Gesundheit
Die Zahnzusatzversicherung schneidet am besten ab

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Die Towers-Watson-Studie hat sich dem Thema Krankenzusatzversicherung angenommen und die Zahnzusatzversicherung zum klaren „Publikumsliebling“ deklariert. 63 Prozent der Befragten halten gerade diese Form der Krankenzusatzversicherung für sinnvoll. Sie wissen und bangen um die Lücken im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Zahnersatzpolice ist bei 68 Prozent der Befragten der einsame Spitzenreiter. Für eine Versicherungskomponente zur Zahnprophylaxe sprechen sich 57 Prozent aus.

Zahnzusatzversicherung liegt bei Verbrauchern hoch im Kurs

Deutlich dahinter befindet sich die Absicherung regelmäßiger Vorsorgeleistungen, die bei 49 Prozent der Befragten hoch im Kurs steht. An die Absicherung des Pflegebedarfs denken mit 35 Prozent der Befragten eindeutig die Wenigsten. Das Resümee von Tower Watson sieht so aus: „Das Gesundheitsbewusstsein steigt weiter. (…) Doch die Angebote der gesetzlichen Krankenversicherungen werden offenbar als lückenhaft wahrgenommen, sodass die Befragten die Notwendigkeit sehen, selbst aktiv zu werden.“

Tests und Beurteilungen richtig einschätzen

Wer sich heute auf die Suche nach einer Zahnzusatzversicherung macht, der wird ganz automatisch mit Vergleichsportalen konfrontiert. Da die Gesundheit eines Menschen mindestens so individuell ist, wie dieser selbst, sollten Verbraucher auf der Suche nach der passenden Versicherung auf Fallbeispiele und Tests achten. Was Stiftung Warentest, Focus-Money, Waizmann und das Deutsche Institut für Service Qualität (DISQ) in Sachen Zahnzusatzversicherung raten, zeigt die folgende Tabelle auf Basis dieser Informationen:

Testinstitut

Testverfahren/Benotung

Beurteilung

Stiftung Warentest

Von 189 Tarifen schnitten 55 mit   der Note 1 ab. Sie decken Kosten   zwischen 80 und 95 Prozent.

Die Tester halten diesen Tipp bereit: Die Versicherung sollte vor einer Diagnose abgeschlossen werden. Wichtig ist die explizite Entscheidung für die gewünschten Versicherungsleistungen. Auch gibt es Versicherungsvarianten mit Altersrückstellungen ähnlich einer Lebensversicherung.

Focus-Money

Getestet wurden 202 Tarife von 38   Anbietern. Die 35 besten Tarife   wurden mit Blick auf Beitrag,   Erstattungskoten und Rating-Note   bewertet.

Die Tester halten diesen Tipp bereit: Die Versicherung sollte im Alter zwischen 30 und 50 Jahren abgeschlossen werden. Kein Tarif garantiert 100 Prozent Kostenübernahme. Vor Versicherungsabschluss sollte der Eigenanteil berücksichtigt werden.

WaizmannTabelle

Regelmäßig aktualisiert werden   174 Versicherungstarife. Der Fokus   der Bewertung lag auf der Höhe  der  Kostenerstattung, auf den  Behandlungsinhalten sowie dem  Service-Faktor.

Der WaizmannTabelle liegt ein individueller Auswertungswert zugrunde. Der Fokus liegt hierbei auf der Erstattungschance – betrachtet für verschiedene Versicherungsjahre.

DISQ

Beim Vergleich von 19  Krankenzusatzversicherern standen  auch die Zahnzusatzkomponenten  im Fokus. Die Note 1 wurde nie  vergeben. Siebenmal wurde die  Note 2 gegeben.

Beim DISQ geht es um den Preis-Leistungsvergleich und den Service. In die Benotung fließen Leistungsumfang, Prämie und der Servicecharakter ein.

 

Probleme auf dem Weg zur Zahnzusatzversicherung

(Foto: pixabay.com © oswaldoruiz (CC0 Public Domain) )

Was die Stiftung Warentest bereits kurz in eine Warnung verpackt hat, wird bei dieser Erklärung der Verbraucherzentrale via Pressemitteilung noch einmal deutlicher herausgearbeitet: „Bevor eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen wird, sollten alle Heilbehandlungen durch den Zahnarzt beendet sein. (…) Dies sollte eindeutig aus der Patientenakte hervorgehen. Andernfalls kann es Jahre später passieren, dass der Zusatzversicherer nicht zahlen muss. Dies droht, wenn ein Zahnsanierungsbedarf entsteht, dessen Ursache schon früher erkennbar war, der aber wegen Geringfügigkeit unbehandelt geblieben ist.“ Bereits ein Röntgenbild, auf dem der Zahnschaden ersichtlich ist, könnte hier zum Fallstrick werden und das bedeutet, dass trotz Abschluss einer Zahnzusatzversicherung die Versicherung nicht für die Kosten aufkommt.

Wer schon auf dem Behandlungsstuhl sitzt und dann noch schnell eine Zahnzusatzversicherung abschließt, der muss mit hohen Beitragskosten sowie einer vergleichsweise langen Vertragsbindung rechnen. Hier zeigt sich das Schlüsseldienst-Syndrom, denn auch hier gilt: In der größten Not, kann Hilfe richtig teuer werden. Für die Versicherer ist das die einzige Möglichkeit, die Kosten wieder reinzuholen, die für die sicherlich kurzfristig anfallenden Behandlungskosten entstehen.

 

Abbildung 1: pixabay.com © rgerber (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © oswaldoruiz (CC0 Public Domain)