Merkel verleiht «Großen Stern des Sports»
07. Februar 2012 15:33 Uhr von Von Frank Thomas, dpa
Berlin (dpa) Die Märkische Turn-Gemeinde Essen-Horst hat mit ihrem Sport-Projekt für Migranten auch Angela Merkel überzeugt. Die Bundeskanzlerin ehrte den Verein in Berlin mit dem «Großen Stern des Sports» in Gold und übergab den Verantwortlichen 10 000 Euro für ihr soziales Engagement.
In der Abteilung «United Sports» versuchen Jugendliche aus vielen Ländern beim Boxen, Taekwondo wie beim Fußball, aber ebenso bei Museumsbesuchen und Kanu-Touren, ihre Aggressionen abzubauen. «Von Migranten für Migranten», verkündete Sebastian Tlatlik als Motto der Abteilung, die er verantwortlich führt. Zum Einzugsgebiet des größten Essener Sportvereins gehören Hochhaussiedlungen mit sozialen Brennpunkten. «Wir geben den Jugendlichen Halt und Orientierung», meinte Tlatlik, der selbst aus Polen stammt. Sechs der sieben Vorstandsmitglieder sind Migranten.
Arge Schwierigkeiten beim Festlegen auf das beste Projekt gestand Fabian Hambüchen ein. «Die Bewerbungen waren so unendlich vielgestaltig. Bei den Essenern imponierte mir vor allem, dass sie ihr Super-Projekt auch 1:1 in der Praxis umsetzen», urteilte der Turn-Ex-Weltmeister, der als Mitglied der Jury die Bewertung vorgenommen hatte.
Insgesamt wurden unter den 18 nominierten Finalisten knapp 40 000 Euro ausgeschüttet. Alle Vereine waren bereits auf lokaler und Landesebene mit den «Großen Sternen» in Bronze und Silber ausgezeichnet worden. «Fast neun Millionen Menschen engagieren sich bei uns ehrenamtlich in Sportvereinen. Sie tragen wesentlich dazu bei, wichtige soziale Werte zu vermitteln die unsere Gesellschaft zusammenhalten», bekundete Kanzlerin Merkel, die zum dritten Mal die Auszeichnung verlieh.
DOSB-Präsident Thomas Bach machte klar, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auch künftig an der Veranstaltung festhalten werde. «Diese familiäre Atmosphäre ist ideal, um das ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Besser als ein rauschendes Fest, bei dem die Rolle des Ehrenamts vielleicht untergeht», meinte der Jurist aus Tauberbischofsheim. Für die zum achten Mal seit 2004 verliehenen Preise stellen Volksbanken und Raiffeisenbanken jährlich rund 500 000 Euro zur Verfügung.
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