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Auf dem Weg zum Ziel?
Analyse: Das ist der BVB-Kader für die Rückrunde

Der Kader des BVB hat sich im Winter noch etwas verändert. Wir analysieren die Situation für die Rückrunde. (Foto: dpa)
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Dortmund – Seit Donnerstagabend ist die Winter-Transferphase vorbei. Vor allem am letzten Tag kam noch einmal einige Bewegung in den Kader von Borussia Dortmund. Der Klub konnte den ein oder anderen Spieler noch bei anderen Vereinen unterbringen. 25 Spieler stark ist nun der Kader für das zweite Saisonhalbjahr. Florian Dellbrügge wirft einen Blick darauf...

Vor allem der 31. Januar brachte noch einmal Bewegung in den Kader von Borussia Dortmund. Mit Dzenis Burnic, Shinji Kagawa und Jeremy Toljan verließen gleich drei Spieler den Klub auf Leihbasis zunächst bis zum Ende der Saison. Bereits zurvor hatte der BVB Sebastian Rode an Eintracht Frankfurt verliehen und auch Angreifer Alexander Isak verließ den BVB in diesem Modell. Der junge Schwede spielt ab sofort erst einmal für Willem II in der niederländischen Liga.

Fünf Abgänge also, die der BVB in diesem Winter zu verzeichnen hatte. Dem steht nur die Neuverpflichtung Leonardo Balerdis gegenüber. Der Argentinier gilt jedoch als Perspektivtransfer und soll den Kader nicht unmittelbar verstärken. 

Trainer Lucien Favre hat im zweiten Halbjahr so nun 25 Spieler zur Verfügung. Das ist eine gesunde Kadergröße, anders noch als in der Hinrunde, als sich teilweise über 30 Spieler auf dem Trainingsplatz in Dortmund Brackel tummelten. Gibt es nach den Abgängen dieses Winters irgendwelche Problemzonen im BVB-Kader? Wir wagen eine Analyse.

Tor
Auf der Position des Torwarts gab es im Winter keine Veränderung. Und es gab auch keinen Anlass, hier etwas zu ändern. Roman Bürki spielt die wohl beste Saison seiner bisherigen BVB-Zeit, ist die unumstrittene Nummer Eins im Tor der Borussia. In der Winterpause fasste Bürki den Entschluss, in der Zukunft auf Einsätze in der Nationalmannschaft der Schweiz zu verzichten. Er ordnet alles dem BVB unter, möchte in Dortmund Erfolge feiern. Hält er weiter so wie bisher, dann scheint das nicht unwahrscheinlich.

Mit Marwin Hitz hat Lucien Favre eine solide Nummer Zwei in der Hinterhand. Hitz spielte bisher im Pokal und durfte im Liga-Kracher gegen den FC Bayern das Tor hüten. Er machte seine Sache jeweils ordentlich. Und mit Eric Oelschlägel gibt es noch eine Nummer Drei, die jedoch nur in der Regionalliga-Mannschaft der Dortmunder zum Einsatz kommt. Dort kommt der 23-Jährige in der laufenden Saison auf 17 Einsätze. 

Innenverteidigung
In der Winterpause durfte Amos Pieper mit ins Trainingslager nach Spanien. Doch schon dort war klar, dass seine Perspektive bei den Profis des BVB eher nicht vorhanden ist. Zwar durfte er in der Hinrunde erstmals zumindest an der Bundesliga schnuppern - er befand sich im Kader für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach - doch zum Einsatz kam er in der höchsten deutschen Spielklasse bisher nicht. In der Hinrunde zeigte er sich als verlässliche Stütze der U23. Das wurde jetzt mit dem nächsten Karriereschritt belohnt: Pieper gehört seit Ende Januar Arminia Bielefeld an und wird dort versuchen, in der 2. Bundesliga Fuß zu fassen.

Im Bundesliga-Kader gab es im Winter auch verletzungsbedingt einen Zukauf. Weil sich gleich drei zentrale Abwehrspieler vor der Winterpause verletzten, hat der BVB mit Leonardo Balerdi von den Boca Juniors einen Transfer vorgezogen, den er eigentlich erst im Sommer tätigen wollte. Balerdi soll sich nach seiner Rückkehr von der U20-Südamerikameisterschaft zunächst langsam an das Niveau in Deutschland gewöhnen und dem BVB dann auf lange Sicht weiterhelfen.

