Der Kampf gegen die Krankenhauskeime
03. September 2010 16:49 Uhr von Thorsten Ohm | Quelle: Ruhr Nachrichten
STADTLOHN Keime im Krankenhaus dieses Thema ist nicht erst durch tragische Todesfälle dreier Säuglinge in Mainz in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Dabei wird in den Krankenhäusern durch ein Bündel von Maßnahmen Vorsorge gegen die Verbreitung der Krankheitserreger getroffen.
"Wenn ein neuer Patient positiv auf MRSA getestet wird oder
in der Vergangenheit wurde, wird er grundsätzlich so
behandelt, als ob er verkeimt wäre", unterstreichen der
ärztliche Direktor des Stadtlohner Krankenhauses Maria-Hilf,
Dr. Frank Völkert, und der für die Hygiene des Hauses
verantwortlichen Oberarzt Jochen Fleeth, im Gespräch mit der
Münsterland Zeitung. MRSA steht für Methicilin-resistente
Staphylococcus aureus - Bakterien, bei denen die meisten
Antibiotika nicht mehr helfen.
Ihrer Verbreitung entgegen wirken, das kann im Ernstfall bei einer
positiven Einstufung eine isolierte Unterbringung des Patienten zur
Folge haben. Nur eine von vielen Maßnahmen, die zur
Vorbeugung ergriffen werden: So ist es selbstverständlich,
dass Eingriffe wie Operationen unter strikter Einhaltung geeigneter
Hygienemaßnahmen durchgeführt werden, damit sie nicht
als "Eintrittspforte" für Krankheitserreger
dienen.
Zur Routine gehört es in diesem Zusammenhang auch, dass bei
bestimmten Personengruppen Abstriche vorgenommen werden.
"Dazu gehören prophylaktisch beispielsweise Patienten,
die aus Pflegeheimen kommen oder durch einen Pflegedienst betreut
werden, aber auch Patienten, die in einem landwirtschaftlichen
Betrieb leben oder arbeiten", zeigt Fleeth einige der
vorgegebenen Kriterien auf: "Wir erfassen rund 95 Prozent der
Risikopatienten."
Kommission gebildet
Neben den unmittelbar Verantwortlichen nimmt sich eine
Hygienekommission des Themas regelmäßig an. Darüber
hinaus werden Hygienepläne nach dem Infektionsschutzgesetz
erstellt, regelmäßig in allen Bereichen des
Krankenhauses mikrobiologische Untersuchungen
durchgeführt und Begehungen vorgenommen, bei denen Stationen
und Fachbereiche unter hygienischen Aspekten kontrolliert
werden.
Nicht zuletzt arbeitet das Krankenhaus eng mit dem Gesundheitsamt
und weiteren Institutionen zusammen.



