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Entschuldung vorangetrieben
Arminia Bielefeld: Die Alm ist verkauft

Präsident Hans-Jürgen Laufer, Geschäftsführer Markus Rejek, Pressesprecher Tim Placke, Dr. Maurice Eschweiler (DMG MORI) und Franz-Christoph Borchard (v.l.). (Foto: Beckmann)
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Bielefeld – Nach langen Verhandlungen mit dem Bündnis Ostwestfalen präsentierte Arminia Bielefeld am Montagmittag die lang erwartete Nachricht: Die Verträge sind final, das Stadion wird verkauft. Der Klub ist damit praktisch schuldenfrei.

Arminia Bielefeld hat nach langen Verhandlungen das Stadion an eine Investorengruppe aus dem "Bündnis Ostwestfalen" verkauft. Dieser Verkauf war Bestandteil des Entschuldungsprozesses und bei Arminia dürfte man nun aufatmen. Denn nun ist der Klub mehr oder weniger schuldenfrei. Die genaue Kaufsumme wurde am Montag nicht verraten, allerdings soll sich die Summe im unteren zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Zwar bestehen für Arminia derzeit noch rund 2,5 Millionen Verbindlichkeiten. Zwei Millionen davon aber sind ein Darlehen des Bündnisses Ostwestalen. Diese Verbindlichkeiten sind langfristig gedeckt. Das Bündnis selbst besteht aus zwei Untergesellschaften: Die 3BO GmbH besteht aus den Immobilienpartnern, die STBO GmbH setzt sich aus den Unternehmen Dr. Oetker, DMG Mori, möller group, Böllhoff, Gauselmann und JAB Anstoetz zusammen. Als Vetreter gaben am Montag Dr. Maurice Eschweiler von DMG MORI und Franz-Christoph Borchard als Immobilienexperte Auskunft. Beide waren am Ende zufrieden und stolz.

Für sie gehe es nicht darum, einfache Geldgeber zu sein. Es gehe vor allem um einen Know-How-Transfer aus unternehmerischer Sicht. Dazu setzen sie viel auf Tradition, wie Eschweiler bestätigt: “Köln hat den Dom, Bielefeld die Arminia. Wir kommen aus Bielefeld, wir kommen aus Ostwestfalen und wir wollen, dass Bielefeld und Ostwestfalen eine ganz starke Reputation haben. Dieses Konstrukt kann dazu einen Beitrag leisten.” Die Interessengemeinschaft sei außerdem ein einmaliges Konstrukt und die ostwestfälische Antwort auf 50+1.

Für Markus Rejek, Geschäftsführer der Arminia, und Präsident Hans-Jürgen Laufer ist es ein besonderer Tag. Das letzte Jahr sei sehr intensiv gewesen, gerade im letzten Dezember, als die Zahlungsunfähigkeit drohte. Das machte Laufer noch einmal deutlich: ”Es ist ein Meilenstein. Ich muss wahrscheinlich auch zwei, drei Nächte drüber schlafen, damit ich begreife, was hier passiert ist. Allerdings sollten wir demütig damit umgehen.”

Dass der DSC es schaffte, innerhalb eines Jahres die 29 Millionen Schulden abzubauen, ist tatsächlich eine große Leistung. Und dafür musste der Verein nicht mal seine Seele verkaufen. Denn der Deal mit dem Bündnis ist angenehm. Zwischen der Bündnis Alm GmbH und dem Verein gibt es einen Mietvertrag über 15 Jahre. Dazu besteht eine Option der Verlängerung über zwei Mal fünf Jahre. Außerdem handelt es sich um einen Generalmietvertrag, was bedeutet, dass die Arminia für alle Rechte und Pflichten des Stadions zuständig ist. Daher gehen auch die Vermarktungserlöse an den Verein. Wie hoch  jedoch die Miete und der Kaufpreis tatsächlich sind, blieb vertraulich.

Das Bündnis Ostwestfalen... (Foto: Beckmann)
Präsident Hans-Jürgen Laufer, Geschäftsführer Markus Rejek, Pressesprecher Tim Placke, Dr. Maurice Eschweiler (DMG MORI) und Franz-Christoph Borchard (v.l.). (Foto: Beckmann)
Das Bündnis Ostwestfalen... (Foto: Beckmann)

Eine Frage, die viele Arminia-Fans momentan noch eher bewegt, ist die sportliche Situation. Die Gefahr eines Abstiegs droht in dieser Saison. Für den finanziellen Rahmen spielt das vorerst keine Rolle. Markus Rejek zeigte am Montag, wie der Plan dabei aussieht: “Das Konstrukt ist ligenunabhängig. Wir haben von unten nach oben gerechnet. Wir sind also besser vorbereitet als die letzten Jahre. Wir tun natürlich alles, dass dieser Fall nicht eintritt.” Allerdings stellten alle Beteiligten klar, dass jetzt nicht gleich größere Summen in neue Spieler fließen würden.

Zunächst sei eine Schuldentilgung kein Geldregen. Allerdings können nun Gelder, die sonst für die Liquidität eingsetzt wurden, für andere Zwecke benutzt werden. Rejek und Laufer deuteten bereits an, dass es ein Ziel sei, vorhandenes Geld in die Infrastruktur für das Nachwuchsleistungszentrum zu stecken.

Zwar sind die Veträge noch nicht unterschrieben, aber so final, dass es keine Änderungen mehr geben wird. Laut Rejek sollen die Veträge dann im Dezember unterschrieben sein. Für die Arminia ist es aber schon heute ein historischer Tag. Noch am Abend kann die Nachricht vom Verkauf auf der Jahreshauptversammlung auch den eigenen Mitgliedern präsentiert werden. 

Insgesamt kann der Verkauf als positives Zeichen für den Verein gewertet werden. Arminia ist schuldenfrei und konkurrenzfähiger im wirtschaftlichen Bereich. Da aber Stillschweigen über Miethöhe vereinbart wurde, lässt sich momentan nicht erahnen, was es für die Zukunft bedeutet. Die Interessengemeinschaft erwähnte auf jeden Fall oft genug den Begriff der Nachhaltigkeit, sodass die Hoffnung besteht, dass Arminia auf ruhigen Zeiten zusteuert. Es wäre allen Beteiligten zu wünschen. Denn sie haben das ausgebadet, was vorherige Geschäftsführer ihnen eingebrockt haben. 

Kritik am Stadionverkauf war zwar in der Vergangenheit auch laut geworden, doch ändert sich angesichts der Rechte-Vergabe erst einmal wenig für Klub und Fans. Die Zukunft der Arminia allerdings kann entspannter geplant werden.

 


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PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
5Heidenheim3455:451055
6Holstein3460:51949
7Bielefeld3452:50249
8Regensburg3455:54149
9St. Pauli3446:53-749

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