Mittendrin
Volle Pulle mit BV Lünen, 3. Mannschaft

BV Lünen, 3. Mannschaft (Foto: PF)

Lünen – Der BV Lünen ist ja der älteste Klub der Stadt, sagt er. Aber gut drauf ist er, sogar die dritte Mannschaft. Unser Autor Florian Dellbrügge ist mittendrin und das zieht er jetzt auch durch. 

"In der Vorbereitung müssen wir dieses Mal aber echt durchziehen Männer!" Ein Klassiker in der Kreisliga. Dem so gut wie nie Taten folgen. Ich kenne das. Auf dem Trainingsplan steht traditionell bei vielen, vielen Mannschaften auch gleich der nächste klassische Satz: "Zu jedem Training sind Laufschuhe mitzubringen."

Meistens heißt das aber nicht, dass diese auch wirklich gebraucht werden. Und überhaupt bedeutet das nicht einmal, dass jedes Mitglied einer Mannschaft weiß, was Laufschuhe überhaupt sind, geschweige denn welche besitzt.

In diesem Jahr aber, da erlebe ich etwas Merkwürdiges. Die Mannschaft, in der ich mich jetzt frech als Mitglied bezeichne, absolviert wirklich eine Vorbereitung. Um das einmal klarzustellen, wir reden von einer Mannschaft in der Kreisliga C.  Wir reden vom BV Lünen, von der dritten Mannschaft.

Durch gewisse Streitigkeiten (aber das ist ein anderes Thema) hat die Truppe im Sommer Verstärkung durch einige Spieler aus der ersten Mannschaft (im Sommer in die A-Liga aufgestiegen) erhalten. Bereits im letzten Jahr war das so. Da stimmten aber die Ergebnisse noch nicht wirklich, außer beim Verzehr alkoholischer Getränke. Da spielt die Truppe mindestens auf internationalem Parkett. Behaltet das im Hinterkopf. Wird noch wichtig.

Laufen mit Lünen

Aber bleiben wir lieber bei der Vorbereitung. Die läuft jetzt seit Anfang Juli. Und in jeder Woche wurde mindestens einmal wirklich gelaufen. Das kenne ich so überhaupt nicht.

Selbst bei denen mit einem Bauch (größer als das Talent) kann momentan die Lust, sich zu quälen beobachtet werden. Quälen deshalb, weil der seit Jahren kultivierte Spielstil einfach kopflose lange Bälle in die Spitze vorsah. Da vorne stand schon immer mal jemand, der den Ball irgendwie erlaufen konnte. Kondition? Eher nebensächlich. 

Weil das aber nur für einen Platz weit unten in der Tabelle gereicht hat, wurde in der Analyse der letzten Saison beschlossen: Änderungen müssen her. Analyse übrigens heißt an dieser Stelle viel zu viel Bier in viel zu wenig Zeit, aber ihr kennt das sicherlich.

Neueste Trends in der Kreisliga C

Weil sich letztlich aber doch irgendjemand an die "Analyse" erinnern konnte, wurde der Versuch gestartet, mit einer Viererkette zu spielen. Dieser komplett neue Trend der Fußballtaktik hat sich auch in der Dortmunder Kreisliga durchgesetzt, also muss das jetzt so gemacht werden. In etwa so liefen die Gespräche jedenfalls. Überzeugend, oder?

Die ersten beiden Testspiele sind beim Schreiben dieser Zeilen absolviert. Das erste Spiel, gegen einen B-Ligisten, wurde...naja..."Hoch zu Eins" verloren. Mehr müsst ihr an dieser Stelle nicht wissen. Eine Frechheit überhaupt, dass ihr da jetzt mit einem Grinsen vor dem Bildschirm sitzt. Was denkt ihr euch eigentlich. Pah!

Nach dem Spiel jedenfalls die Phrasen, wie sie bekannt und beliebt sind: "Körperlich waren wir einfach noch nicht so weit." "Das Ergebnis gibt den Spielverlauf gar nicht richtig wieder, eigentlich waren wir, zumindest in der ersten Halbzeit, besser." Zur Erinnerung: Hoch zu Eins...

Kommen wir lieber weiter zum zweiten Spiel der Vorbereitung. Auf Rasen. Auf echtem Rasen. Ein Highlight für Spieler, die auf der eigenen Anlage auf ultramoderner Asche trainieren und spielen.

Kombinationsfußball. Epochal.

Also hatten alle mal mindestens die guten Pöhler (Ja echt jetzt – so nennen wir unsere Fußballschuhe hier) eingepackt. Und es ging gegen einen D-Ligisten. Im Nachbarkreis gibt es nämlich noch eine untere Liga. Wir, angereist als KLASSENHÖHERER VEREIN!, haben natürlich demnach unsere Klasse direkt unter Beweis gestellt und mit epochalem Kombinationsfußball mit 4:1 gewonnen.

In Wahrheit sah das Spiel nicht wirklich gut aus, okay. Da ist noch jede Menge zu tun. Komischerweise wissen die Spieler – ich rede immer von Spielern, weil ich selber mehr Torwarttrainer als alles andere bin – das aber auch selbst.

Bis zum Start in die Liga ist noch etwas Zeit. Weitere Laufeinheiten werden folgen. Vielleicht auch mal die ein oder andere Passübung. Ist doch nicht so einfach, wenn man sich durch ein Feld kombinieren will. Aber das wird schon noch.

Aber am Ende nochmal zum Genuss von alkoholischen Getränken. Worauf wir bislang nicht gekommen sind: Die könnten die ganze Sache mit der Kondition, mit der Vorbereitung, irgendwie erschweren. Darauf sind wir nur noch nicht gekommen. Aber das bleibt jetzt unter uns...