Der Transfer Balerdis ergab sich aber auch, weil Manuel Akanji noch auf unbestimmte Zeit ausfällt. Bereits in der Hinrunde hatte der Schweizer-Abwehrleader mit Problemen an der Hüfte zu kämpfen. Zwar kommt Akanji um eine Operation herum, doch sein Aufbau wird sich noch einige Zeit hinziehen. Der BVB hofft, ihn im Frühjahr wieder einsetzen zu können. 

Auch Dan-Axel Zagadou fehlte dem BVB zuletzt für längere Zeit. Eine Fußverletzung hinderte ihn, in den letzten Wochen der Hinrunde aktiv auf dem Platz mitwirken zu können. Er wird derzeit langsam wieder in das Teamtraining integriert. Er wird schneller als Akanji wieder zur einer Option für Favre und sein Team, doch auch Zagadou fehlt eben derzeit noch.

Weigl überzeugt auf fremder Position

Das ist es gut, dass immerhin Abdou Diallo wieder zur Verfügung steht. Auch er fiel zum Ende der Hinserie aus und konnte im Wintertrainingslager noch nicht in vollem Umfang mit der Mannschaft trainieren. Doch pünktlich zum Spiel in Leipzig war der Franzose wieder mit an Board. Beide bisherigen Rückrundenspiele absolvierte er über 90 Minuten. Er dürfte einen Stammplatz vorerst sicher haben. Neben ihm half zuletzt Julian Weigl aus. Bekanntermaßen ist Weigl eigentlich ein defensiver Mittelfeldspieler. Dort sieht er sich auch selber auf Dauer. 

Doch Weigl wusste in seinen bisherigen drei Einsätzen in der Abwehr bisher durchaus zu überzeugen und dürfte für Favre auch in den nächsten Woche eher hier eine Option werden, als auf seiner Stammposition. Oft wurde im Winter darüber spekuliert, Weigl habe eine Transferanfrage eingereicht und würde den Klub gerne verlassen. Bestätigt sind diese Berichte jedoch nicht. Und am Ende passierte um Julian Weigl auch nichts. Er trägt weiterhin das Trikot des BVB. Klar ist aber auch: Sind alle Kandidaten für die Innenverteidigung fit, wird Weigl hier keinen Platz mehr finden. Dann wird es spannend, wie seine Perspektive auf seiner Stammposition ist. Dazu an anderer Stelle mehr.

Bleibt in der Innenverteidigung noch Ömer Toprak. Der älteste der zentralen Abwehrspieler musste in dieser Spielzeit bisher zumeist von der Bank aus verfolgen, was seine Kollegen so machen. Doch wenn er gebraucht wurde, dann war Toprak da. Auf acht Einsätze kommt er bisher. Im Verlaufe der Rückrunde werden sicherlich noch weitere dazukommen. Stammspieler ist Toprak aber derzeit nicht. Und er wird es wohl bei einem normalen Verlauf der Rückrunde nicht werden.

Außenverteidiger
Auf den Außen hat sich Borussia Dortmund am letzten Tag der Transferperiode vorläufig noch von Jeremy Toljan getrennt. Er kam in dieser Saison unter Lucien Favre überhaupt nicht zum Zug und spielt in der Rückrunde in Schottland für Celtic Glasgow. Damit endet vorerst eine unglückliche Zeit in Dortmund. Toljan kam im Sommer 2017 zum BVB, wusste in einer schwachen Dortmunder Saison nicht zu überzeugen und fand unter dem neuen Trainer überhaupt keinen Zugang in den Kader. Logisch also, dass sich die Wege hier vorerst getrennt haben.

