Russlands Rechnungshof beklagt Korruption in Sotschi
06. Februar 2012 17:02 Uhr
Moskau (dpa) Zwei Jahre vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi hat Russlands Rechnungshof-Chef Sergej Stepaschin ausufernde Korruption am Veranstaltungsort beklagt.
«Das muss man bekämpfen und konsequent bestrafen», sagte er der Tageszeitung «Sport Express». In Peking sei sogar ein Vize-Bürgermeister wegen Korruption bei der dortigen Olympia-Vorbereitung zum Tode verurteilt worden, sagte Stepaschin. An diesem Dienstag - auf den Tag genau zwei Jahre vor Beginn der Spiele am 7. Februar 2014 - beginnen die Organisatoren mit der Anwerbung der freiwilligen Helfer (Volunteers).
Die Gesamtkosten der Winterspiele in dem Kurort am Schwarzen Meer werden auf mehr als 24 Milliarden Euro geschätzt. Fast alle Sportstätten sowie die Infrastruktur entstehen neu. Stepaschin verteidigte die hohen Ausgaben, ohne konkrete Zahlen zu nennen. «Olympische Spiele sind ein soziales Projekt. Sie haben sich noch in keinem Land selbst finanziert», sagte der frühere Regierungschef. Staatssubventionen seien zwangsläufig.
Die Stadtverwaltung von Sotschi bekräftigte unterdessen, dass die Bauarbeiten nach Plan liefen. Auch bei den Sportstätten für die Paralympics würden die Termine eingehalten, sagte Vize-Bürgermeister Alexander Karandin. Derzeit werde der Flughafen behindertengerecht ausgebaut. Zuletzt hatte Kremlchef Dmitri Medwedew massiv über schleppende Arbeiten geklagt. Der alpine Ski-Weltcup am kommenden Wochenende gilt als weiterer Hinweis auf den Stand der Vorbereitungen in Sotschi.
Bis auf das zentrale Olympiastadion, das bis zu 45 000 Zuschauern Platz bietet, würden alle Sportstätten in diesem Jahr fertiggestellt, kündigte der staatliche Baukonzern Olimpstroi nach Angaben der Agentur Itar-Tass an. Das Stadion soll im September 2013 betriebsbereit sein.
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