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Bündnis Ostwestfalen will Stadion erwerben
Arminia Bielefeld verkauft sein Zuhause - die Ideallösung

(Foto: Jan Ahlers)
Die Bielefelder Alm. (Foto: Grotevent )
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Bielefeld – Die Alm ist verkauft. In Kürze wird ein Konsortium aus ostwestfälischen Unternehmen und Immobilienexperten die Verträge unterzeichnen. Dieses erneute Bekenntnis ostwestfälischer Unternehmen zum ostwestfälischen Fußballclub ist nicht nur die beste, sondern auch die einzige Lösung im Rahmen des „Bündnis Ostwestfalen“.

Die Neue Westfälische meldete am 3. Oktober den Verkauf der Alm. Markus Rejek, Geschäftsführer Finanzen der DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA, bestätigte das dem Westfalen-Blatt. Sechs ostwestfälische Unternehmen, darunter unter anderem die Dr. August Oetker KG und die JAB Josef Anstoetz KG, kaufen das Stadion an der Melanchthonstraße. Eine neue Gesellschaft, der neben den sechs Firmen auch Immobilien-Experten angehören, übernimmt die Verantwortung für die Alm. Die entsprechenden Verträge sollen in Kürze gemacht werden.

Damit ist nun ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Bestandteil des Sanierungskonzeptes umgesetzt, das das „Bündnis Ostwestfalen“ und die KGaA zu Beginn des Jahres entwickelten – gleichzeitig offenbar auch der schwierigste. Die Alm ist mehr als nur ein Spielfeld mit Tribünen drum herum. Auch Räumlichkeiten mit laufenden Mietverträgen gehören dazu, etwa das Catering bei Spielen, vermietete Büros in der Geschäftsstelle und die „Sky Offices“ unter dem Dach der Osttribüne. Hinzu kommt jede Menge „Kram“, zum Beispiel die Videoanlagen und andere technische Einrichtungen. Und dann ist da noch die ehemalige Stadiongesellschaft, die ALM KG, mit ihren Mitarbeitern, denen beim Transfer eine ungewisse Zukunft bevorsteht. Auch das im Deal verankerte Rückkaufrecht durch die KGaA und die Pacht, die diese an den neuen – oder besser: zwischenzeitlichen – Eigentümer zahlt, macht die Transaktion nicht leichter.

Immobilie Alm - ein paar ketzerische Gedanken

Denn: Aus Sicht des Immobilienmarktes oder eines Immobilienhändlers ist dieser Deal alles andere als spannend. Kleiner Exkurs nach Spanien: Als Real Madrid zu Beginn des Jahrhunderts mit einer Dreiviertel Milliarde Euro in den roten Zahlen stand, veräußerte der Club sein Trainingsgelände für diesen Betrag an einen Baulöwen. Die Fläche selbst entsprach natürlich nicht diesem Wert – mit den drei Bürotürmen, die der Käufer darauf bauen ließ, schon, Gewinne durch die Nähe zum madrilener Business-Viertel nicht ausgeschlossen.

Die Alm liegt mitten in einem Wohngebiet, in einer der attraktivsten und am meisten nachgefragten Gegenden Bielefelds. Auf dem Gelände der Alm könnten viele attraktive Wohneinheiten geschaffen werden, mit entsprechenden Miet- oder Kaufeinnahmen und deutlichen Veräußerungsgewinnen in Zukunft. Für jeden Arminen verbieten sich solche Gedankenspiele, der Immobilienmarkt nimmt auf Tradition, über 90 Jahre Fußball und die Heimat Tausender Fans keine Rücksicht.

Beim „Alm-Deal“ soll der bisherige Eigentümer im Objekt „Wohnen“ bleiben, er zahlt eine von ihm festgelegt Pacht und kauft das Objekt irgendwann zurück, ohne dass ein Investor die Möglichkeit hat, selbst etwas aus der Immobilie zu machen, seien es bauliche Veränderungen, seien es Kapitalgewinne durch eigene Vermietungen oder Verkäufe. Wie oft solche Modelle tatsächlich auf dem Immobilienmarkt praktiziert werden, sei dahingestellt, dass sie die Warteschlange der Interessenten nicht länger machen, dürfte aber außer Frage stehen.

Der Almverkauf – Mehr „Commitment“ als „Investment“

Vor diesem Hintergrund ist der nun fixe Verkauf der Alm an Partner aus dem „Bündnis Ostwestfalen“ die einzig praktikable Lösung. Hier ging es weniger um das „gute Investment“ (Präsident Laufer) gegangen sein als um das „Commitment für die Region“ (Statement aus Kreisen der Käufer). Hier zeigt sich einmal mehr das starke und vor allem ehrliche Bekenntnis der ostwestfälischen Unternehmen zum Vorzeigeclub ihrer Region. Die Firmen haben sich wieder positiv ins Gespräch gebracht – das ist eine Menge wert, auch wenn es sich nicht in Renditen fixieren lässt. Auch praktisch fällt sicher der eine oder andere Vorteil für die Käufer ab: Werbeveranstaltungen, Meetings in Stadionräumlichkeiten, Geschäftsessen beim Flutlichtspiel.

Und für die DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA ist der wichtigste und schlussendliche Baustein des Sanierungskonzeptes abgeschlossen. Die Blauen können nun einen Tilgungsplan zur Begleichung der Restschulden, vor allem bei der Stadt Bielefeld, erarbeiten. Sie können nun frei wirtschaften und die Mannschaft sportlich weiterentwickeln.

Zum Schluss bleibt nur noch, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, welch eine bemerkenswerte Sache das „Bündnis Ostwestfalen“ ist. Das regionale Bekenntnis, das Erkennen der Bedeutung Arminias in diesem Rahmen und die fast vorbehaltlose Hilfe – es ist schon eine Menge Glück, das Arminia da hatte und hat.

Und auch das noch einmal zur Erinnerung: Arminia ist nun am Zug. Macht was aus der Perspektive.

 


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9Bochum3041:43-239
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12Darmstadt3040:48-837

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