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Amateure in der Findungsphase
BVB II: Alen Terzic startet mit „grundsätzlich positivem“ Eindruck

(Foto: Elspaß)
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Dortmund – Alen Terzic rückte bei Borussia Dortmund ziemlich schnell in die Verantwortung. Vorerst bis zum Sommer betreut er das Regionalliga-Team des BVB. Leon Elspaß schreibt über seinen Auftrag, was Kapitän Massimo Ornatelli sagt und die Lage bei den "Amas". 

Es musste dann doch recht fix gehen. Als Jan Siewert am 13. Januar, nur rund 24 Stunden vor dem Trainingsauftakt des BVB II, ein Angebot von Huddersfield Town vorgelegt wurde, erklärte er Dortmunds Verantwortlichen schon am Folgetag, zum Tabellenletzten der Premier League wechseln zu wollen. Dem 36-jährigen Fußballlehrer sollte dieser steile Aufstieg nicht verbaut werden. Er durfte gehen – und Dortmunds U23 stand plötzlich ohne Frontmann da. Fündig wurde der BVB im eigenen Lager: Alen Terzic, seit Sommer hauptamtlich als Scout für Borussia Dortmund unterwegs, soll die U23 vorerst bis Saisonende in der Regionalliga anleiten. Der 38-Jährige beerbte Siewert, ist nun seit zweieinhalb Wochen in dieser Verantwortung. 

„Dass wir Alen schon kannten, war ein Faustpfand“, befindet Manager Ingo Preuß. Terzic, dessen zwei Jahre jüngerer Bruder Edin unter der Leitung von Lucien Favre als Co-Trainer mit dem Dortmunder Bundesliga-Team arbeitet, kennt sich aus in diesem Verein. Ihm sind die innerbetrieblichen Strukturen bekannt, ebenso die Art und Weise, wie der BVB Fußball spielen will. Terzic, laut Preuß „ein absoluter Fachmann“, brachte keinen Assistenten mit. Er übernahm das gesamte Trainerteam Siewerts, das „völlig intakt“ sei und ihm außerordentlich beiseite stehe: „Sie haben mir bei der Eingewöhnung sehr geholfen“, sagt Terzic, „unterstützen mich in allen Bereichen und sind fachlich wie menschlich top.“ 

Geknirscht

Etwas geknirscht hatte es im Vorfeld seiner Beförderung. Zumindest zwischen der Borussia und dem Oberligisten FC Brünninghausen, den Terzic seit Juli 2016 trainierte. Der Grund: Noch ehe U23-Personalplaner Preuß mit Brünninghausens Verantwortlichen in Verhandlungen getreten war, hatte der BVB reichlich voreilig vermeldet, dass der Trainerwechsel perfekt sei. Ein großes Ärgernis für Preuß. Der musste sich erst entschuldigen, ehe die Vertragsgespräche wirklich anlaufen konnten. ("Der BVB hat uns das Herz herausgerissen.") Erst vier Tage nach der offiziellen, aber eigentlich noch ungültigen Bekanntmachung des Deals stand Terzic dann auf dem Trainingsplatz in Dortmund-Brackel. 

In den seither verstrichenen zweieinhalb Wochen hat er einige Einheiten geleitet, arbeitete mit seiner Belegschaft sieben Tage im spanischen Huelva – und konnte einen „grundsätzlich positiven“ ersten Eindruck gewinnen. „Ordentliche Wochen“ hätten er und die Spieler hinter sich gebracht, sagt Terzic. „Wir haben uns besser kennengelernt.“ Was auch dringend nötig war. Denn Terzic, mit seiner Scouting-Tätigkeit und der Trainerarbeit in Brünninghausen zuvor zeitlich komplett verplant, hatte bis zu seinem Engagement nur wenige Eindrücke von Dortmunds U23 sammeln können: „Abgesehen von einem Testspiel im Spätsommer habe ich das nicht geschafft.“ Seit erst drei Wochen sei er so richtig „im Thema“, erklärt dieser Trainer, der „deutlich anders“ ist als Vorgänger Siewert, wie Kapitän Massimo Ornatelli berichtet.

