In der Rubrik ScrollMich schauen wir auf alle Themen, die uns in der täglichen Medienarbeit auffallen. Manchmal ironisch, manchmal bissig, aber nie ganz ernst gemeint... Viel Spaß!
New Yorker klagt über Hochzeitsfotos
Einmal nachgestellt bitte!
11. Januar 2012 20:16 Uhr von Stefanie Roenneke | Quelle: westline
New York Bei der folgenden Geschichte geht es um zwei außerordentlich hochbrisante Themen, die nur sehr gestandene Gemüter ertragen können. Es geht um eine Hochzeit und vor allem um die Hochzeitsfotos. Also Haltung bewahren und aufgepasst!
Kenner beider Metiers wird jetzt wahrscheinlich der Angstschweiß aus der Erinnerung zurück auf die Stirn geholt, denn was wiegt schwerer als eine Hochzeit, bei der zu viel schief läuft, und was lässt den Haussegen nach ein paar Tagen Ehe schiefer hängen als miserable Hochzeitsfotos. Die Vergleichsmöglichkeiten erschöpfen sich. Und aufgrund der Explosivität dieses Ritus "Hochzeit" und des Genres "Hochzeitsfotografie" kann diesbezüglich jeder eine gewisse Sensibilität verstehen. Doch ein New Yorker scheint im Bezug auf seine Hochzeitsfotos außerordentlich hypersensitiv zu sein, oder er hat einfach – mit Verlaub – nicht mehr alle Hochzeitsglocken im Schrank. Doch da es nicht die Aufgabe ist, über den Gemüts- und Geisteszustand jenes New Yorker Todd Remis zu urteilen, sprechen vielleicht die Fakten für sich.
Ein fauler Fotograf und schlechte Bilder
Todd Remis ist unzufrieden mit seinen Hochzeitsfotos. Die beauftrage Agentur hat seiner Meinung nach keine gute Arbeite geleistet. Zum Beispiel ist das Blitzlicht im Bild zu sehen und der Fotograf ist 45 Minuten zu früh gegangen, so dass weder der letzte Tanz noch das Werfen des Brautstraußes dokumentiert sind.
Aus diesem Grund fordert Remis, dass die Zeremonie und die Party nachgestellt werden, damit neue Bilder gemacht werden können. Bei dieser Mängelliste kann man den Unmut von Remis zunächst verstehen, auch wenn man seinen Vorschlag als etwas – also wirklich nur ein wenig – übertrieben bezeichnen könnte. Doch es kommt noch besser.
Da war doch noch was
Denn bisher wurde hier ein kleines zeitliches und privates Detail verschwiegen. Die Hochzeit fand 2003 statt, das Paar lebt seit 2008 getrennt, ist bereits geschieden und die Frau ist vermutlich in ihr Heimatland Lettland zurückgekehrt. Darüber hinaus zankt sich Remis mit der Agentur, die ihm bereits entgegenkommen wollte, wohl seit 2004. Ist das nun Romantik, Verzweiflung, oder doch ein Drehbuch?
Wenn diese Geschichte der Prolog für einen Hollywood-Film wäre, dann würde Remis im Laufe der Handlung seine Ex und die Agentur anflehen, das Ganze noch mal über die Bühne zu bringen. Der Bilder wegen und nur der Bilder wegen! Klar! Aber wie das so in Hollywood-Filmen sein kann, verlieben sie sich während der Wiederholung erneut und alles ist wahnsinnig toll.
Aber nein, bei dem wahren Remis geht es nicht mal um Romantik mit einer Priese Masochismus. Der Mann pocht einfach nur auf sein Recht. Da zieht’s nicht nur die richterliche Augebraue bis zum Haaransatz.
Was also tun? Photoshop hilf!
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