3. Liga mit an Board
Mehr Realismus auf dem Platz - Fifa18 im westline-Test

Thomas Müller mit dem Versuch ein Tor zu erzielen. Ob ihm das in Fifa18 besser gelingt als derzeit auf dem echten Platz? (Screenshot: Electronic Arts)
Das Santiago Bernabeu in Madrid. In der Videospielumsetzung... (Screenshot: Electronic Arts)
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Jedes Jahr im Herbst fiebern Fans der Serie dem Verkaufsstart der neuen Fifa-Version entgegen. So war das auch in diesem Jahr. Seit Freitag ist Fifa18 auf dem Markt erhältlich. Wir haben uns die neue Version genauer angesehen. Mit dabei ist erstmals die deutsche 3. Liga. Und wir treffen den jungen Alex Hunter wieder. Neben vielen Stärken hat das Spiel jedoch auch ein paar Schwächen. Der westline-Test zu Fifa18...

Die 3. Liga mit an Board
Erstmals dürfen auch Fans von Preußen Münster oder dem SV Meppen in Fifa jubeln. Denn erstmals hat Electronic Arts eine Vereinbarung mit dem DFB getroffen, um die 3. Liga ins Spiel einzubauen. In Einzelspielen, in der Liga und im Karrieremodus ist es nun möglich, den SC Preußen in ungeahnte Höhen zu treiben. Und das wenn man denn will, sogar in einem schicken Stadion. Denn in Fifa18 steht keine Stadt im Weg. Neben der 3. Liga ist auch der DFB-Pokal erstmals in Fifa richtig lizensiert. 

Der Story-Modus - Alex Hunter ist wieder da!
Im Vorgänger hat EA erstmals einen Storymodus in ein Fußballspiel implementiert. Der wird in Fifa18 nahtlos fortgesetzt. Und macht echt Spaß. Wir steuern nach wie vor den jungen Alex Hunter, der seinen Weg im Profifußball macht. War der Modus im letzten Jahr noch auf die Premier League und den Durchbruch in Englands erster Liga beschränkt, muss sich Hunter in diesem Jahr für einen Vereinswechsel entscheiden. Doch Ärger mit dem Agenten lässt den ganz großen Wechsel vorerst platzen. Es geht in die USA! Dort will der junge Spieler sich in den Vordergrund spielen.

Die 3. Liga hat es erstmals ins Spiel geschafft. (Screenshot: Electronic Arts)

Der ganze Modus erinnert vom Plot her an eine Soap-Opera, dass ist aber gar nicht schlimm. Die Präsentation ist großartig und vielleicht sogar der größte Pluspunkt für EA. Denn einen Modus wie "The Journey" suchen Spieler im Konkurrenten Pro Evolution Soccer vergeblich. Die zweite Saison der Reise des Alex Hunter führt durch sechs Kapitel. Und bietet immer wieder tolle Minispiele neben dem eigentlichen Geschehen auf dem Platz. Direkt zum Beginn beispielsweise dürfen wir erst einmal eine kleine Session Fifa-Street einlegen. Das freut langjährige Fans der Reihe und sorgt für reichlich Abwechslung auf der Reise durch die Kapitel.

Der Karrieremodus
Im Karrieremodus hat EA kleinere Dinge geändert, aber keine Revolution mitgeliefert. Wir können entweder als Manager oder als Einzelspieler agieren. Als Manager sind wir natürlich für das ganze Team verantwortlich. Die Transferabwicklungen sind in Fifa18 spannender gestaltet als in den Vorgängerteilen. Anstatt bloß in einem Menü zu verhandeln gibt es nun eine schöne Sequenz mit "echten" Verhandlungen. Dazu gibt es nun fixe Abslösesummen und allerlei Klauseln. Das sorgt für mehr Realismus im Kadermanagement. Eine gute Änderung. Leider gibt es nur eine Verhandlungsszene, sodass die Transferverhandlungen trotz all den positiven Änderungen schnell nerven können.

Das Gameplay
Doch sehen wir die Sache mal ganz nach dem legendären Adi Preißler: "Grau is alle Theorie - entscheidend is auf'm Platz"" Also raus auf das Spielfeld! Was direkt in der ersten Partie auffällt, EA hat das Tempo gedrosselt. Es bleibt einem so mehr Zeit, Spielzüge auch mal durchzudenken und besser zu reagieren. Das ist weitaus realisistscher als das stumpfe nach vorne preschen in den letzten Jahren. Zusammen mit neuen Animationen und leicht veränderten Zweikämpfen führt das dazu, dass sich Fifa18 anspruchsvoller als all seine Vorgänger spielt. Das ist ein guter Schritt in Richtung "Simulation". Das Spiel fühlt sich realistischer an als zuvor. 

Die Reise des Alex Hunter geht weiter. The Journey macht auch in diesem Jahr wieder Spaß (Screenshot: Electronic Arts)

Die Stärken
Fifa bildet dank umfangreichen Lizenzpaket mehr oder weniger die ganze Welt des Fußballs ab. Erstmals gibt es auch die 3. Liga Deutschlands. Das freut nicht nur Fans aus Münster, Osnabrück und Co. Die Präsentation der Spiele ist stark, die Kommentare von Frank Buschmann und Wolff Fuss passen und sind für ein Videospiel in Sachen Abwechslung in Ordnung. Mit den Modi "The Journey" und vor allem "Fifa Ultimate Team" lockt EA die Spieler an. Der Umfang des Spiels sorgt dafür, dass Fifa18 sicherlich einige Zeit in der Konsole oder als Shortcut auf dem Desktop verbleibt. 

Die Schwächen
Trotz der Steigerung in Sachen Gameplay hat Konami mit Pro Evolution Soccer auf dem Platz die Nase vorn. Der japanische Konkurrent spielt sich mehr wie Fußball als es Fifa macht. Zu oft bilden sich Lücken in der Verteidigung, die so einfach keinen Sinn machen und die zu ärgerlichen, weil nicht zu verhindernen Gegentreffern führen. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Distanzschüsse. Es ist viel zu einfach, aus 25 oder 30 Metern Tore zu erzielen.

Daneben müssen Fans von Borussia Dortmund beipielsweise in Fifa in diesem Jahr auf den Signal Iduna Park verzichten. Im Karrieremodus hat EA eine tolle Idee umgesetzt und Cut-Scenes für die Transfer- und Vertragsverhandlungen eingeführt. Aber leider wiederholt sich die Szene jedes Mal. Das ist zu schnell zu nervig. 

Fazit
Wie auch schon im Test zu Pro Evolution Soccer geschrieben: Wer den Fußball auch an der Konsole liebt, der kommt an Fifa18 nicht vorbei. Spielerisch mag der Konkurrent von Konami die Nase in diesem Jahr leicht vorn haben, in Sachen Präsentation, Umfang und vor allem auch Zugänglichkeit hat EA auch 2017 wieder die Tabellenspitze inne. Durch Änderungen am Gameplay kommt Fifa dem Begriff Simulation etwas näher, die Atmosphäre in den Spielen ist top und durch unzählige Lizenzen wird die Welt des Fußballs quasi komplett abgedeckt. Wer gerade gut 55 Euro über hat, der kann ohne Angst in das Spiel investieren...

 


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