Fanforscher und DFB/DFL-Vertreter im Talk
Zwischen Sicherheit und Fankultur – Diskussionsrunde im Fußballmuseum

Das Fußballmuseum in Dortmund. (Foto: Ahlers)
"Ohne Fans wär hier gar nix los!" im Fußballmuseum in Dortmund. (Foto: Ahlers)
Netter Ausblick aus dem Fußballmuseum... (Foto: Ahlers)
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Dortmund – Im Fußballmuseum zu Dortmund fanden sich am Donnerstagabend eine ganze Reihe Experten zu einer Podiumsdiskussion ein - Thema: Das leidige, angespannte Dreieck zwischen Sicherheitspolitik, Fankultur und den Vereinen. Jan Ahlers fasst den Abend zusammen.  

Zum Thema: Fanforscher Pilz über mehr Druck der Fans

"Ohne Fans wäre hier gar nix los!" lautete der Titel der vom kicker-Sportmagazin initiierten Gesprächsrunde - das war als ein erstes deutliches Zeichen zu werten, in welche Richtung die Diskussion gehen sollte: In Zeiten, in denen sich nicht wenige Anhänger von ihrem eigenen Klub oder den Sicherheitsbehörden im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten fühlen, sollte die Wichtigkeit der Anhänger in deutschen Stadien untermauert werden.

Ein durchaus prominenter Expertenkreis hatte sich dafür im Fußballmuseum am Dortmunder Hauptbahnhof eingefunden: Neben Große Lefert nahmen unter anderem der renommierte Fanforscher Gunter A. Pilz sowie DFL-Direktor für Fanangelegenheiten Ansgar Schwenken teil, dazu gesellten sich Daniela Wurbs (Sprecherin der Vereinigung "Football Supporters Europe") sowie Michael Gabriel, Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekt.

"Die Vereine müssen sich stärker vor die eigenen Fans stellen"

Unter der Moderation von kicker-Chefredakteur Jörg Jakob entwickelte sich eine muntere Gesprächsrunde, allen voran Pilz und Gabriel erläuterten ihre Sicht der Dinge und untermalten dies mit anschaulichen Beispielen. Der Grundtenor war eindeutig: "Die Kommunikation zwischen Verein und Polizei ist verbesserungswürdig", erntete Gabriel Applaus und ergänzte: "Viele Fans würden sich wünschen, dass der Klub sich stärker vor die eigene Anhängerschaft stellt."

Von Große Lefert hingegen hätten sich einige vielleicht nähere Erklärungen zur Sicht der Dinge vonseiten des DFB gewünscht. Nicht jeder wurde mit Aussagen wie "Verbesserungspotenzial gibt es auf allen Seiten" oder "Wir haben in Deutschland sichere Stadien" glücklich. Das war nichts Neues, das ist schon länger durchgekaut.

Der DFB "sucht nach positiven Veränderungen im erlaubten Rahmen"

Konkret wurde er nur selten - einen Punkt aber erläuterte er ausführlich: "Wir suchen nach positiven Veränderungen im erlaubten Rahmen, beispielsweise einer Vereinheitlichung der Mitnahme von Fanutensilien bei Auswärtsspielen." Noch gibt es von Stadion zu Stadion unterschiedliche Richtlinien, etwa welche Anzahl an Fahnen mitgenommen werden und wie groß diese ausfallen dürfen.

Das Unwort Pyrotechnik fiel am gesamten Abend außergewöhnlich selten, kurz lediglich wurde die Zündelei der BVB-Fans während des Pokalfinales angerissen. Eine Strafe ist wohl unumgänglich, es ist schließlich längst nicht das erste Mal. Aber Michael Gabriel stellte umgehend klar: "Es würde nichts helfen, wenn beim kommenden Pokalfinale keine BVB-Fans in das Stadion dürften." Damit würde lediglich eine weitere Chance vergeben, den Dialog zu finden - alle Betroffenen würden sich als Opfer sehen. Ein chronisches Problem der Kollektivstrafen.

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