Neues vom BV Lünen III
474 Minuten...doch dann schlägt's ein

Schei...benkleister. Nach 474 Minuten ohne Gegentor schlägt's im Tor der Lünener ein... (Foto: Dellbrügge)

Lünen – Ärger bei der dritten Mannschaft des BV Lünen. Nach fast 500 Minuten musste die Kreisliga-Truppe am Wochenende wieder einmal ein Gegentor schlucken. Und hat dabei auch noch einen wichtigen Spieler verloren. Florian Dellbrügge schreibt von seinen Erlebnissen im Amateurfußball.

"Scheiße, jetzt ist's passiert!" Das waren meine Gedanken in der 81. Minute unseres Spiels gegen die dritte Mannschaft der Sportfreunde Brackel. Nach mehr als vier kompletten Spielen in Serie fingen wir uns wieder ein Gegentor. Ein unnötiges noch dazu, denn der vorangegangene Freistoß muss nicht gegeben werden. Durch den Gegentreffer endete das Spiel am Sonntag mit 1:1 - wir waren in der ersten Halbzeit in Führung gegangen.

Das Positive? Seit nunmehr sieben Spielen sind wir ungeschlagen. Das ist fast so gut wie die Serie des FC Bayern. Zugegeben, unsere Spiele lassen sich nicht ganz so schön ansehen und haben nicht ganz so viele Zuschauer. Aber bei uns habt ihr mehr Spaß. Und das ist eine Garantie! Und die Bratwurst ist besser, das Bier auch. Und überhaupt, was rede ich hier vom FC Bayern? Ach du meine Güte...

Alte Herren helfen aus

Kommen wir zu weniger schreckhaften Dingen. Nach dem letzten Text, nach dem Derbysieg in Gahmen, sind mittlerweile drei weitere Spiele gespielt. Gegen Kreisliga-C6-Dortmund-Schlusslicht Obereving haben wir 2:0 gewonnen. Das ist zu diesem Spiel aber auch bereits alles, was man freundlich und positiv beschreiben kann. Wir hätten im Vorfeld besser nicht über unser Torverhältnis nachgedacht, sondern über die Art und Weise wie wir Fußball spielen. Das Spiel war so unfassbar schlecht mit anzusehen, ich bin fast geneigt wieder vom FC Bayern zu sprechen. Also lieber schnell weiter.

Die Woche danach ging's nach Dortmund zur zweiten Mannschaft von Alemannia Scharnhorst. Weil bei uns gerade Verletzungsprobleme herrschen (die sich in der Folgewoche verschärfen sollten) wurden wir durch Spieler unserer alten Herren verstärkt. Unser geschätzter Altersschnitt dürfte in diesem Spiel gute 30 Jahre betragen haben. Das ist im Amateurfußball an sich kein Problem, konnte es beim Blick auf den Spielberichtsbogen aber durchaus werden. Der Gegner war geschätzte 20-22 Jahre alt, körperlich fitter.

Bierchen nach dem Spiel

Und doch haben wir alles rausgehauen, was irgendwie in den geschafften, ermüdeten Körpern der Aktiven auf dem Platz enthalten war. Durch bedingungslosen Willen zum Zweikampf und einen gut aufgelegten Torhüter konnten wir die Null über 90 Minuten halten - defensiv wie offensiv. Für uns das Maxmimum in diesem Spiel. Daher waren wir nach der Partie auch zufrieden damit. Und haben, nach gängigen Amateurfußballstandards, darauf mit einem, zwei oder auch drei Bieren angestoßen. Prost!

Leider war die Trainingswoche danach, wetterbedingt, nicht die allerbeste, so das die Vorbereitung auf das Spiel gegen Brackel ein bisschen auf der Strecke blieb. Dennoch konnte ich bei unserer Mannschaft so etwas wie Selbstvertrauen ausmachen. Das ist, wenn ihr uns bisher schon verfolgt habt, ein Riesenschritt nach vorne. Der jedoch nach 20 Minuten jäh beendet wurde.

Einer unserer Motoren und ständigen Antreiber im Mittelfeld war zu Fall gekommen. Zuschauer auf dieser Seite des Spielfelds berichteten nach dem Spiel, sie hätten dabei ein Knacken vernommen. Nur Bruchteile nach dem Aufprall auch direkt der schmerzerfüllte Aufschrei: Die Hand hat den Sturz nicht ganz verpackt, ein Rettungswagen musste anrücken. Inzwischen ist klar das der Spieler operiert werden muss und uns und vor allem auch seinem Arbeitgeber ein längere Zeit fehlen wird. Gute Besserung, auch an dieser Stelle noch einmal! 

Wambel kommt...

Der Rest des Spiels ist dann schnell erzählt: Wir gehen verdient in Führung, stellen danach das Spielen ein und kassieren, nicht unverdient, den Ausgleich. Eben das erste Gegentor nach fast 500 Minuten. Und ich gebe mir selber eine Teilschuld daran. Habe ich wohl schon im Vorfeld der Partie, als ich von bis dato 393 Minuten ohne Gegentor berichtete, schon die Weichen für den Einschlag gestellt? Eine Antwort darauf lässt sich freilich nur schwer finden. 

Aber wie das nun einmal so ist, geht's am Wochenende mit dem nächsten Spiel weiter. Dann kommt der Tabellenführer aus Wambel zu uns, dem Fünften. Angst? Niemals! Wir sind doch schon seit neun Minuten ohne Gegentor...