Alen Terzic, hier noch als Trainer des FC Brünninghausen. (Foto: Schulte)
Alen Terzic am Rande des Spielfelds. (Foto: Elspaß)
(Foto: Elspaß)

Terzic, meint der Mittelfeldspieler, sei „nicht so impulsiv“. Dieser Fußballlehrer, der seine Spieler in Brünninghausen mit seinen ausgetüftelten Trainings- und Matchplänen regelmäßig zum Staunen brachte, ist ein akribischer, detailversessener und beherrschter Arbeiter. „Wenn ihm etwas nicht gefällt“, sagt Ornatelli, „wählt er zwar ebenfalls deutliche Worte“, spricht dann Klartext auch am Spielfeldrand. „Ingesamt aber ist er ruhiger.“ Was natürlich ebenso fruchtbar seien könne, stellt der 33-Jährige klar. Siewert, zuweilen deutlich emotionaler, hatte Ornatelli mit großen Worten verabschiedet. Nie zuvor habe er einen Trainer erlebt, der menschlich so gut sei wie er, war dem Kapitän bei Siewerts Abschied wichtig zu betonen. Von ihm wurde Ornatelli zum Anführer ernannt. Auch unter Terzics Leitung soll er diese Rolle behalten.

Ohnehin wird Dortmunds neuer U23-Trainer keine fundamentalen Veränderungen vornehmen. Bis zum Pflichtspiel-Wiederauftakt in circa einer Woche gegen den SC Wiedenbrück (Samstag, 14 Uhr) „haben wir noch Zeit, die Ideen von Alen größtenteils zu verstehen“, sagt Ornatelli zwar. Allerdings sind es nicht massig viele völlige neue Einflüsse, die aufs BVB-Kollegium einprasseln. „Er will das Pressing verstärkt sehen“, berichtet Dortmunds Kapitän, „ansonsten bleibt das Meiste gleich. Den Ball besitzen zu wollen und spielerisch zu überzeugen – das zeichnet den BVB ja auch aus.“ Durchaus Ballbesitz-intensiv, aber nur als Mittel zum Zweck. So möchten die Borussen, grob umrissen, in allen Altersklassen zum Erfolg kommen.

Verpackung angepasst

Die Spielidee ist also nahezu dieselbe. Die Verpackung indes hat Terzic leicht angepasst. Hatte Siewert Ende 2018 allmählich das 3-5-2-System etabliert und war von seinem zuvor favorisierten 4-3-3 abgewichen, ordnet Terzic den BVB nun wieder mit Viererkette an. Die sei zuletzt verstärkt eingeübt worden, sagt er. Zwar hatte Terzic in Brünninghausen ebenfalls zumeist auf das 3-5-2 gesetzt und will sich diese Option auch für den BVB offen halten, „um flexibel zu bleiben“.

Zunächst starten seine Borussen allerdings mit vier Verteidigern auf letzter Linie, ob im 4-3-3 oder 4-2-3-1. In der Vorbereitung habe das schon „ganz ordentlich“ funktioniert, befindet Terzic. Und Ornatelli lobt: „Der Trainer erklärt es uns anschaulich und in vielen Spielformen. Er ist fachlich top.“

Dem BVB, derzeit auf Platz vier gelistet, stehen noch 13 Ligatermine bevor. Zehn Punkte trennen die U23 von Spitzenreiter Viktoria Köln. Noch mal ganz oben angreifen? Dagegen würden sich die Dortmunder zwar nicht wehren, aktuell liegt die Priorität woanders: Nach dem plötzlichen Trainerwechsel und den Abgängen der Leistungsträger Sören Dieckmann (zum SV Sandhausen), Amos Pieper (Arminia Bielefeld), Evangelis Pavlidis sowie Alexander Isak (beide Willem II Tilburg, Leihe), der zwar dem Profi-Kader angehörte, zumeist aber in der Regionalliga spielte, ist der BVB „in einer Findungsphase“. So bezeichnet es Manager Preuß. Und Alen Terzic sagt: „Bis die Abläufe besser funktionieren, wird es natürlich noch Zeit dauern.“

Für ihn, der 30-jährig in Diensten von Borussia Dröschede seine erste Herrenmannschaft in der Westfalenliga trainierte und sich seitdem schrittweise nach oben gearbeitet hat, ist es die erste Station auf Regionalliga-Level. Zeit bis zum Ende dieser Spielzeit gewährt ihm der BVB zunächst. Anschließend wird erneut über die Besetzung des Trainerpostens beraten. 

 


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Tabelle

30. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern3079:295070
2Dortmund3072:363669
3RB Leipzig3057:233461
4Frankfurt2957:342352

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