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14. November 2004
Vor zehn Jahren: Gerd Niebaum tritt als BVB-Präsident ab

Der ehemalige BVB-Chef Dr. Gerd Niebaum hat erneut einen Prozess verloren. Er muss 65.000 Euro an die Sparkasse Werl zahlen.

Dortmund – Mitgliederversammlung bei Borussia Dortmund. Gereizte, aggressive Stimmung unter den Mitgliedern. Heute unvorstellbar, im November 2004 bittere Realität. Der BVB in der schlimmsten Krise der Vereinsgeschichte. Dafür mitverantwortlich war Gerd Niebaum. Vor zehn Jahren trat er als Präsident des BVB ab. Ein Rückblick...

14. November 2004: Jahreshauptversammlung bei Borussia Dortmund. Es ist 11.07 Uhr, als Dr. Gerd Niebaum das Podium in der Westfalenhalle betritt. Zum letzten Mal als Präsident des BVB. Die Stimmung ist angespannt, gereizt. Niebaum bedauert, "in einer solchen Situation" zurückzutreten. Nach 18 Jahren an der Klubspitze, nach großen Erfolgen tritt Niebaum an diesem Tag ab. Er übergibt an seinen Vorgänger: Reinhard Rauball.

Heute, im Rückblick, deutlicher als vielleicht damals noch: Gerd Niebaum hatte den BVB zusammen mit Michael Meier in die schlimmste Krise der Vereinsgeschichte geführt. Der Verein steht damals im Herbst 2004 vor der Insolvenz. In seiner Rede wirbt Niebaum um Zustimmung, als Geschäftsführer der KGaA unentgeltlich weiterzumachen. Der Applaus dabei verhalten. Buh-Rufe hallen durch die Westfalenhalle.

Rücktritt um kurz vor 15 Uhr

Die Stimmung unter den Mitgliedern ist aggressiv. Hermann Heinemann, ehemaliger Geschäftsführer der Westfalenhallen, liest Niebaum und Meier die Leviten: "Sie können nicht heute eine zweite Chance einfordern". Der Erlös aus dem Börsengang vier Jahre zuvor - das sei doch bereits die zweite Chance gewesen, kritisiert er.

Den Mitgliedern des Vereins ist die Angst vor dem Absturz anzumerken. Sie haben Angst um ihre Borussia. Angst, demnächst die Kreisliga-Plätze in und um Dortmund kennenlernen zu müssen. Niebaum muss die Reden über sich ergehen lassen. Unter Tränen, so steht es am Tag danach in den Ruhr Nachrichten, tritt er um kurz vor 15 Uhr zurück. Rauball, sein Nachfolger, ist bis heute im Amt.

Mit ihm als Präsidenten, seine dritte Amtszeit nach 1979 bis 1982 und 1984 bis 1986, erlebt der BVB die finanzielle Rettung und die sportlich erfolgreichste Phase in 105 Jahren Vereinsgeschichte.

"Existenzbedrohende Ertrags- und Finanzsituation"

Bis dahin war es ein langer Weg. Am 9. Februar 2005 gibt Niebaum auch das Amt des Geschäftsführers der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA auf. Sein Nachfolger wird der damalige Schatzmeister des BVB, Hans-Joachim Watzke. Wie Rauball ist er bis heute im Amt bei Borussia Dortmund.

Eine Woche später teilt der BVB mit, sich in einer "existenzbedrohenden Ertrags- und Finanzsituation" zu befinden. Die Gläubiger der Dortmunder einigen sich auf einen Kompromiss zur Sanierung des Vereins. Doch auch damit sind die Schwarz-Gelben noch nicht gerettet. Die Fondgesellschaft Molsiris muss dem Sanierungskonzept noch zustimmen.

Ohne dieses "Go", das der BVB am 14. März 2005 bekam, würde es Borussia Dortmund wohl heute nicht mehr geben. Die drohende Insolvenz war abgewendet. Das alles scheint heute unwirklich. Wer damals schon Fan der Borussia war, weiß um die Lage. Vielleicht hat dieses Wissen für diese Fans einen großen Anteil an der "echten Liebe", die heute so schnell dahingesagt ist.

Die Chronik der Krise (Süddeutsche)

Luftschlösser der rosigen Zukunft an der Strobelallee (BVB-Fanabteilung)

 

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4Frankfurt2957:342352

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