Auf rechts ist der BVB in der Defensive so nun aber durchaus knapp besetzt. Mit Lukasz Piszczek steht hier eine sichere Bank zur Verfügung, die unter Favre noch einmal an altes Leistungsvermögen erinnert. Klar ist aber auch: Der Pole kann nicht mehr jedes Spiel absolvieren. Dazu fehlen die Körner mittlerweile. Für ihn dürfte dann Achraf Hakimi den Platz rechts in der Viererkette einnehmen. Doch die Leihgabe von Real Madrid ist auf beiden defensiven Außenbahnen zu gebrauchen, kann auch links für Marcel Schmelzer auflaufen. Und tat das zuletzt auch. 

Schmelzer biegt so langsam auf die Zielgerade seiner Karriere ein, war zum Start der Saison auch bei Lucien Favre gesetzt. Die Fans spaltet der Linksverteidiger zwar, doch Favre ist schon der fünfte Trainer in Dortmund, unter dem "Schmelle" zum Zug kommt. Klar ist: Bekommt Lukasz Piszczek eine Pause, dann rückt Hakimi dafür nach rechts. So sind Schmelzer auf seiner linken Seite Einsätze garantiert. 

Klar ist aber auch: Verletzen sollte sich in der Rückrunde besser keiner der BVB-Außenverteidiger. Dann wird das Ganze schnell zum Ritt auf der Rasierklinge.

Zentrales Mittelfeld
Im zentralen Mittelfeld machte Dzenis Burnic am letztmöglichen Tag noch einen Abgang in die zweite Liga. Bei den Profis des BVB hatte der Nachwuchsspieler aber ohnehin keine Perspektive. Die Konkurrenz auf seiner Position im defensiven/zentralen Mittelfeld ist einfach zu groß.

Mit Axel Witsel und Thomas Delaney hat sich hier ein Pärchen gefunden, dass die Geschicke des BVB lenkt. Delaney ist der unermüdliche Kämpfer, der jede sich aufreißende Lücke zuläuft und gerne dabei gerne auch einmal berherzt ins Tackling geht. Und über Axel Witsel lassen sich ganze Bücher schreiben.

Der Belgier spielt zum ersten Mal in seiner Karriere in einer großen Liga, hatte damit auch nach dem Abstecher nach China überhaupt kein Problem. Witsel ist eine der Schlüsselfiguren für den jüngsten Erfolg der Dortmunder. Wenn der 30-Jährige am Ball ist, dann ist er nur unheimlich schwer wieder vom Spielgerät zu trennen. Und seine Passsicherheit ist schlichtweg der Wahnsinn. Fehlpässe von Witsel können sich die Fans meist an wenigen Fingern abzählen. Auch ohne Binde am Arm ist er der Boss auf dem Platz. 

Auf seiner Stammposition ist es für Weigl schwer

Da wo Witsel und Delaney begeistern, war zuvor die Heimat von Julian Weigl. Über Jahre spielte er hier einen soliden Part. Gerade unter Thomas Tuchel bestach Weigl mit seiner Ruhe und seinem sicheren Passspiel. Weil sich der Stil des BVB unter Favre aber grundlegend geändert hat, wird es für Weigl auch weiterhin schwer, auf seiner Stammposition Einsätze zu bekommen. Daher ist eine Trennung am Ende der Saison nicht so unwahrscheinlich, wie sie es noch im Winter jetzt gewesen ist.

In der Rückrunde wird sich auch entscheiden, wie es für Mahmoud Dahoud beim BVB weitergeht. Zu Beginn der Saison sah es so aus, als würde er unter seinem einstigen Gladbacher-Förderer Favre den nächsten Schritt gehen. Doch der gute Start unter dem neuen Trainer war nur ein kurzes Hoch für Dahoud. Zwischendurch spielte er überhaupt keine Rolle. Dann aber wieder war er maßgeblich mit am Sieg gegen den FC Bayern beteiligt, als er sein vermutlich bisher bestes Spiel für den BVB ablieferte. Klar ist aber auch: So lange Witsel und Delaney nicht ausfallen, wird es Dahoud schwer, einen Platz in der Startelf zu ergattern. Er muss sich wohl vorerst mit Einwechslungen zufrieden geben. Sofern es überhaupt dazu kommt.

 


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22. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1Dortmund2154:233150
2FC Bayern2250:262448
3M'gladbach2242:222043

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