Deutsches Fußballmuseum
Das Fußballmuseum in Dortmund und die "Goldene Generation"

Der deutsche Fußball wurde im Oktober 2015 mit einem eigenen Fußballmuseum gewürdigt. (Bildnachweis: zentilia – 44593681 / Shutterstock.com)

Im Oktober des letzten Jahres wurde in Dortmund das Deutsche Fußballmuseum eröffnet. Seitdem gab es von vielen Seiten kritische Stimmen. Die "Zeit" betitelte die Einrichtung sogar als Provinzmuseum. Wir betrachten das Deutsche Fußballmuseum genauer und klären die Frage, ob es wirklich so schlimm ist.

Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund – Fakten und Informationen

Seit dem Oktober des letzten Jahres können Fußballfans in Dortmund ein spezielles Museum zum Thema Fußball besuchen. In den verschiedenen Themenbereichen der Einrichtung haben Besucher die Möglichkeit die sportlichen, politischen, kulturellen, sozialen und ökonomischen Aspekte des deutschen Fußballs kennenzulernen.

Folgende wichtige Eigenschaften zeichnen das Deutsche Fußballmuseum aus:

  • das Museum ist ausdrücklich besucherorientiert gestaltet

  • bietet eine hohe Erlebnisqualität

  • die Einrichtung verfügt über modernste Ausstellungskonzepte und -medien

  • soll ein Ort des Bewahrens und Ausstellens sein

  • soll ein Forum für Begegnung und Diskussion sein

  • im Haus finden Veranstaltungen wie Preisverleihungen, Pressekonferenzen, Lesungen oder TV-Produktionen statt

  • spezielle Führungen für Schüler

Europameisterschaft 2016 als Chance – Holt die "Goldene Generation" den Titel?

Der ganze Stolz des Deutschen Fußballmuseums Dortmund, wo der BVB zu Hause ist, ist eine kleine runde Halle in der Einrichtung, die den Gewinn der Weltmeisterschaft durch das deutsche Team im Jahr 2014 als Thema behandelt. Auch als Besucher wird man schnell merken, dass dies der wichtigste Bereich des Museums ist. Beschäftigt man sich mit den Vorhersagen der Buchmacher, bei denen man sich auch einen Bonus sichern kann, gilt die deutsche Fußballnationalmannschaft, die von Bundestrainer Joachim Löw trainiert wird, als Favorit auf den Titel der kommenden Europameisterschaft. Die sogenannte "Goldene Generation" des Fußballs könnte ihre erfolgreiche Laufbahn mit dem EM-Titel weiter krönen und zu einer der erfolgreichsten Mannschaften der Geschichte des deutschen Fußballs werden.

Die Architektur des Deutschen Fußballmuseums

Die Architektur des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund ist vor allem durch Transparenz, Dynamik und Funktionalität geprägt. Es ist ein Neubau des Düsseldorfer Architekturbüros HPP Hentrich-Petschnigg & Partner und musste in der Vergangenheit viel Kritik einstecken. So wurde es z. B. als "Provinzmuseum" bezeichnet.

Mit den folgenden Merkmalen lassen sich die architektonischen Eigenschaften des Deutschen Fußballmuseums treffend beschreiben:

ARCHITEKTONISCHES MERKMAL

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Transparenz und Offenheit

  • in der repräsentativen Fassade wurden viele große Glasflächen verwendet

  • der Eingangsbereich ist beinahe komplett verglast

  • durch die imposanten Glasflächen repräsentiert das Museum eine offene und einladende Atmosphäre

herausragende Lage

  • das Museum befindet sich direkt gegenüber dem Hauptbahnhof in Dortmund und profitiert dadurch von einer perfekten Verkehrsanbindung

  • die Einrichtung kann in seinem Umfeld als perfekte Ergänzung zur Kultur- und Kunstmeile der Stadt gesehen werden

Aufteilung des Baukörpers

  1. ein Podium, das zwischen den angrenzenden Niveaus vermittelt

  2. ein durchlaufender, lichtdurchfluteter und öffentlicher Raum mit Foyer, Gastronomie, Multifunktionsarena und Wechselausstellungsbereich

  3. ein scheinbar schwebender geschlossener Körper, in dem sich die Dauerausstellung befindet

moderne LED-Fassade

  • ist schon von Weitem zu erkennen

  • Bereitet die Besucher auf das Thema Fußball vor

  • befindet sich an der Stirnseite des Museums

  • verschiedene Einstellungsmodi möglich

  • gewährt einen ersten Einblick in das Ausstellungserlebnis

 

Fazit: Das Deutsche Fußballmuseum - Provinzbau oder moderne Architektur?

In unseren Augen ist das Deutsche Fußballmuseum keinesfalls ein "Provinzmuseum". Ein entscheidender Grund ist mit Sicherheit die offene und transparente Architektur des Baus. Außerdem ist er Baukörper thematisch in verschiedene Bereiche eingeteilt die sich jeweils durch bestimmte architektonische Merkmale auszeichnen. Dies ist durchaus ein moderner Ansatz, der sich sehen lassen kann und den Vergleich zu anderen modernen Museumsbauten nicht zu scheuen braucht.

Weiterhin wurde bei der Gestaltung des Museumsumfeldes auf lichtdesigntechnische Aspekte (Lichtimpulse schießen Richtung Eingang und leiten die Besucher ins Foyer) geachtet, was ebenfalls für eine moderne Atmosphäre sorgt. Wir sehen aus architektonischer Sicht keinen Grund das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund als Provinzbau zu bezeichnen. Der Baukörper präsentiert sich als aufgeständerte Box mit keilförmigen Einschnitten an der Ost- und Westseite. So nimmt das Gebäude den angrenzenden Stadtraum auf und entwickelt eine ganz besondere Dynamik.