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Florian Dellbrügge kommentiert
Die BVB-Kolumne 57: Bescheiden bleiben und genießen

Dortmund – Der BVB siegt und beweist tolle Moral, zuletzt in Berlin gewann das Team durch eine pure Willensleistung. Doch trotz der durchaus vorhandenen Chancen auf die Titelverteidigung und das Pokalfinale mahnt Florian Dellbrügge auch: vor der Arroganz und überzogenen Erwartungshaltung mancher Fans.

1:0-Arbeitssieg zu Hause gegen Leverkusen, 1:0-Arbeitssieg auswärts in Berlin bei der Hertha. Im Fußball heißt es, muss man diese Spiele gewinnen um am Ende der Saison oben zu stehen. Richtig ist auch, besser gesagt glaube ich, vor einigen Jahren hätten wir in diesen beiden Spielen maximal zwei Punkte geholt. So stabil die Borussia gerade ist -15 von möglichen 15 Punkten nach der Pause sind ja mal eine Ansage- stört es mich, dass viele nur noch über die Titelverteidigung und sogar über ein Double reden.

In meiner letzten Kolumne bin ich auf die Möglichkeit einer Titelverteidigung eingegangen, diese Möglichkeit wird natürlich nicht geringer werden, sollten wir weiterhin so auftreten. Jetzt aber schon fast davon auszugehen wieder Meister zu werden ist einfach falsch.

Man kann nicht einfach davon ausgehen, in der Liga jetzt noch 36 Punkte zu holen und ohne einen Ausrutscher durchzukommen. In dieser Saison ist da vorne einfach alles viel knapper und ich glaube nicht, dass wir in der Dominanz des letzten Jahres einfach durchmarschieren wenngleich ich mir das natürlich wünschen würde.

Noch 12 schwere Spiele plus Fürth

Es stehen noch 12 Spiele in der Bundesliga an, darunter auch die Spiele gegen Bayern, gegen Gladbach und auch noch das Derby gegen die Blauen. Diese 12 Spiele werden alle brutal hart und einiges an Arbeit abverlangen die jeweiligen 90 Minuten unbeschadet durchzustehen.

Was ich aber noch schlimmer als die Erwartungshaltung einiger Fans in der Liga finde, ist die im Pokal.
Natürlich ist die Chance riesig nach 2008 wieder einmal zum Pokalfinale nach Berlin zu fahren, dennoch muss das Halbfinale in Fürth erst einmal gewonnen werden. Die Pokalsaison lief bislang super, wir hatten noch keinen Erstligisten zu spielen, dennoch in Düsseldorf schon einen schönen Krimi gesehen.

Die Fürther dürfen aber nicht unterschätzt werden, trotz dem 0:0 am Wochenende spielen die in der Zweiten Liga bislang eine klasse Runde und scheinen den Mythos der Unaufsteigbarkeit tatsächlich mal besiegen zu können. Das ändert natürlich nichts an unserem Favoritenstatus und an dem Anspruch das Finale zu erreichen.

Arrogante Erwartungshaltung

Dennoch sollte man sich mal fragen, warum man den Bayern jahrzehntelang eine Arroganz nachsagt, um sie bei der erst besten Gelegenheit dann selber anzunehmen. Viel zu oft habe ich in dieser Saison auf dem Weg zu Spielen schon Gespräche belauschen dürfen, in der es mir schwer fiel, ruhig zu bleiben.

Fängt das noch harmlos nach dem Credo "die hauen wir 5:0 weg" an, meint der ein oder andere nach dem Reus -Transfer steht das Tor zur Welt offen und "die Einnahmen aus der Champions League" müssen 1:1 ausgegeben werden. Da hört man dann, dass man sich bemühen muss Topstars nach Dortmund zu bekommen, schließlich könne man sich diese ja wieder leisten…

Erinnern und Spaß haben

Auch wenn die Zeit hoffentlich vorbei ist und nie wirklich nie wiederkommen wird, darf man nicht vergessen wo wir herkommen. Es ist noch keine fünf Jahre her, da haben wir 1:0 in Bielefeld verloren und waren plötzlich, fast ohne es zu merken Vorletzter in der Tabelle und haben bis zum 32. Spieltag gegen den Abstieg kämpfen müssen. Viel länger ist es auch noch nicht her, dass in Düsseldorf mit einem Schlag alles hätte vorbei sein können. Den BVB könnte es heute gar nicht mehr geben.

Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man das jetzt ausblenden kann und einfach davon ausgeht, dass es so wie derzeit immer weiter gehen wird. Das trifft natürlich nur auf einen kleinen Teil der Fans zu, dennoch finde ich diese Entwicklung bedenklich.

Ich möchte auch gar nicht den großen Pessimisten raushängen lassen, dazu ist die aktuelle Situation viel zu geil. Bei aller Euphorie sollte man halt nie vergessen wo man herkommt. Vielmehr, und ich werde nie müde das zu betonen, sollte man das was unsere Jungs da seit drei, vier Spielzeiten auf dem Rasen abrennen einfach genießen und Spaß haben, sei es im Stadion oder vor dem Fernseher.


Der Autor: Florian Dellbrügge

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