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Falls auch nur einer der Gläubiger weiter die Gerichte beschäftigt, könnte die geplante Übergabe auf unbestimmte Zeit blockiert werden. (Archivbild)

Erster Teilerfolg für Karstadt

29. September 2010 14:00 Uhr

Essen (dpa) Erster Teilerfolg im Ringen um eine rechtzeitige Übergabe der insolventen Warenhauskette Karstadt an den Investor: Mit ihren Beschwerden gegen den Insolvenzplan sind zwei Karstadt-Gläubiger vor dem Essener Amtsgericht gescheitert. Der Fall werde nun jedoch dem Landgericht vorgelegt.

Unterdessen kündigte das Bocholter Unternehmen Gilde als einer der beiden Beschwerdeführer eine Rücknahme des Widerspruchs an. Das Essener Gericht konnte einen Eingang zunächst nicht bestätigen.

Noch keine Einigung ist dagegen mit dem zweiten Beschwerdeführer, dem britischen Unternehmen Dawnay Day, in Sicht. Mit Vertretern des Unternehmens sei in der Nacht zum Mittwoch verhandelt worden, ohne dass ein Ergebnis erzielt worden wäre, berichtete der Sprecher des Insolvenzverwalters Thomas Schulz. Nur wenn beide Unternehmen ihre Widersprüche gegen den Insolvenzplan zurückziehen, könnte die Warenhauskette wie geplant am kommenden Freitag an den Investor Berggruen übergeben werden.

Falls auch nur einer der Gläubiger weiter die Gerichte beschäftigt, könnte die geplante Übergabe auf unbestimmte Zeit blockiert werden. Nach einer Entscheidung des Landgerichts könnte das Verfahren noch eine weitere Instanz beschäftigen.

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte den Beschwerden in dieser Woche in einem Brief an die rund 25 000 Karstadt-Mitarbeiter «keinerlei Aussicht auf Erfolg» bescheinigt. Leider könne aber niemand den beiden Gläubigern das juristische Vorgehen untersagen, so Görg.

Der Geschäftsführer des Geschenkartikelhändlers Gilde aus dem Münsterland, Hamid Yazdtschi, habe mit Investor Berggruen in San Francisco telefoniert, berichtete ein Sprecher des Unternehmens. Dabei habe Yazdtschi auf Missstände in der Insolvenzabwicklung hingewiesen. Berggruen habe sich anschließend für die «konstruktiven Hinweise» auch im Namen der Karstadt-Mitarbeiter bedankt, hieß es. Ein Berggruen-Sprecher war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.


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