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Volksbegehren stellt Budapests Olympia-Bewerbung in Frage

Ungarns Präsident Ader (r) besucht 2016 mit dem Chef der ungarischen Bewerbung für die Spiele 2024 eine Präsentation in Budapest. Foto: Noemi Bruzak (Noemi Bruzak)

Budapest (dpa) – Nach Rom droht auch in Budapest die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 zu scheitern. Gegner des Spektakels fordern ein Volksbegehren. Los Angeles und Paris dürfte es freuen.

Die Bewerbung der ungarischen Hauptstadt Budapest für die Olympischen Spiele 2024 ist in Gefahr. Die Bürgerbewegung Momentum reichte am 17. Februar bei der Budapester Wahlbehörde 266 000 Unterschriften ein, um eine lokale Volksabstimmung durchzusetzen.

Erforderlich für die Ausschreibung eines Referendums waren lediglich 138 000 Unterschriften. «Es war ein Fehler der Politiker, dass sie die Menschen nicht gefragt haben», erklärte der Momentum-Vorsitzende Andras Fekete-Györ nach der Einreichung der Unterschriften. Die Protestgruppe hält Olympische Spiele für nicht finanzierbar.

Die Wahlkommission muss nun die Echtheit der Unterschriften prüfen. Auch können Gegner einer Volksabstimmung vor Gericht ziehen, sollte es angesetzt werden.

Budapest bewirbt sich neben Los Angeles und Paris für die Sommerspiele 2024. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will in Lima im September 2017 über die Vergabe entscheiden.

Im September des Vorjahres hatte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Protestbewegung Fünf Sterne im Stadtrat eine Ablehnung der Bewerbung durchgesetzt, da sie das Projekt für zu kostspielig hält. Das Nationale Olympische Komitee Italiens zog daraufhin die Bewerbung beim IOC zurück.

Wie der damalige italienische Regierungschef Matteo Renzi hatte auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die Olympia-Bewerbung zur Prestigesache für seine rechts-konservative Regierung gemacht.

Im Lichte des nunmehr erfolgreichen Volksbegehrens scheint Orban zurück zu rudern. «Weder (die Regierungspartei) Fidesz noch die Regierung muss jetzt reagieren, sondern (die Stadt) Budapest», sagte der Regierungschef nach Medien-Berichten auf einer Fidesz-Fraktionssitzung. «Weder die (Regierungs-)Partei noch die Regierung, sondern Budapest hat sich um die Olympiade beworben.»

Die Momentum-Bewegung begründet ihren Vorstoß damit, dass die Kosten einer Olympia-Ausrichtung katastrophale Folgen für die ungarische Wirtschaft hätte. Die relativ neue politische Gruppierung wird hauptsächlich von jungen Leuten mit akademischen Hintergrund getragen. Mit dem Anti-Olympia-Volksbegehren trat sie erstmals größer in Erscheinung

Bericht bei 444.hu, Ung.

Orban lt. hvg.hu