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Marlon Irlbacher kommentiert
Die BVB-Kolumne 149: Dreckige Punkte gesucht

Dortmund – Ist der BVB vielleicht zu brav für den Erfolg? Unser BVB-Kolumnist treibt es nicht auf die Spitze - und erfolglos war die Borussia in der vergangenen Zeit nun wahrlich nicht. Aber irgendwie hat man den Eindruck, die Schwarz-Gelben seien manchmal einfach nicht "hart" genug. Ein Für und Wider...

Samstag war es mal wieder so weit: 80. Spielminute, ein weiterer Borusse muss verletzungsbedingt den Platz verlassen und man hatte das Gefühl, unseren Nuri sieht man, genau wie Sven Bender zuvor, für die nächsten Monate nicht wieder.

Großer Ärger über die Schiedsrichterleistung machte sich auf den Tribünen breit. Viele hätten sich gewünscht, das Herr Meyer schon früher bei taktischen Fouls zur gelben Karte greift und drastischer gegen robust auftretende Leverkusener vorgeht. Zu vieles konnten sie sich erlauben.

Aber wieso erscheint dieses Spielverhalten überwiegend auf der anderen Seite? Sind unsere Jungs vielleicht zu lieb? Oder sind sie einfach zu feine Fußballer, als dass sie sich ihre Füße mit dreckigen Fouls und versteckten Maschen dreckig machen würden?

Die Frage ist, wofür solche Typen wie ein Marc Van Bommel oder Jermaine Jones heute noch gut sind? Wir haben vielleicht einen Sebastian Kehl und in Abstrichen einen Sven Bender, die mal richtig dazwischen hauen können, aber sind solche Spieler für eine Mannschaft heute noch wichtig?

Zu schnell ins Schwimmen geraten

Oft schon hatte ich den Eindruck, wenn eine Mannschaft es vermag gegen unsere Borussia zu harten Mitteln zu greifen und auch mal unfair zu spielen, geraten wir ins Schwimmen.

Nicht nur, weil Spieler verletzt werden, sondern weil unsere Jungs zu brav und zu vorsichtig ans Werk gehen. Ich habe mich jahrelang gefragt, wieso wir in oder gegen Hoffenheim immer so schlecht aussehen.

Die Devise des Plastikclubs aus Sinsheim war es immer, mit harten Mitteln gegen uns zu spielen und uns so gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. Oftmals sprechen die Ergebnisse für sich.

Mit Sicherheit ist dies keine feine Art Fuball zu spielen und sicherlich ist es schöner den Ball laufen zu sehen und geilen Fußball zu genießen. Fakt ist aber leider, das viele Mannschaften auf diese eben dreckige Art und Weise viele Punkte sammeln.

Leider sind wir am Samstag, auch wenn unsere Mannschaft natürlich ein schwaches Spiel abgeliefert hat, mal wieder Zeuge dessen geworden. Denn Fakt ist: Hätte der Schiedsrichter früher angefangen taktische Fouls und unsportliche Vergehen zu bestrafen, hätte Leverkusen nach 45 Minuten nur noch 10 oder 9 Mann auf dem Feld gehabt.

Darüber muss man diskutieren!

Gab es jemals so viele Verletzte in einer Bundesligasaison? Beim BVB sowieso nicht. Schaut man sich jedoch die Konkurenz an, scheint das Problem auch dort überwiegend seit dieser Saison aufzutreten. Seien es der FC Bayern oder auch der ungeliebte Nachbar aus Herne West, alle haben überwiegend große Verletzungsprobleme.

Natürlich nicht alle anhand von Schiedsrichterfehlentscheidungen festzumachen, jedoch auch einige, die durch grobes Einsteigen verursacht wurden.

Wir wünschen uns immer alle Schiedsrichter, die "auch mal was laufen lassen", wie es in der Premiere League der Fall ist. Jedoch sollten die Herrschaften sich mal überlegen, ob der Mittelweg nicht eine Alternative wäre.

Es müssen klare Regeln herrschen!

Um verschiedene Abseitsregularien können sich die Herrschaften jedes Jahr kümmern und verändern und machen. Geht es aber um einfache Regeln, die das Foulspiel oder auch die Handelfmeter-Diskussion betreffen, drehen sie sich jahrelang im Kreis. Wer erinnert sich an die Grätsche eines Spielers von Neapel gegen Mkhitaryan?
An der Mittellinie konsequenzlos von hinten in die Beine - es gab Gelb.

Jeder hatte die rote Karte gefordert und hatte man nicht immer davon gesprochen, dass es für ein derartiges Einsteigen von hinten in die Beine nur die rote Karte geben kann? Das selbe Foul hatten wir gegen Leverkusen an der Eckfahne gegen Kuba - wieder nur Gelb.

Sich im Nachhinein vor die Kamera zu stellen und zu sagen: "Ups, ja gut... Emm... Das war dann wohl doch eher Rot", ist ja löblich und schön, aber dann macht es doch beim nächsten mal endlich besser!

Ganz zu schweigen von dieser "Schleicherei", um bei einer Auswechslung Zeit zu schinden und Bälle wieder ins Spiel zu werfen, obwohl der Ball schon wieder rollt. All diese Dinge bringen das Fanherz zum Kochen.

Nun wird der ein oder andere verlauten lassen " Aber das sind doch alles Dinge, die den Fußball ausmachen".
Das ist ja auch schön und gut, aber Unsportlichkeiten machen für mich nicht den Fußball aus, sie machen ihn unfair.
Und wenn es dein Team ist, das am Ende mit 3 Punkten zu wenig da steht, weil ein Schiedsrichter meint, er müsse ein Phantomtor geben, dann würde es dich genau so erzürnen.

Fakt ist, der BVB muss eine gesunde Mischung finden, auch gegen harte Mannschaften aggressiv aber fair vorzugehen.
Man kann nicht immer den Sand in den Kopf stecken und sich "abschlachten" lassen. Es muss auch mal wieder dazwischen gehauen werden; und ich hoffe, unsere Spieler wachsen an diesen Erfahrungen und werden sich auch zu wehren wissen. Denn nur mit Schönspielerei gewinnst du keine Spiele und meistens auch keine Titel.

Ich glaube an unsere Mannschaft und ich glaube fest daran, dass sie morgen Abend in das Achtelfinale der CL einziehen. Aber wenn die Schiedsrichter zur Zeit nun mal europaweit eine neue Richtlinie fahren, müssen wir mit allen Mitteln dagegen halte und auch mal den Schalter umlegen und "frecher" agieren. Nicht jeder mag die Meinung teilen und nicht jeder wird so denken. Viele werden sagen: "Das kann man alles spielerisch lösen, ging ja sonst auch immer."

Aber der Fußball ändert sich eben doch von Jahr zu Jahr.

Sei es in der Bundesliga, oder in der Champions League. Diesen Weg muss man mitgehen und ihn vor allem annehmen!

Dann ist man gewappnet, auch schwierige Aufgaben an einem schlechten Tag zu lösen und wieder "dreckige Punkte" zu holen. 0:1 per Foulelfmeter in der 93. Minute in Marseille bei 18:1 Torschüssen?

Na meinetwegen! Auf ins Achtelfinale!


Der Autor: Marlon Irlbacher

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