printlogo
Wie verdient Facebook sein Geld? Dieser Frage geht eine TV-Dokumentation auf den Grund. (Foto: Stephan Jansen)

TV-Doku blickt hinter die Facebook-Kulissen

09. Februar 2012 12:34 Uhr von Von Miriam Schmidt, dpa

Hamburg (dpa) Mehr als 800 Millionen Menschen weltweit sind auf Facebook angemeldet. Das Kapital des sozialen Netzwerks sind ihre Daten. Was mit den Daten geschieht und wie damit Geld verdient wird, zeigt eine gemeinsame Dokumentation von NDR und BBC.

Die 17-jährige Franciska kann sich ein Leben ohne Facebook nicht mehr vorstellen. «Ich würde es schon wie eine kleine Sucht nennen. Man hat den Drang zu gucken, was los ist», sagt sie. So geht es vielen der mehr als 800 Millionen Facebook-Nutzer weltweit. Die Dokumentation «Facebook - Milliardengeschäft Freundschaft» von NDR und BBC begleitet Franciska und andere Nutzer und erklärt das Geschäftsmodell des Netzwerks. Am Montag (13. Februar) wird der Film um 22.45 Uhr in der ARD gezeigt.

«Wir haben uns gefragt, wie Facebook eigentlich sein Geld verdient», sagt Autorin Svea Eckert auf der Webseite des NDR. Mit ihrer Kollegin Anika Giese hat sie für die 45-minütige Dokumentation eng mit BBC-Journalist Charles Miller zusammengearbeitet.

Das Geschäftsmodell von Facebook basiert darauf, die Daten seiner Mitglieder zu sammeln und zu nutzen. «Die Betroffenen zahlen mit ihren Daten», erklärt Datenschützer Thilo Weichert. «Sie werden für Werbung genutzt und diese Werbung wird dann an Dritte weiterverkauft und damit verdient Facebook sein Geld.» Im vergangenen Jahr wurden mehr als sechs Milliarden Euro in Deutschland für Online-Werbung ausgegeben, viele Marken haben eine eigene Fan-Seite auf Facebook.

Giese und Eckart besuchten Facebook-Gründer Marc Zuckerberg in der Unternehmenszentrale in Kalifornien. Sie führten ein exklusives Interview mit dem Mann, der Facebook 2004 im Alter von gerade einmal 20 Jahren gründete. «Unser Ziel ist es, die Welt noch offener und vernetzter zu machen», betont er. «Unser Erfolg ist es, wenn wir Menschen helfen, all das von sich preiszugeben, was sie möchten.»

Gerade in Deutschland steht das Netzwerk wegen seines Umgangs mit den Daten seiner Nutzer immer wieder in der Kritik. Die Autorinnen sehen Facebook als einen der «aggressivsten Datensammler unserer Zeit» und als eine Art «Venusfliegenfalle». Bei ihren Recherchen dazu, was mit den Daten passiert, beißen sie immer wieder auf Granit. Direkte Nachfragen sind unerwünscht, es gibt nur Ausflüchte.

Dass ihre Daten gespeichert werden, wissen Nutzer wie Franciska, viele Gedanken machen sie sich aber nicht. Sie vertrauen dem Netzwerk. «Aber wenn man genau darüber nachdenkt, dann weiß man, dass man eigentlich schon sein ganzes Leben postet», sagt die 17-Jährige. «Daten sind das digitale Gold», sagt Marketing-Experte Curt Simon Harlinghausen. Damit verdient Facebook Geld - und will Investoren anlocken. Als Februar der Börsengang bekanntwurde, haben die Autoren ihre Dokumentation noch einmal aktualisiert.

2011 hat das Netzwerk einen Umsatz von fast vier Milliarden Dollar gemacht. «Jedes Foto, jeder Kommentar, jede Freundschaft - gut fürs Geschäft», erklären die Autorinnen. Ihr Film soll auch eine Warnung sein und die Nutzer sensibilisieren, betonen Eckert und Giese. «Sie sollten sich jedes Mal ganz genau überlegen, ob es das wert ist und sich darüber im Klaren sein, dass neben ihren Freunden auf alle Fälle immer noch jemand anderes mitliest, beziehungsweise diese Daten sammelt - nämlich Facebook.»


Weitere Artikel aus "Computer & Multimedia"

Bitkom warnt vor Verteuerung von USB-Sticks

25. Mai 2012 13:41 Uhr

USB-Sticks und Speicherkarten könnten wegen erhöhter Pauschalen für Urheberabgaben ab Juli deutlich teurer werden. Die Preise könnten um bis zu 30 Prozent in die Höhe schnellen, teilte der Branchenverband Bitkom mit. ...zum Artikel

Facebook startet eigene Kamera-App

25. Mai 2012 13:41 Uhr

Facebook macht Ernst beim Thema Smartphone-Fotos: Erst fädelte das weltgrößte Online-Netzwerk die Übernahme der Bilder-Plattform Instagram ein, jetzt folgt die eigene App. ...zum Artikel

Google sucht automatisch nach Schadsoftware

23. Mai 2012 16:32 Uhr

Schadsoftware wurde zu dem Zweck programmiert, wie der Name auch schon vermuten lässt, um Schaden anzurichten. Google warnt seine Besucher jetzt automatisch, wenn ihr Rechner von einer solchen Software befallen ist. ...zum Artikel

Sonderveröffentlichungen

Suchmaschine für Unpopuläres

Suchmaschine für Unpopuläres

Berlin (dpa/tmn) Recherchiert man im Netz mit einer Suchmaschine nach Informationen, bekommt man schnell das Wichtigste angezeigt. Wer jedoch über die Standard-Seiten hinaus nach weniger Populärem Ausschau hält, für den ist diese neue Suchmaschine eine echte Alternative: ...zum Artikel