23. November 2013 13:00 Uhr

: Die Kneipenluft wird dünn

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Das Café Kling-Klang hat noch eine gute Chance. Die Loge schließt Ende des Jahres, das Gasthaus Nemann wurde inzwischen abgerissen, die anderen Gaststätten sind bereits geschlossen. 

Münster boomt. Doch davon haben traditionelle Viertelkneipen wenig oder gar nichts. Viele werden geschlossen, haben geschlossen oder wurden bereits abgerissen. Immerhin: Das Café Kling-Klang am Staufenplatz hat eine gute Chance.

Das Café Kling-Klang am Staufenplatz ist als authentische Viertelkneipe im ganzen Stadtteil beliebt: Der Laden hat sich in den vergangenen 25 Jahren kaum verändert und genau das ist es, was viele Stammgäste schätzen.

Die Nachricht, dass die Wirte Ende des Jahres aufhören wollen, hat im Viertel für Unruhe gesorgt. Auch deshalb, weil das markante Haus zwischen Staufenstraße, Erpho­straße und Gereonstraße vor Kurzem den Eigentümer gewechselt hat. Steht zu befürchten, dass die beliebte Kneipe einem ehrgeizigen Immobilienprojekt zum Opfer fällt?

Thomas Bäumer kennt das Kling-Klang ganz genau. Und auch er hält es für das Beste, wenn die Kneipe fortbesteht: „Ja, ich würde das gut finden.“ Das ist wichtig, denn der Unternehmer, Aufsichtsratschef des SC Preußen Münster, ist der neue Eigentümer.

Zurzeit lässt Bäumer mit einigen Interessenten verhandeln – deren Aufgabe darin besteht, die Brauereien von ihrem jeweiligen Geschäftsmodell zu überzeugen. Bäumer lässt allerdings auch keinen Zweifel daran, dass diese Geschäftsgrundlage „vernünftig“ sein müsse. Die Immobilie in attraktiver Lage würde sich natürlich auch anderweitig nutzen lassen: „Da gibt es mehrere Möglichkeiten.“ Dem Vernehmen nach gehört ein langjähriger Kling-Klang-Mitarbeiter zu den Bewerbern – und der wäre brennend daran interessiert, die Tradition fortzusetzen.

Damit hat das Café Kling-Klang eine deutlich bessere Perspektive als die „Loge“ an der Diepenbrockstraße – eine durchaus vergleichbare Viertel- und Fußballkneipe, die Ende des Jahres schließen muss. Hauseigentümer ist die 1788 gegründete Freimaurerloge „Zu den drey Balken“, und die hat dem Pächter Matthias Epp gekündigt, weil sie das Haus offenbar umzubauen gedenkt. Der Wirt hat sich unterdessen ein zweites Standbein aufgebaut: Er betreibt das ehemalige „Uhrwerk“ an der Schillerstraße nun unter dem Namen „Die 2te Loge“.

Es bleibt dabei: Traditionelle Gaststätten stehen auch in Münster unter Druck. Renate Dölling vom Gaststättenverband Dehoga macht dafür sowohl ein verändertes Ausgehverhalten („Frühschoppen und Dämmerschoppen gibt es nicht mehr“) als auch das Nichtraucherschutzgesetz verantwortlich. „Überdies haben wir in der Region das Problem, dass die jüngere Generation den Betrieb nicht übernehmen will.“ Unter der Hand klagen Wirte darüber, dass am immer exklusiveren Standort Münster die Pacht immer höher wird.

Allein in den vergangenen Monaten wurden Gaststätten wie das Haus Nemann an der Metzer Straße, Münsters letzter Irish Pub „Rathlins“, das „Landhaus Kahl" in Mecklenbeck oder auch die Szenekneipe „Na und . . .?!“ an der Ritterstraße geschlossen.

 

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Quelle: Westfälische Nachrichten


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