Lotte, Bochum und...?
Trainer aus Westfalen: Atalan ist nach Bochum-Aus wieder verfügbar

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Viele Profivereine setzen momentan auf junge Trainer. Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco sind prominente Beispiele. Aber auch der Westfale Ismail Atalan genießt dank erfolgreicher Jahre in Lotte einen guten Ruf und gilt als Trainer der Zukunft. Das kurze und wilde Intermezzo beim VfL Bochum dürfte ihm nicht geschadet haben.  

Zugänglich, lernwillig und kommunikativ – so hat sich Ismail Atalan nicht nur als Trainer der Sportfreunde Lotte präsentiert, sondern auch beim VfL Bochum. Als sich der Zweitligist Mitte Juli mehr oder minder überraschend von Gertjan Verbeek trennte, klingelte im münsterländischen Senden das Telefon. Am Hörer: Der 37-jährige Ismail Atalan.

Manager Christian Hochstätter, der sich mit dem ambitionierten Coach bereits Monate zuvor getroffen hatte, lotste ihn binnen weniger Stunden aus die Provinz in die Ruhrmetropole. Die Sportfreunde erteilten ihrem Erfolgstrainer schweren Herzens die Freigabe, versüßt von einer kleinen Ablöse.

Nur neun Spiele in Bochum

91 Tage später endete Atalans Engagement beim Traditionsklub bereits wieder. Das kam für Trainer und Mannschaft gleichermaßen überraschend. Das Feedback der Spieler war positiv, sie schätzten den jungen Übungsleiter für seine kreative Trainingsarbeit, für seine Offenheit und seinen mutigen Angriffsfußball.

Letztendlich wurde Atalan vor allem die hohe Erwartungshaltung in Bochum zum Verhängnis. Der VfL peilt den Aufstieg in die Bundesliga an, doch „Isi“, wie ihn in Lotte und Bochum alle nannten, fehlten die Ergebnisse. Der Saisonstart verlief unglücklich, der VfL verlor trotz guter Leistungen fünf der ersten neun Partien. Atalan, der die Mannschaft erst zwei Wochen vor Saisonbeginn übernahm, fehlte die Zeit und die Rückendeckung, dem Verein die Geduld.

Neue Herausforderung gesucht

Atalan, dessen steiler Aufstieg bemerkenswert ist, wurde erstmals ausgebremst. Profifußballer war er nie, stieg binnen weniger Jahre vom Kreisliga- zum Berufstrainer auf. Auf den Zettel diverser Zweitligisten kam der ehrgeizige Fußballlehrer erstmals, als er mit Lotte in die dritte Liga aufstieg, eine gute Saison spielte und im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale vorstieß.

Doch wie geht es nach seinem kurzen Intermezzo in Bochum weiter für ihn? Atalans Vertrag beim VfL läuft zwar noch bis 2019, doch der Familienvater wäre wieder verfügbar. Und man darf davon ausgehen, ihn schon bald wieder im Profigeschäft zu erleben – ob in Westfalen oder außerhalb dessen.

 


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