«Connected Worlds» - Alles hängt mit allem zusammen
03. März 2010 12:30 Uhr von Von Sven Appel, dpa
Hannover (dpa/tmn) Mit Anglizismen hat die IT-Branche nie gespart: «Connected Worlds» lautet das Leitthema der CeBIT 2010 - das heißt so viel wie «Verbundene Welten». Was das bedeutet, können Besucher der Computermesse in Hannover (2. bis 6. März) erfahren.
Rechner, Handys, Autos und sogar die Heizung zu Hause kommunizieren miteinander. So lassen sich zumindest die Vorstellungen der Hersteller skizzieren. Im Alltag der Verbraucher dürften davon zunächst allerdings nur Bruchstücke ankommen.
Microsoft zum Beispiel will seine Dienste bereitstellen, um das Zuhause zu vernetzen: Das Thema «Connected Home» werde abheben, versicherte Deutschlandchef Achim Berg in Hannover. Gemeinsam mit dem Energiekonzern RWE präsentierte Microsoft eine auf Vernetzung setzende Steuerung für Haushaltstechnik.
Zentral ist dabei die Idee, dass Bewohner ihren Energiebedarf jederzeit im Blick behalten, um leichter sparen zu können. Vieles soll die Technik aber auch automatisch erledigen: Zum Beispiel erkennen Sensoren, wenn ein Fenster zum Lüften geöffnet wird, so dass sich die Heizung automatisch herunterregelt. Das System soll sich nachrüsten lassen, auch von Mietern. Dafür ist ein digitaler Stromzähler die Voraussetzung, von Experten «Smart Meter» genannt.
Doch für die meisten Verbraucher dürfte die Vernetzung im Haushalt auf niedrigerer Schwelle anfangen - zum Beispiel mit dem zentralen Speichern von Daten und dem Zugriff darauf, und zwar unabhängig davon, welches Gerät genutzt wird. «Die Verfügbarkeit von Filmen, Musik und anderen Dateien für mehr als ein Gerät ist ein Trend», sagt - nicht ganz uneigennützig - Andreas Arndt von Buffalo Technology, einer Firma, die Netzwerkspeicher für eben solche Zwecke herstellt.
In die Vernetzung werden auch Handys immer stärker einbezogen. Die Schwörer Haus KG zeigte gemeinsam mit Microsoft, wie sich etwa die Heizung per Handy von unterwegs regulieren lässt. AVM, Hersteller von Routern aus Berlin, kündigte auf der CeBIT Apps für Android-Handys und das iPhone an. Die kleinen Programme ermöglichen den Zugriff auf einige Funktionen der Router aus der eigenen Fritz!Box-Serie. Das Handy dient dann - ins Heimnetz über WLAN eingebunden - etwa zum Abhören des in die Fritz!Box integrierten Anrufbeantworters.
Die Vernetzung schreitet nicht nur auf der Hardware-Ebene voran. So kündigte Microsoft in Hannover die Einbindung des Online-Netzwerks Xing in Outlook 2010 an. Mit dem E-Mail-Programm lassen sich dann unter anderem die Statusmeldungen der Xing-Kontakte abrufen. Und der Webmail-Anbieter GMX lässt die Nutzer auf seiner neuen Oberfläche in Zukunft ihre Facebook-Accounts verwalten.
Gebündelt kann sich der CeBIT-Besucher von dieser Entwicklung in Halle 9 einen Eindruck verschaffen. Hier hat das Innovationszentrum Connected Living seinen Stand. Auf 400 Quadratmetern zeigt der Zusammenschluss von Herstellern und Verbänden, wie das Leben in einem zunehmend technisierten Zuhause aussehen könnte. Das schönste Versprechen: Neu gekaufte Geräte konfigurieren sich automatisch.
Link zur Messe: www.cebit.de
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