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Das BVB-Interview
U23-Coach Jan Siewert: "Jungs müssen den Männerfußball kennenlernen..."

Jan Siewert, seit Frühsommer 2017 U23-Trainer beim BVB. (Foto: BVB)
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Dortmund – Am Sonntag, 30. Juli, geht es für die U23 von Borussia Dortmund in der Regionalliga West erstmals wieder um Punkte. Mit Rot-Weiss Essen kommt ein Gegner, der viel Tradition und viele Fans mit ins Stadion Rote Erde bringt. Im Interview mit westline.de sprach der neue BVB-Trainer Jan Siewert über die Saisonvorbereitung mit Trainingslager in Österreich und sein Pflichtspieldebüt. Dafür sieht er seine Elf gut gerüstet.

Herr Siewert, in der vergangenen Woche ging es mit der U23 ins Trainingslager nach Österreich. Wie sehen ihre Erkenntnisse daraus aus?

Die Mannschaft ist innerhalb des Trainingslagers zusammengewachsen. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass man auf engem Raum die Zeit miteinander intensiv verbringt, weil du hart auf dem Platz arbeitest – mit kleinen Phasen der Erholung. Und die sind dann umso wichtiger für die Jungs. Das schweißt zusammen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, Teambuildingmaßnahmen in den Trainingsbetrieb zu integrieren.

Auch Sie kamen neu vom VfL Bochum zum BVB. Wie erging es Ihnen in ihren ersten Wochen?

Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Von meiner Tätigkeit beim DFB kannte ich noch viele Kollegen hier vor Ort. Auch innerhalb meines Funktionsteams hat es menschlich sehr schnell gepasst. Von daher sind wir als Trainerteam genauso wie die Mannschaft zusammengewachsen.

Borussia Dortmund gehört zu den aktuell stärksten Mannschaften Europas. Wie war das Gefühl, als das Angebot der Schwarz-Gelben hereingekommen ist?

Es ehrt mich, weil es bedeutet, dass die Arbeit, die man anderswo verrichtet hat, gesehen worden ist. Dann gab es vorab noch einige Dinge zu erklären. Zunächst mit meinem alten Verein, dem VfL Bochum, den ich um die Freigabe gebeten hatte. Daher möchte ich mich nochmals bei allen Beteiligten bedanken, dass es letztlich geklappt hat: Michael Zorc, Christian Hochstätter und Ingo Preuß.

In Bochum gab es zuletzt ebenfalls eine Änderung auf der Trainerbank. Coach Gertjan Verbeek ging und Ismail Atalan kam von den SF Lotte. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Schon vorher bin ich mit Borussia Dortmund in Kontakt getreten. Und dann ist meine Entscheidung auch bewusst für den Verein gefallen. Nach wie vor habe ich natürlich trotzdem noch einen guten Draht zum VfL und wünsche mir, dass sie ihren Weg weitergehen. Für mich war es ein gutes, aber auch intensives Jahr mit der U19 und den Profis.

In den letzten Testspielen hat die U23 überzeugt. Am Sonntag ging die Mannschaft gegen den Oberligisten Westfalia Herne mit 4:1 als Sieger vom Feld. Wie lautet ihr Fazit nach der Saisonvorbereitung?

Zufrieden war ich mit der Leistung gegen Westfalia Herne allemal. Es hätten vermutlich noch ein paar Tore mehr sein können. Was mir wichtig war, dass wir einen Gegner vorgefunden haben, der uns richtig fordert. Die ersten paar Minuten waren hart. Mir gefällt wie Trainer Christian Knappmann mit der Mannschaft agiert und ich wusste, dass richtig Gegenwind kommen wird. So wird es auch am Sonntag im Spiel gegen Essen der Fall sein wird. Ich bin aber jemand, der die Ergebnisse aus den Testspielen nicht zu hoch hängt. Dies gilt genauso wie für unsere Niederlage gegen Aplerbeck. Die Mannschaft muss sich erst noch finden und dann kommt teilweise auch die Müdigkeit aus der harten Vorbereitung hinzu.

Vermutlich gibt es gegen RWE am kommenden Sonntag ein volles Haus geben, weil die Profis erst später mit der Saison beginnen.

Das denke ich auch. Ich freue mich erstmal auf eine volle Kulisse. Es ist einmalig, dass allein bei einer U23 so viele Zuschauer von unserer Seite kommen. RWE bringt traditionell auch viele Gästefans mit. Wir gehen daher optimistisch an die Sache heran, weil wir wissen wie wir den Gegner von unserer Seite bespielen müssen.

Es geht Sonntag gegen den ehemaligen Klub, bei dem Sie erste Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln konnten. Sind noch Kontakte nach Essen vorhanden?

