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DSC-Kommentar
Arminia Bielefeld entlässt Gerrit Meinke - was steckt dahinter?

Arminia Bielefeld trauert um seinen Stadionsprecher Lothar Buttkus. (Foto: westline)
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Bielefeld – Das kam überraschend – Der DSC Arminia Bielefeld feuert Gerrit Meinke, den kaufmännischen Geschäftsführer der Stadiongesellschaft. Das vermeldete das Westfalenblatt, der Verein hat es bestätigt. Markus Rejek, Geschäftsführer Finanzen, wird das Amt übernehmen. „Ist es eine Personalentscheidung oder steckt mehr dahinter?“, fragt sich das Umfeld und ergeht sich in Spekulationen. Ein Kommentar.

Der 50jährige Meinke, der von 1989 bis 1992 als Spieler für die Blauen aktiv war, hatte die Leitung der Stadiongesellschaft zur Saison 2013/2014 übernommen. Zum 1. September 2015 löste er Marcus Uhlig ab als Geschäftsführer Finanzen der DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KgaA. Als Markus Rejek am 1.Oktober 2017 diesen Posten übernahm, wurde Meinke kaufmännischer Geschäftsführer der Stadiongesellschaft DSC Arminia Bielefeld Arena- und Liegenschafts-Management GmbH & Co. KG (ALM KG). Schon vor den Feiertagen hatte der Verein Meinke seine Entscheidung mitgeteilt. „Diese Entscheidung tut mir persönlich leid, weil ich zu Gerrit Meinke ein freundschaftliches Verhältnis habe. Aber Geschäft ist Geschäft und Freundschaft ist Freundschaft“, sagt Vereinspräsident Hans-Jürgen Laufer zum Westfalenblatt.

Nun wird also Markus Rejek auch die Stadiongesellschaft übernehmen. Damit ist Arminia wieder bei der Personalunion zweier Ämter, die aufgrund ihrer Bedeutung und ihrer Arbeitsintensität von zwei Personen hätten ausgeübt werden müssen und sollen. Noch im Herbst hatten die Verantwortlichen des DSC genau das betont. Es muss also triftige Gründe geben, sich im laufenden Geschäftsjahr von Meinke zu trennen.

„Die Gesellschaft erfüllt nicht unsere Erwartungen“ – Was sagt das aus?

Ein zentraler Grund für die Freistellung Meinkes scheint die Stadiongesellschaft zu sein – sie steht im Fokus aller Medienberichte hierzu und wird auch in der Stellungnahme des Vereins betont Die ALM KG wurde 2011 gegründet. Die auf den Immobilien des Vereins lastenden Schulden wurden vom Verein in die Stadiongesellschaft übertragen. In diesem Rahmen sollten und sollen Gläubiger davon überzeugt werden, ihre Darlehen in Anteile an der Stadiongesellschaft umzuwandeln. Auch sollten und sollen weitere Investoren für die Stadiongesellschaft gewonnen werden. Durch die Umwandlung reduziert sich die Schuldenlast – Gläubiger haben dann Anteile am Stadion anstatt Forderungen an den DSC. Bei weiteren Investitionen durch Dritte besteht zudem die Chance, weitere Schulden über die Stadiongesellschaft abzubauen und darüber hinaus eines schönen Tages eine gewinnbringende Kapitalanlage zu bekommen – mit schwarzen Zahlen für alle Teilhaber einschließlich des DSC Arminia Bielefeld e.V. als Hauptgesellschafter. Die ALM KG ist damit ein wichtiger Bestandteil der Sanierungspolitik Arminias.

Und das scheint nun der Knackpunkt zu sein. „Die Gesellschaft erfüllt nicht unsere Erwartungen.“, sagt Laufer zum Westfalenblatt. Sie konnte nicht die erhofften Ergebnisse erzielen, erklärt der Verein in seiner Stellungnahme zum Meinke-Exit. Gerrit Meinke war Zeit seiner Tätigkeit beim DSC für die Stadiongesellschaft verantwortlich. Auf der letzten Jahreshauptversammlung gab er an, dass die Wandlungen von Verbindlichkeiten in Anteile keine Fortschritte gemacht habe. Von Investoren war überhaupt nicht die Rede. Nun war es Gerrit Meinkes Aufgabe, diese Sache voran zu treiben, die entsprechenden Verhandlungen zu führen, das Gegenüber, bei dem man in der Kreide steht, von den Vorteilen einer Umwandlung oder Investition zu überzeugen. Jeder, der mal mit Akquise-Aufgaben zu tun hatte, weiß, wie anspruchsvoll und undankbar dieser Job ist.

Bei Meinke kam zudem für längere Zeit noch das Amt des Geschäftsführers Finanzen hinzu. „Wir müssen uns alle etwas vorwerfen lassen. Wir haben Gerrit in das Amt gehoben und ihm die Doppelbelastung zugemutet.“, erklärt Präsident Laufer im Westfalenblatt, „Und ein Aufsichtsgremium hat nunmal eine aufsichtsführende Funktion und damit genauso Verantwortung“. In diesem Statement steckt zwischen den Zeilen das Bedauern über eine falsche Personalentscheidung. Ob die Belastung für Meinke zu hoch, ob er für die „Kundenakquise“ nicht geeignet oder ob er der falsche Mann für die Aufgabe war, ob er einer Neustrukturierung der Stadiongesellschaft, von der der Verein spricht, weichen muss – das entzieht sich der Beurteilung Dritter. Daher wird hier darauf verzichtet.

Kein Platz für Gerüchte

Auf jeden Fall sind Gerüchte und in „arminiatypischer“ Hysterie formulierte finstere Zukunftshirngespinste fehl am Platz. Sie helfen weder dem Verein noch der Stimmung im Umfeld weiter. Dass die finanzielle Situation des DSC angespannt ist und noch über Jahre angespannt sein wird – nun, das ist keine sensationelle Neuigkeit. Weder in den Medienberichten noch im Statement des Clubs finden sich direkte Zusammenhänge zwischen den klammen Clubkassen und der Entlassung Meinkes, geschweige denn Verfehlungen des ehemaligen Geschäftsführers, wie sie ihm gerade in diversen Foren untergeschoben werden.

Davon ab: Genaueres wird die Öffentlichkeit erst in der Jahreshauptversammlung am 28. Januar erfahren. Vermutlich wird sich Meinkes Exit dann als eine zwar überraschende, von den Hintergründen her aber eher banale Personalentscheidung erweisen. Vielleicht gibt es auch weitere Paukenschläge – wie am „Fall Meinke“ mal wieder zu sehen ist, ist Arminia dafür auch außerhalb des Spielfeldes gut. Ist aber unwahrscheinlich.

 


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16. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
12Aue1620:21-118
13Darmstadt1619:25-618
14Bielefeld1619:25-615
15Duisburg1614:28-1413
16Magdeburg1619:28-911

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