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Ab zum nächsten Parkhaus: Die Zeiten, in denen Navis nur den Weg von A nach B weisen mussten, sind vorbei. (Bild: Navigon/dpa/tmn)

Der Lotse lernt dazu: Neue Funktionen für mobile Navis

26. Februar 2010 10:30 Uhr von Von Felix Rehwald, dpa

Hamburg (dpa/tmn) Der Bereich Navigation nahm in den vergangenen Jahren auf der Computer- und Technikmesse CeBIT immer ganze Hallen in Beschlag. Das ist dieses Jahr anders: Kaum ein großer Navi-Hersteller ist dort mehr mit von der Partie.

Neue Endgeräte dürften Besucher daher weitgehend vergebens suchen. Das heißt aber keineswegs, dass die Navigationsbranche nichts Neues mehr zu bieten hätte - sie zeigt es nur nicht mehr auf der Messe in Hannover (2. bis 6. März).

Hintergrund ist die Neuausrichtung der CeBIT auf das Fachbesucherpublikum, nachdem die Messe zuletzt mit Besucherschwund zu kämpfen hatte. Firmen, die Produkte der Unterhaltungselektronik entwickeln und vertreiben - zu denen auch die Navigationsanbieter gehören -, buchen ihre Messestände inzwischen auf der IFA in Berlin, der wichtigsten Leitmesse für das Endverbrauchergeschäft.

Die CeBIT habe daher keine Navis mehr zu bieten, die für Endverbraucher interessant sind, sagt Messesprecher Hartwig von Saß. Stattdessen setze die Messe im Bereich Navigation den Schwerpunkt auf «Intelligent Traffic Systems», also Verkehrsmanagement-Systeme, sowie Fuhrpark-Management, Telematik-Systeme und Car-to-Car-Kommunikation.

Dennoch wollen einige Navi-Anbieter mit der Präsentation ihrer Neuheiten nicht bis zur IFA im Spätsommer warten. Sie nutzen das CeBIT-Umfeld, um neue Geräte und Navigationslösungen gleich in die Läden zu bringen. Dabei lässt sich ein Trend ausmachen: Der Lotse lernt dazu. Kaum ein Anbieter will sich mehr auf die reine Navigation beschränken - die meisten rüsten ihre Geräte mit Zusatzfunktionen auf.

Garmin beispielsweise kündigt für das zweite Quartal eine Weiterentwicklung der Navi-Funktion ecoRoute an. Das neue ecoRoute HD soll die Endgeräte der nüvi-Reihe zum Fahrzeug-Diagnosecomputer machen. Dazu wird ein Modul an den Standard-Port für die Onboard-Diagnose angeschlossen. Es überträgt in Echtzeit Verbrauchsdaten, Tempo und Beschleunigung sowie Drehzahl, Kühlmitteltemperatur und Batterieladung des Autos an das Navi.

Das Gerät errechnet dann auf dieser Datenbasis Spritverbrauch und -kosten pro gefahrene Strecke. Autofahrer sollen so mit Hilfe ihres Navis mehr Informationen für eine umweltschonende Fahrweise bekommen. Der «grüne Lotse» ist laut Garmin mit vielen aktuellen und künftigen Modellen der nüvi-Reihe kompatibel und kostet rund 100 Euro.

Auch Navigon will zur CeBIT bei den mobilen Endgeräten Neues auf den Markt bringen. Dabei soll es sich um ein Einstiegsprodukt mit neuen Features handeln: Nutzer sollen sich darüber personalisierte «Points of Interest» (POIs) in die Kartendarstellung einblenden können. Außerdem ist geplant, eine «Sightseeing-Route» in die Navigation zu integrieren, und den Lotsen so zum Reiseführer zu machen.

Außerdem wird sich später im Jahr wohl noch etwas im Bereich Kartenaktualisierung tun. Um die mobilen Navis gegenüber der immer mehr in Mode kommenden Handy-Navigation konkurrenzfähig zu halten, will man Nutzern ermöglichen, über die Funktion «Live Services» für auszuwählende Regionen tagesaktuelles Kartenmaterial abzurufen.

Merian Scout will zur CeBIT-Zeit ebenfalls eine Neuheit vorstellen - verrät aber noch nicht, worum es sich dabei handelt. Bereits seit Januar erhältlich sind 20 neue Reiseführer, die Merian Scout für Navigationssysteme von TomTom, Garmin und Navigon anbietet. Sie machen den Lotsen zum Städteführer, der über die Stadtgeschichte, Sehenswürdigkeiten sowie Restaurant- und Hotel-Tipps Bescheid weiß. Der Preis der Software: 14,99 Euro.

Anders sieht der Neuheiten-Kalender dagegen bei Falk und TomTom aus. Beide Unternehmen wollen erst später im Jahr neue Geräte vorstellen - spätestens zur IFA. Dabei ist TomTom sogar auf der CeBIT vertreten, jedoch nur mit seiner Unternehmenssparte «Work», die sich vor allem an Unternehmenskunden wie Lkw-Flottenbetreiber richtet. Hier hätten CeBIT-Besucher sogar die Chance, Endgeräte zu Gesicht zu bekommen - diese dürften jedoch vor allem Brummifahrer interessieren.


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