wichtige Neuzugänge wie Stefan Ortega, Konstantin Kerschbaumer oder Patrick Weihrauch bei. Gerade Ortega rettete der Arminia in der Hinrunde viele Punkte. Kerschbaumer und Weihrauch hingegen erzielten wichtige Tore.

Trotz alledem sind die Verantwortlichen zurückhaltend. Die wohl engste Liga im europäischen Profifußball sorgt dafür, dass die Chance, vom sechsten Platz noch auf einen Abstiegsplatz zu rutschen, relativ hoch ist. Die Euphorie und die Weiterentwicklung sind in Bielefeld jedoch nicht zu verkennen.

Die noch größere Überraschung stellt der SC Paderborn dar. Aktuell ist der Verein Spitzenreiter der 3. Liga und darf sich berechtige Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Dabei war der Club letzte Saison offiziell in die Regionalliga abstiegen. Nur durch den Zwangsabstieg von 1860 München durften sie in der Liga bleiben. Dementsprechend waren die Erwartungen an die Mannschaft nicht sonderlich groß. 

Dass es stattdessen so gut läuft, überrascht viele. Trainer Steffen Baumgart schaffte aber die Wende und brachte dem SC nach zwei katastrophalen Jahren den Erfolg zurück. Immerhin erreichte der SCP sogar das Viertelfinale des DFB-Pokals. Gerade Spieler wie Sven Michel oder Marlon Ritter sind mit dem Erfolg in Verbindung zu bringen. Allerdings hat sich die gesamte Mannschaft deutlich gesteigert.

Die Konkurrenz hatte sich zwischenzeitlich herangekämpft, aber das Team fing sich. Der Vorsprung auf Platz vier beträgt nun 9 Punkte. In Paderborn deutet alles auf den Wiederaufstieg hin. 

Der Erfolg ist also zurück in Ostwestfalen. Momentan jedenfalls. Wie schnell es auch wieder zu Misserfolgen und Horrorszenarien kommen kann, haben beide Vereine in den vergangenen Jahren selbst miterlebt. Daher werden sowohl die Fans als auch die Verantwortlichen weiterhin die demütig an die Sache herangehen. Aber mit etwas Glück kann die Saison mit einem Doppelaufstieg beendet werden. Ostwestfalen würde sich freuen, allen Rivalitäten zum Trotz.