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Nachdem die Musikbranche jahrelang mit Internetpiraterie zu kämpfen hatte, werden immer stärker mangelnde CD-Verkäufe durch Online-Musik wettgemacht. (Foto: Angelika Warmuth)

Musikbranche schöpft digitale Hoffnung

30. Januar 2012 16:32 Uhr von Von Patrick T. Neumann, dpa

Cannes (dpa) Die digitale Musik hat der Branche ganz schön wehgetan: Kostenlose Downloads statt CD-Kauf brachten den deutschen Labels seit nunmehr 15 Jahren sinkende Umsätze. Doch mittlerweile ist Online-Musik ein boomendes Geschäft - und die Ideen sprudeln weiter.

Die Musikbranche sieht Licht am Horizont - digitales Licht. Sorgten MP3-Dateien durch Internetpiraterie und selbstgebrannte Kopien seit eineinhalb Jahrzehnten für stetig sinkende Umsätze, ist Online-Musik jetzt ein Boomfaktor und gleicht wegbrechende CD-Verkäufe aus. (Internet-)Technologie spielt eine immer größere Rolle - das zeigt sich auch auf der internationalen Musikmesse Midem (28. bis 31. Januar) im südfranzösischen Cannes. Das passende Motto: «Connected by Music» (verbunden durch Musik).

Nicht Plattenfirmen oder Musikverlage sind die Innovationstreiber, sondern Onlinefirmen mit neuen Ideen. Darunter sind diesmal auch fünf deutsche Start-Ups, die in einem internationalen Wettbewerb ausgewählt wurden, um sich im sogenannten Midemlab den erwarteten 7000 bis 8000 Fachbesuchern zu präsentieren.

Die Firmen Musicplayr und Navegas beispielsweise haben Musikplayer fürs Internet entwickelt, mit denen jeder Fan Musik aus unterschiedlichen Quellen in einer Abspiel-Oberfläche vereinen kann: So kann der Nutzer mit Musicplayr Songs von YouTube, der Musiker-Plattform Soundcloud und seinem eigenen Computer in einer gemeinsamen Playlist verwalten, anhören und Freunden präsentieren.

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie hat sich das Musikmachen vorgenommen und will mit dem Projekt Songs2See das Erlernen von Instrumenten vereinfachen. Wie bei «Guitar Hero» oder ähnlichen Konsolenspielen kann man hier Songs vom Computer nachspielen - allerdings mit dem eigenen Instrument.

Zwei weitere deutsche Start-Ups sind Ondango und Pipe - gute Beispiele dafür, dass eine Anwendung im digitalen Bereich für viele Branchen nützlich sein kann. Mit Ondango können Firmen über Facebook Waren verkaufen - seien es nun Songs, Klamotten oder Lebensmittel; Pipe schafft eine Art Pipeline, über die Nutzer Dateien austauschen können, egal ob Musik, Fotos, Texte oder Grafiken.

Die Firmen gehören zu mehr als 200 Unternehmen und Verbänden aus Deutschland, die an der Midem teilnehmen. Auf Künstlerseite ist die Bundesrepublik mit Star-DJ Paul van Dyk vertreten, der erklären soll, wie sich Musiker eine langfristige Karriere aufbauen können. Britische Stars wie Joss Stone oder Amy-Winehouse-Produzent Mark Ronson geben ebenfalls Einblicke in ihr Schaffen.


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