Richtig bewerben auf der CeBIT: Papiermappen sind out
26. Februar 2010 10:30 Uhr
Hannover (dpa/tmn) Wer auf der Computermesse CeBIT (2. bis 6. März) in Hannover auf Jobsuche gehen will, braucht seine Bewerbungsunterlagen nicht mehr in Papierform mitzunehmen.
«Digital reicht», sagt Gabriele Dörries von der Deutschen Messe in Hannover. «Da haben sich die Zeiten geändert.» Es sei in der IT-Branche heute normal, dem Personaler einfach einen USB-Stick mit seinen Daten in die Hand zu drücken. Bewerber müssten keine Angst haben, dass es als schlechter Stil aufgefasst wird, wenn sie auf die klassische Form der Bewerbung verzichten.
Von der derzeitigen Krisenstimmung sollten sich Bewerber nicht abschrecken lassen, sagte Dörries: «Die Branche ist nach wie vor auf der Suche nach gut ausgebildeten Leuten.» So gab es im vergangenen November rund 20 000 offene Stellen für IT-Fachkräfte, wie der Branchenverband BITKOM ermittelt hat. Damit hat sich die Zahl zwar innerhalb eines Jahres halbiert. «Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Berufschancen aber immer noch sehr gut.»
Die CeBIT biete zum einen mit dem «Job & Career Market» eine Plattform für Bewerber, um sich bei IT-Firmen vorzustellen. «Man kann aber auch einfach zum Stand eines Unternehmens gehen, da sind auch oft Personaler vor Ort», erläuterte Dörries.
Wichtig sei aber, dass eine Bewerbung inhaltlich genau auf die jeweilige Firma zugeschnitten ist, sagte Dörries. Bewerber tun daher gut daran, sich vorher gründlich über die Firma zu informieren, bei der sie sich auf der Messe vorstellen wollen. «Es gibt dazu inzwischen ja alle Infos im Netz.» Standard-Anschreiben seien daher tabu. Denn den Namen des zuständigen Personalers herauszufinden und das Anschreiben direkt an ihn zu richten, dürfte wohl nicht zu viel verlangt sein.
Bewerber müssen sich zudem klar darüber sein, dass in IT-Jobs längst nicht mehr nur Programmierkünste und technisches Fachwissen gefragt sind. Denn Arbeit für Technikfachleute gibt es auch im Personalwesen oder im Marketing - dort sind Computer-Nerds aber fehl am Platz, die nur Fachchinesisch sprechen. «Soft Skills spielen eine wichtige Rolle», sagte Dörries. «Im Marketing zum Beispiel haben die Mitarbeiter ja ständig Kundenkontakt.» Da kommt es darauf an, sich verständlich ausdrücken zu können.
Bewerber müssen im Gespräch auf der Messe also rüberbringen, dass sie nicht nur fachlich Bescheid wissen, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit besitzen und in der Lage sind, sich gut zu verkaufen. «Der direkte Eindruck zählt», sagte Dörries. «Am besten übt man so ein Gespräch daher vorher vor dem Spiegel oder mit dem Freund oder der Freundin.»
Rund um die Messe: www.cebit.de
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