Vollkommen klar, dass ich noch viele Spieler kenne. Neulich habe ich noch zwei von ihnen zum Geburtstag gratuliert. Das ist bei mir Usus. Auch aus dem Funktionsteam kenne ich noch einige Leute, die mir besonders positiv in Erinnerung geblieben sind.

Hinter Viktoria Köln belegte die U23 des BVB in der Vorsaison Rang zwei. Vor dem Hintergrund, dass man sich immer verbessern will, könnte in diesem Jahr die Meisterschaft ins Visier genommen werden. Oder ist das in Anbetracht des personellen Umbruchs – unter anderem ging Top-Torjäger Hamadi Al Ghaddioui –  zu leicht gedacht?

So wie Sie es sagen: Es ist zu leicht gedacht. Erst nach den ersten paar Spielen zeigt sich, wie gut sich die Mannschaft gefunden hat. Deshalb machen wir das auch nicht an der Platzierung fest. Für uns ist entscheidend, welche Spieler wir weiterbringen können und, dass wir es schaffen, Leute aus der U23 in den Fokus der ersten Mannschaft zu bringen. Wir sind eine Ausbildungsmannschaft, aber wissen auch, dass zu einer guten Ausbildung Gewinnen gehört. Dies wird dann an dem Tabellenplatz gemessen – aber am Ende der Saison. Primäres Ziel ist es, Spieler an die erste Mannschaft heran zu bringen.

Interessant ist, dass ehemalige Gegner aus der U19, als Sie noch beim VfL beschäftigt waren, nun einen Teil ihrer Mannschaft bilden. Die BVB-U19 verteidigte ihren Titel und galt als Musterjahrgang. Merkt man das auch bei den Senioren?

Die Jungs sind schon sehr, sehr weit, aber müssen noch den Männerfußball kennen lernen. Das ist doch nochmal etwas Anderes. Dennoch sind sie in den ersten Wochen sehr positiv aufgetreten. Leider waren Eike Bansen und Etienne Amenyido noch bei der U19-EM in Georgien.  Jungs wie Amos Pieper oder Janni Serra, der von einer Verletzung zurückgekommen ist, haben mit ihrem Auftreten gezeigt, dass sie Deutscher Meister geworden sind. Dem Trainer machten sie so klar, dass es schwierig ist, bei dieser guten Leistung ältere, erfahrenere Spieler aufzustellen. Eine Sache, die mir sehr imponiert hat. Von den älteren Leuten konnten sie sich zudem wertvolle Tipps abholen.

Welche Rolle spielt dafür David Solga, der vom Platz auf die Trainerbank als ihr Co gewechselt ist?

David ist mir sehr positiv aufgefallen. Er lernt schnell. Für ihn ist eine tolle Sache, eine andere Seite kennen zu lernen: vom Spieler in den Trainerbereich. Diese Erfahrung durfte ich selbst machen. Die Mannschaft hat Vertrauen zu ihm, weil er selbst noch auf dem Platz stand. So kann man auch Sachen auf dem kurzen Dienstweg klären, was man nicht unbedingt direkt mit dem Trainer besprechen muss.

Der Kader der Profis ist relativ groß. Kann es sein, dass es von oben noch Verstärkung gibt? Etwa Joo-Ho Park?

Park ist aktuell bei uns. Ich glaube schon, dass es noch zusätzliche Möglichkeiten gibt. Dafür ist das System mit einer U23 ja ausgelegt. Das wollen wir auch tun und der ersten Mannschaft helfen.

Torwart Hendrik Bonmann verletzte sich zuletzt schwerer am Knie. Wie geht es ihm?

Es läuft aktuell gut. Eventuell kann es schneller gehen, als wir zunächst gedacht haben. So eine Geschichte braucht Zeit, damit das Syndesmoseband, was nicht ganz gerissen ist, wieder zusammenwächst. Er ist mit dem Reha-Trainer aktiv. Wichtig für ihn ist, die Sache anzunehmen und mit dem nächsten Gedanken überlegen, wann er wieder auf dem Platz stehen kann. Wie lange es am Ende dauert, können wir momentan noch nicht absehen.

Ist das Torhüterrennen denn noch offen? Jan Reckert und Eike Bansen standen in der Vorbereitung im Tor der U23, Dominik Reimann hinterließ bei den Profis einen starken Eindruck.

Am Mittwoch haben wir ein Gespräch mit den Profis und auch mit dem Torhüterstab, um zu sehen, wie wir weiter vorgehen. Den Punkt warten wir noch ab und dann entscheidet sich, wer im Tor steht. Bislang ist keine Entscheidung gefallen.

 


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34. Spieltag
PlatzVereinSp.ToreDiff.Pkt.
2Schalke 043453:371663
3Hoffenheim3466:481855
4Dortmund3464:471755
5Bayer 043458:441455
6RB Leipzig3457:53453

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